Spital Limmattal
Spitalpräsident ärgert sich über Einmischung der Gewerkschaft

Der Verwaltungsrat des Spitals Limmattal will sich von der Gewerkschaft VPOD ins operative Geschäft reden lassen. Die «Limmi»-Verantwortlichen sind zutiefst verärgert.

Jürg Krebs
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«Wir haben keine Angst vor der Öffentlichkeit», rechtfertigt sich Spitalpräsident Maximilian Walter. jk

«Wir haben keine Angst vor der Öffentlichkeit», rechtfertigt sich Spitalpräsident Maximilian Walter. jk

Limmattaler Zeitung

Für die Leitung des Spitals Limmattal ist «nicht nachvollziehbar», dass sich der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) in die operative Geschäftsführung einmischt. Dies sagte Spitalpräsident Maximilian Walter an der gestrigen Medienkonferenz.

Die noch bis Ende Monat amtierende interimistische Spitaldirektorin, Heidi Kropf, gebrauchte deutlichere Worte: «Wir arbeiten gerne mit dem VPOD zusammen – im personalrechtlichen Bereich, nicht aber in operativen Belangen.»

Auch wenn die Spitalleitung gestern Haltung zeigte, so wurde doch deutlich: Die «Limmi»-Verantwortlichen sind zutiefst verärgert.

In einer Resolution vom 14.April hatte der VPOD Zürich vom Spital gefordert, die Beziehungen zu ihrem Rechtsberater Lorenzo Marazzotta abzubrechen und die Kosten zugunsten von dessen Anwaltsbüro offenzulegen. Der Grund für diese Forderung: Ramazzotta sei mitverantwortlich für die letztjährige Privatisierungsstrategie gewesen und habe das Spital falsch beraten. Die Zukunftsstrategie hatte der «Limmi»-Verwaltungsrat nach Protesten im September 2010 gestoppt.

VPOD misstraut «Limmi»-Anwalt

Es treffe zu, so wurde gestern erklärt, dass Rechtsberater Ramazzotta für den Verwaltungsrat die rechtlichen Fragen rund um die damals angestrebte öffentlich-private Partnerschaft in Zusammenarbeit mit der damals beteiligten H-Services AG abgeklärt habe. Letztere hätte vom Spital die operative Leitung übernehmen sollen. Insbesondere habe der Rechtsberater die notwendigen Managementverträge erarbeitet.

Spitalpräsident Walter betonte, dass es für die Strategie in der Schweiz weder Gerichtsentscheide noch eine Praxis gebe, an der sich das Spital und sein Rechtsberater hätten orientieren können. Es sei aber explizit der Auftrag des Verwaltungsrats an Ramazzotta gewesen, eine rechtliche Position einzunehmen, welche die gewählte Strategie stütze. Diese Position sei durch ein Rechtsgutachten der Staatsrechtler Gächter und Donatsch verteidigt worden.

Es gibt gemäss Walter keinen Grund die Zusammenarbeit mit dem Rechtsberater aufzukündigen. Auch nach Beendigung der Zusammenarbeit mit H-Services seien die ihm übertragenen Aufträge von Verwaltungsrat und Spitalleitung «zur vollen Zufriedenheit» erledigt worden. Die Rechtsanwaltskosten würden selbstverständlich an der Delegiertenversammlung vom 18.Mai offengelegt.

Walter und Kropf, aber auch die an der Medienkonferenz ebenfalls anwesenden Markus Bärtschiger (Verwaltungsrat) und Thomas Brack (ab Mai Spitaldirektor) bedauerten, dass Kritiker über die Presse operierten, anstatt das direkte Gespräch zu suchen. Damit waren sowohl der VPOD als auch das Komitee Pro Limmi angesprochen. Man werde nun von sich aus das Gespräch suchen,
so der Spitalpräsident.