Schlieren
Spitalquartierbewohner beharren auf Tunnelverlängerung

Die Projektleitung hingegen nennt die unterirdische Haltestelle und die Zusatzkosten von 30 bis 50 Millionen als Gründe, weshalb sie gegen die Verlängerung des Färberhüslitunnels bis zur Urdorfer Industrie votiert.

Florian Niedermann
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Knackpunkt: die oberirdische Linienführung entlang der Spitalstrasse.zim

Knackpunkt: die oberirdische Linienführung entlang der Spitalstrasse.zim

Die Linienführung der Limmattalbahn im Schlieremer Spitalquartier ist noch immer sehr umstritten. Nachdem eine Route über die Kesslerstrasse aus technischen Gründen fallen gelassen wurde, entschied sich die Projektleitung für eine Linienführung entlang der Badenerstrasse bis zum Reitmen. Von dort fährt die Bahn durch den Färberhüslitunnel zum Spital und weiter auf einem zweispurigen Eigentrassee durch die Spitalstrasse zur Kantonsschule Urdorf.

Bei den Anwohnern regte sich früh Widerstand. Der Verein «Limmattalbahn – so nicht!» um SVP-Gemeinderat Thomas Grädel und CVP-Gemeinderätin Heidemarie Busch forderte im Verlauf der Projektierung, dass die Limmattalbahn AG den Färberhüslitunnel bis zur Urdorfer Industrie verlängert und das Spital Limmattal mit einer unterirdischen Station erschliesst. Der Verein erachtet die Umgestaltung der Spitalstrasse im Zusammenhang mit dem Bahnprojekt als nicht zumutbar und befürchtet Mehrverkehr.

Zwei Vorstösse sind hängig

Busch und Grädel lancierten im Parlament politische Vorstösse, um den Stadtrat dazu zu bewegen, sich für eine veränderte Linienführung mit verlängertem Tunnel einzusetzen. Die Beantwortung der beiden Vorstösse ist noch hängig. Nachdem der Stadtrat gegen Grädels Motion «Zukunftsgerichtete Limmattalbahn» aus formalen Gründen Beschwerde beim Bezirksrat eingelegt hat, muss dieser, wie zuvor in Dietikon, über die Zulässigkeit entscheiden.

Gegen die geforderte Tunnelvariante sprechen laut Projektleitung mehrere Gründe: Dazu gehört, dass sich Reisende in einer unterirdischen Haltestelle beim Spital nicht wohlfühlen würden. Weiter würde die Verlängerung des Tunnels 30 bis 50 Millionen Franken kosten, plus zusätzliche Unterhaltskosten. Ausserdem wären an den Tunnelenden lange Rampen nötig.

Zufahrten wurden optimiert

Nach Gesprächen mit Eigentümern entlang der Spitalstrasse prüfte die Limmattalbahn AG verschiedene Optimierungen und Varianten. Angepasst wurden im Projektplan vor allem Zufahrten und der Gehweg. Neue Varianten wie etwa der Verzicht auf ein Eigentrassee der Bahn oder die einspurige Führung von Strassenverkehr oder Bahnlinie wurden aus verkehrlichen oder betrieblichen Überlegungen nicht ins Projekt aufgenommen.