Diese Nachricht wird Spitaldirektor Thomas Brack und sein Team noch eine Weile beschäftigen: Die am 3. Dezember erfolgte Vergabe des geplanten Neubaus für das Spital Limmattal wird gerichtlich angefochten. Gegen den einstimmigen Entscheid der Baukommission, der Firma Losinger Marazzi den Zuschlag für das 270-Millionen-Franken-Projekt zu erteilen, hat einer der drei unterlegenen Mitbewerber, die Bietergemeinschaft Marti/BAM, beim Zürcher Verwaltungsgericht eine Submissionsbeschwerde eingereicht.

Knackpunkt Finanzierungslösung

Wie gestern bekannt wurde, verlangen Marti/BAM, ihnen sei der Zuschlag zu erteilen - oder dass zumindest das Vergabeverfahren wiederholt werden müsse. Konkret moniert der Totalunternehmer, die Bewertung der Angebote im Zusammenhang mit dem optionalen Finanzierungsangebot sei mangelhaft.

Als drei Hauptkriterien wurden bei der Vergabe die Funktionalität, die Architektur und die Wirtschaftlichkeit bewertet. Die optionale Finanzierungslösung ist eines der Unterkriterien der Wirtschaftlichkeit. «Marti/BAM bemängeln, wie wir bei der Bewertung mit diesem Aspekt umgegangen sind», erklärt Spitaldirektor Thomas Brack auf Anfrage.

Für das Spital bedeute die Beschwerde nun «sehr viel Arbeit in relativ kurzer Zeit», sagt Brack. Vorerst wird dem Projekt durch eine superprovisorische Verfügung eine aufschiebende Wirkung erteilt. Mit Losinger Marazzi dürfen daher bis auf weiteres noch keine Verträge abgeschlossen werden. Bis spätestens Mitte Januar muss beim Gericht die Antwort auf die Beschwerdeschrift mit entsprechenden Unterlagen eingereicht werden. Voraussichtlich Ende Februar oder im März entscheiden die Richter, ob die aufschiebende Wirkung definitiv erteilt wird. «Wenn nicht, fahren wir normal weiter», so Brack. «Anderenfalls müssen wir definitiv mit Verzögerungen rechnen.»

Abstimmung erst im September

Der Spitaldirektor ist aber zuversichtlich: «Wir sind überzeugt, die Angebote richtig beurteilt und den Zuschlag korrekt erteilt zu haben», so Brack. Daher rechne er auch mit einem positiven Ausgang.

Trotzdem: Die Volksabstimmung, die im besten Fall im Juni 2013 hätte stattfinden können, wird nun definitiv erst im September 2013 durchgeführt - falls die Beschwerde abgewiesen wird. Sollte Marti/BAM Recht bekommen, würde dies Verzögerungen bedeuten, die «im Moment nicht abschätzbar sind», wie Brack sagt.