Schlieren
Spital Limmattal ist nach den Turbulenzen wieder auf Kurs

Das Spital Limmattal in Schlieren hat die politischen Wirren um die Privatisierung gut überstanden. Mit der neuen Spitalleitung und vier neuen Verwaltungsräten sei das Spital wieder auf Kurs, sagte Verwaltungsratspräsident Markus Bärtschiger am Donne

Merken
Drucken
Teilen
Das Spital Limmattal in Schlieren hat die politischen Wirren um die Privatisierung gut überstanden.

Das Spital Limmattal in Schlieren hat die politischen Wirren um die Privatisierung gut überstanden.

Limmattaler Zeitung

Noch bis weit ins erste Quartal 2011 seien die Nachwehen der früheren Strategie und Führung stark spürbar gewesen, räumte Bärtschiger ein. Die starke Verunsicherung habe nicht über Nacht abklingen können. Dem neuen Führungsgremium sei es jedoch schnell gelungen, einen detaillierten Businessplan und eine fundierte neue Strategie zu formulieren.

Trotz der kritischen Verfassung, in der sich das Spital befunden habe, sei der Spitalbetrieb jederzeit gewährleistet gewesen und der Leitungsauftrag in hoher Qualität erbracht worden, versicherte Spitaldirektor Thomas Brack. Auch habe es keinen Einbruch bei den Patientenzahlen gegeben.

In einer von Unsicherheit geprägten Zeit, in der die Frage im Raum stand, wie und ob es überhaupt mit dem Spital weiter gehen soll, sei dies keine Selbstverständlichkeit, sagte Brack. Mit der neuen Strategie, die sich auf einer starken Verankerung in der Region abstütze, sei das Vertrauen des Zweckverbandes und der Bevölkerung wieder hergestellt worden.

Starker Anstieg bei ambulanten Behandlungen

Stationär hat das Spital Limmattal im vergangenen Jahr 10'015 Patientinnen und Patienten behandelt. Das waren etwa gleich viele wie im Vorjahr. Die ambulanten Behandlungen nahmen um 7,9 Prozent auf 47'186 zu. Zudem erblickten im «Limmi» 944 Babys das Licht der Welt - 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Erneut zurück ging die Zahl der Privatversicherten. Deren Anteil betrug im vergangenen Jahr noch 21,6 Prozent. Laut Bärtschiger liegt der Rückgang im allgemeinen Trend. Das Spital will deshalb zusätzliche Angebote für Zusatzversicherte prüfen.

Höhere Personalkosten

Spuren hinterlassen haben die Turbulenzen in der Betriebsrechnung. Aufgrund von Budgetzahlen, die auf der nicht weiter verfolgten Strategie aus dem Jahre 2010 beruhten, kam es zu einigen markanten Verschiebungen. So mussten laut Bärtschiger einige vakante Schlüsselfunktionen zusätzlich besetzt werden, was zu deutlich höheren Personalkosten führte.

Der Ertrag reduzierte sich im Spitalbereich im Vergleich zum Budget um 1,3 Millionen auf 83,1 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand nahm um 2,5 Millionen auf 107,5 Millionen Franken zu. Unter dem Strich fiel das Ergebnis damit um 3,8 Millionen Franken schlechter aus als im Budget vorgesehen.

Spitalneubau aufgegleist

Auf gutem Wege ist das Projekt «LimmiViva». Vier Totalunternehmer erarbeiten derzeit Projekte für den Spitalneubau. Im August müssen die Arbeiten abgeben werden. Anfang September werden die Projekte von 26 spezialisierten Teams bewertet. Im Dezember soll dann entschieden werden, welcher Totalunternehmer das Spital bauen wird.

Zum Spitalneubau Stellung nehmen können auch die Stimmberechtigten in den Trägergemeinden. Der Abstimmungstermin ist für Juni 2013 vorgesehen. Geht alles nach Plan, soll mit den Bauarbeiten im Jahre 2014 begonnen werden.

Lobend äusserte sich Spitaldirektor Thomas Brack zu den ersten Erfahrungen mit den Fallpauschalen SwissDRG. Administrativ habe das neue System mehr Aufwand gebracht. Die neue Spitalfinanzierung sei jedoch der richtige Weg. In einigen Details müssten aber noch Optimierungen vorgenommen werden.

Nicht mehr hören kann Brack den Vorwurf, mit neuen Fallpauschalen würden Patienten «blutig» entlassen. Es gebe genügend Steuermechanismen, die verhinderten, dass Patienten zu früh entlassen werden. Im Übrigen habe es bisher von Patienten keine Rückmeldungen gegeben - weder positive, noch negative.