Schlieren

Spitaldirektor: «Bauen Sie für die Menschen, die hier leben»

Jedes Team erhielt ein Modell der bestehenden Spitalanlage. ZVG

Jedes Team erhielt ein Modell der bestehenden Spitalanlage. ZVG

Nun wird es konkret: Von den vier Teams, die sich vorqualifiziert haben, um den Spitalneubau in Angriff zu nehmen, haben sich je zehn Personen ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.

Nur ein Team wird schliesslich siegen. Doch zurzeit sind noch vier Totalunternehmerteams im Rennen um den Zuschlag für das Neubauprojekt des Spitals Limmattal: Implenia, Marti mit BAM, HRS Real Estate und Losinger Marazzi.

Nachdem die vorqualifizierten Unternehmen Anfang Februar die Ausschreibungsunterlagen erhalten hatten, konnten sie sich nun in Schlieren ein Bild des Spitals und seiner Umgebung machen.

Gefragt ist ein wacher Geist

Je zehn Personen pro Team waren vom Spital eingeladen worden – und alle kamen. Vor dem Rundgang forderte Spitaldirektor Thomas Brack die anwesenden 40 Fachpersonen – darunter Architekten, Planer, Unternehmer und Techniker – auf, sich nicht nur auf Technik und Prozesse zu konzentrieren, sondern mit wachem Geist auch die umliegenden Städte und Dörfer zu berücksichtigen.

«Bauen Sie für die Menschen, die hier im Limmattal, im Furttal und den angrenzenden Regionen wohnen», sagte Brack, der die Teams aufforderte, vor allem an die Menschen zu denken: Patienten, Pflegende, Ärzteschaft. «Es braucht hier gute Architektur, die an ihrer Leistung und nicht an ihrem grossen Namen gemessen werden kann.»

Brack ermutigte die Bewerberteams, die vom Spital vorgegebenen Richtlinien grosszügig zu interpretieren, «die Grenzen auszuloten» und Ideen, Erfahrung, Wissen und Können so einzubringen, «als stünde das Spital auf der grünen Wiese».

Zukunftsoptionen für Energie

Dies ist nicht ganz so erstaunlich, wie es klingt. Dass die Vorgaben weniger strikte sind, hat vielmehr damit zu tun, dass es sich um eine funktionale Ausschreibung handelt. Das Spitalneubauprojekt ist zurzeit das Einzige in der Schweiz, welches basierend auf dieser hier noch weniger üblichen Form von Ausschreibung basiert. Dabei werden im Gegensatz zu einer herkömmlichen Ausschreibung nur das Ziel und eine Reihe von Rahmenbedingungen statt eines detaillierten Leistungskatalogs vorgegeben.

Über gewisse Vorgaben hingegen lässt sich nicht verhandeln: Die Spitalleitung will zwingend, dass der Neubau dem Minergie-Standard entspricht und dass bestimmte Massnahmen betreffend Gesundheit und Bauökonomie umgesetzt werden. Auch bei der Wahl der Energieerzeuger hat das Spital Vorschriften gemacht: Hier sollen unbedingt Zukunftsoptionen wie Solaranlagen und Photovoltaik oder Wärme-Kraft-Koppelung berücksichtigt werden. Kein Spielraum besteht auch bei der Infrastrukturbetriebskosten: Sie müssen zwingend tief sein.

Die vier Teams werden ihre Projekte Ende August einreichen und Anfang September präsentieren. Die Arbeiten werden danach von einem Vorprüfungsteam und einem elfköpfigen Gremium geprüft. Bis Ende Jahr soll das Siegerteam feststehen.

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