Limmattal
Spital Limmattal und Spitex intensivieren die Zusammenarbeit

Das Spital Limmattal und die regionalel Spitex-Organisationen haben das Austrittsmanagement überarbeitet. Dadurch sollen die Schnittstellen optimiert und eine lückenlose Versorgung der Patienten gewährleistet werden.

Aleksandra Hiltmann
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Die Spitex erleichtert beispielsweise das Einleben zu Hause nach einem Spitalaufenthalt

Die Spitex erleichtert beispielsweise das Einleben zu Hause nach einem Spitalaufenthalt

AZ

Die Einführung der Fallpauschalen bedeutet nicht nur für die Spitäler eine Veränderung. Auch die Spitex-Organisationen, welche mit dem DRG-System vermehrt Patienten zur Kurzzeit- oder Übergangspflege übernehmen sollen, passen sich der neuen Situation an.

Wie Elsbeth Liechti, Geschäftsleiterin der Regio-Spitex Limmattal erklärt, hat eine Arbeitsgruppe das Austrittsmanagement an der Schnittstelle Spital und Spitex überarbeitet und dieses «den neuen Anforderungen angepasst». Dadurch sollen laut Liechti «die Schnittstellen optimiert und eine lückenlose Versorgung der Patienten gewährleistet werden».

Intensivierte Zusammenarbeit

«Die Einführung des DRG-Systems war ein guter Anlass, um die bereits vorhandene Zusammenarbeit zwischen Spital und Spitex wieder zu intensivieren», erklärt Susanne Vanini, Pflegedirektorin des Spitals Limmattal. Die interne Arbeitsgruppe setze sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Spitals sowie der Regio-Spitex Limmattal und der Spitex rechtes Limmattal zusammen, so Liechti. «Die Zusammenarbeit klappt sehr gut», findet Vanini und erläutert weiter, dass sich der Arbeitsprozess erleichtere, wenn es sich, wie bei der Regio-Spitex Limmattal, um eine grosse und einheitlich geführte Organisation handle.

Wie Erika Ziltener, Präsidentin des Dachverbandes Schweizerischer Patientenstellen erklärt, falle die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Spitex-Organisationen und den Spitälern jeweils unterschiedlich aus und hänge «sehr von ihrem Umfeld und der Vernetzung ab, aber auch von den Verträgen, die sie abschliessen».

Bereits jetzt tiefe Aufenthaltsdauer

Bereits vor der Einführung der Fallpauschalen sei die mittlere Aufenthaltsdauer der Patienten im Spital Limmattal kurz gewesen, so Vanini. Aufgrund dessen sei es «schwer abzuschätzen, ob und wie viel Mehrarbeit auf die Regio-Spitex Limmattal zukommt», meint Liechti.

Trotz der bereits eher tiefen Aufenthaltsdauer stellt Vanini klar: «Wir entlassen den Patienten erst, wenn es medizinisch indiziert ist. Verfrühte Entlassungen bergen ein zu grosses Risiko für den Patienten und wären aufgrund der regulierenden DRG-Mechanismen auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Eigengoal für uns.» Diese Haltung werde auch ganz klar von der Spitalleitung eingenommen. Zudem hätte man einen gewissen Spielraum bezüglich des Zeitpunktes der Entlassung, welcher jedoch immer begrenzter werde, wie die Pflegedirektorin erläutert. Trotzdem findet sie, dass die sogenannten möglichen «blutigen Entlassungen» überbewertet werden: «Die Abläufe bei einer Entlassung und Übergabe an die Spitex sind seit langem standardisiert, es gibt eine klare Checkliste.»

Mögliche Engpässe

Obwohl Vanini findet, dass die Spitex die Pflege der ihr vom Spital übergebenen Patienten bis anhin gut gemeistert hat, äussert Ziltener diesbezüglich Bedenken. «Für die Spitex kann es ein Problem sein, dass sie Fachleute braucht, die sie vor allem aufgrund des latenten Personalmangels nicht findet.» Verzögerungen oder fehlende Kapazitäten bei der Zurverfügungstellung von Fachpersonen könnten sich negativ auf die Kontinuität der Leistung und somit auf die Betreuung der Patienten auswirken, so Ziltener weiter. Auch wenn «die Spitäler die Patientinnen und Patienten ohne rechtzeitige Anmeldung oder mit mangelhaftem Austrittsbericht entlassen», könne sich die Zusammenarbeit zwischen Spitälern und Spitex–Organisationen erschweren, fährt sie fort.

«Wir versuchen stets, die Patienten mindestens zwei Tage im Voraus anzumelden. Aber es ist ein lebendiges Geschäft», sagt Vanini. Eine rechtzeitige Anmeldung sei aufgrund unvorhersehbarer gesundheitlicher und behandlungstechnischer Gegebenheiten nicht immer hundertprozentig planbar. Kapazitätsengpässe für die Betreuung entlassener Patienten sieht sie hingegen eher in der Langzeitpflege als in der Spitex.

Gerüstet für die Fallpauschalen

«Generell sind in den letzten Jahren die fachlichen und organisatorischen Anforderungen an die Spitex gestiegen», erklärt Liechti. Die Mitarbeitenden der Regio-Spitex würden deshalb «kontinuierlich weitergebildet» und die Organisation laufend angepasst, «sodass die Pflege und Betreuung sichergestellt werden kann». Mit diesen Massnahmen sei man für die Auswirkungen der Fallpauschalen gerüstet. Die weiteren Entwicklungen in Bezug auf die Fallpauschalen, auch Nachtarbeit, würden in Zusammenarbeit mit dem «Limmi» sorgfältig beobachtet, um bei Bedarf schnell handeln zu können, so Liechti.

Auch bei der Patientenstelle ist man auf die Auswirkungen des Systemwechsels vorbereitet. Patienten können ihre «positiven und negativen Erfahrungen via Homepage oder schriftlich melden», informiert Ziltener über die Beschwerdestelle.