Limmi
Spital Limmattal liegt im Fallkostenvergleich auf dem zweiten Rang

Die Gesundheitsdirektion hat die durchschnittlichen Fallkosten von 18 Akutspitälern im Kanton verglichen. Das «Limmi» ist von Platz 4 auf Platz 2 vorgerückt.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Das heutige Spital Limmattal soll durch einen Neubau ersetzt werden

Das heutige Spital Limmattal soll durch einen Neubau ersetzt werden

Ein stationärer Patient kostete im vergangenen Jahr im Spital Limmattal in Schlieren durchschnittlich 8963 Franken. Tiefere Fallkosten hatte nur die Klinik Adus Medica in Dielsdorf: Dort kostete ein Patient im Durchschnitt 8155 Franken, wie der Fallkostenvergleich zeigt, den die Zürcher Gesundheitsdirektion gestern veröffentlichte. Am anderen Ende der Rangliste liegt die Klinik Susenberg in Zürich, die mit durchschnittlichen Fallkosten von 12 742 Franken am teuersten war.

Verglichen wurden 18 Akutspitäler im Kanton Zürich. Nicht miteinbezogen wurden die drei Universitätsspitäler sowie die Epi-Klinik. Zum ersten Mal mit dabei waren dafür die fünf neuen Listenspitäler Hirslanden, Adus Medica, Limmatklinik, Susenberg und Uroviva.

Zürcher Spitäler sind produktiv

Im letzten Jahr lag das «Limmi» im Vergleich noch auf Platz 4. Dies, obwohl die durchschnittlichen Fallkosten damals mit 8277 Franken noch etwas tiefer lagen. Das hat jedoch einen guten Grund: Zum ersten Mal ist dieses Jahr der Fallkostenvergleich mit den im Rahmen der neuen Spitalfinanzierung eingeführten «Swiss DRG»-Fallpauschalen erfolgt. Darin inbegriffen ist auch ein Anteil für Investitionen der Spitäler.

Aus diesem Grund sind auch die Fallkosten des kantonalen Bench-markspitals leicht gestiegen. Dass sich der Benchmark aber nur unwesentlich verändert hat, führt die Gesundheitsdirektion darauf zurück, dass die Effizienz der Zürcher Spitäler laufend gestiegen ist. So liege die Produktivität der Zürcher Spitäler zehn Prozent über dem nationalen Durchschnitt.

Als Benchmark bestimmt die Gesundheitsdirektion jeweils das Spital, dessen Kosten auf dem 40. Perzentil und somit etwas unter dem kantonalen Durchschnitt liegen. Dieses Jahr ist dies das Spital Bülach, dessen Fallkosten bei 9403 Franken liegen. Dies bestätige, dass die Höhe der Fallpauschale angemessen sei, die der Regierungsrat im Frühling festgelegt hat, schreibt die Gesundheitsdirektion. Die Fallpauschale liegt bei 9480 Franken.

204 000 Patienten behandelt

Für das Spital Limmattal und fünf andere Spitäler, die günstiger arbeiten als das Benchmarkspital, ist das gut: Denn die Höhe der Fallpauschale wird ihnen vergütet, was darüber liegt, muss das Spital durch Zusatzversicherte reinholen oder selber berappen. Das ist gemäss Fallkostenvergleich bei elf Spitälern der Fall.
Insgesamt haben die Zürcher Listenspitäler gemäss Mitteilung 204 000 Patienten stationär behandelt. Der durchschnittliche Schwerefall lag 11 Prozent über dem Schweizer «Swiss DRG»-Normfall.