Schlieren
Spital erwartet maximal vier Flüge pro Tag – aber nur, wenn es keine Lärmschutzfenster braucht

Braucht es keine Lärmschutzfenster, hält das Limmi am Rettungshelikopter fest. Das Lärmgutachten wird in der nächsten Woche erwartet.

Oliver Graf
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Ein Rettungshelikopter würde die gute rettungsdienstliche Versorgung im Limmattal weiter verbessern, glaubt das Limmi.

Ein Rettungshelikopter würde die gute rettungsdienstliche Versorgung im Limmattal weiter verbessern, glaubt das Limmi.

zvg

Ein Rettungshelikopter, der tagsüber auf dem Landeplatz des Spitals Limmattal stationiert ist, wäre eine gute Sache, ist Spitaldirektor Thomas Brack überzeugt. Mit einer solchen Maschine stünde ein zusätzliches Rettungsmittel zur Verfügung, sagte er an der Delegiertenversammlung am Mittwochabend. Dieses könnte die gute rettungsdienstliche Versorgung des Limmattals weiter verbessern.

Seit Beginn der Coronapandemie hatte die Alpine Air Ambulance praktisch täglich einen Rettungshelikopter auf dem Landeplatz stationiert. Um 8 Uhr flog er von seiner Basis im Birrfeld das Limmi an, vor 20 Uhr verliess er Schlieren wieder. Die Erfahrungen seien positiv gewesen, sagte Brack. Deshalb sei die Idee entstanden, die Zusammenarbeit über die erste Coronazeit hinaus fortzuführen.
Doch seit Sommer fliegt kaum ein Helikopter das Spital an. Es sei denn, ein Patient muss transportiert oder verlegt werden. Der «situative Landeplatz», wie ihn die Verantwortlichen nennen, wird nach Lärmklagen vorerst nicht genutzt.

Die bestehende Baubewilligung für den Landeplatz ging von einem Anflug pro Monat aus, wie Brack an der Versammlung sagte. Es sei darin aber festgehalten, dass auch 30 Flüge pro Monat an der Lärmsituation nichts ändern würden.

Mit etwa so vielen Helikopterflügen rechnet Brack nun: Er sprach an der Delegiertenversammlung von rund 350 jährlichen Flügen und maximal drei bis vier pro Tag. «Der Helikopter wird damit nicht jeden Tag auf dem Limmi-Landeplatz sein», sagte Brack.

Das Spital wartet nun auf ein Lärmgutachten, das Ende September vorliegen soll. Es wird Aufschluss geben, ob die geplante intensivere Nutzung des Landeplatzes ohne weitere Auflagen möglich ist. Wenn keine baulichen Massnahmen – beispielsweise Lärmschutzfenster – nötig werden, will das Spital ein Baugesuch einreichen. Dies würde dann einen ordentlichen demokratischen und politischen Prozess ermöglichen.

Aus dem Spitalquartier wurde kritisiert, dass ein Helikopter vom Limmi-Dach bei einem Einsatz auch nicht viel schneller sei als von der Basis im Birrfeld. «Es können ein paar Minuten weniger sein», sagte Brack. «Diese können bei einem Einsatz entscheidend sein.»

Mit einem blauen Auge davongekommen: So wirkt sich die Coronakrise auf die Spital-Kasse aus

Rund 3,5 Millionen Umsatz hat das Spital Limmattal eingebüsst, als es Patienten im März und April, wie die anderen Spitäler, nur noch eingeschränkt behandeln und operieren durfte. Doch in finanzielle Schieflage gerät das Limmi nicht – es sei vielmehr mit einem blauen Auge davongekommen, sagte Spitaldirektor Thomas Brack an der Delegiertenversammlung. Es sei gelungen, den Betrieb relativ schnell runter- und wieder hochzufahren. Das Spital könne den kurzen Einbruch dank anderer guter Monate verkraften: «Der Halbjahresabschluss fällt trotz Corona um rund 900000 Franken besser aus als erwartet.»

Für das Personal seien die vergangenen Monate intensiv gewesen, sagte Brack. Den Angestellten sei viel abverlangt worden, aber alle hätten motiviert gearbeitet. Bewährt habe sich der grosszügige Spitalneubau: Die grossen Gänge und die verschiedenen Wartebereiche hätten die Organisation spürbar erleichtert. Dies hätte im alten Spitalhochhaus «mit seinem hektischen Durcheinander» anders ausgesehen, sagte Brack.

Im Spital Limmattal sind über 70 Coronapatienten stationär behandelt worden, wie Alain Rudiger, Chefarzt Medizinische Klinik, sagte. 13 Personen mussten beatmet werden, im Durchschnitt 20 Tage lang. Zwei Patienten starben.

Das Spital Limmattal hat seine Corona-Taskforce vor kurzem wieder aktiviert. Sie bereitet sich auf die Wintermonate vor. Sollten gleichzeitig Grippe- und Coronaviren wüten, wäre dies eine grosse Herausforderung, sagte Brack. Denn beide führen zu Fieber und Husten; bis ein Testresultat vorliegt, bleiben Patienten ein Coronaverdachtsfall und müssen isoliert werden.
Die Delegiertenversammlung blickte nicht nur auf die Coronamonate zurück, sondern noch weiter. Denn nach zwei abgesagten Versammlungen galt es am Mittwochabend, die seit langem vorliegende Jahresrechnung 2019 formell abzunehmen. Diese weist für den Verband, wie im März publiziert, einen Umsatz von 198 Millionen Franken und eine Ebitda-Marge von 9,4 Prozent aus (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Oliver Kopp, Leiter Finanzen, sprach von «erfreulichen Zahlen». Die Versammlung genehmigte die Jahresrechnung einstimmig. (og)

Limmi soll Sandbühl kaufen: Delegierte befürworten strategische Landreserve

Der Spitalverband Limmattal will die Grundstücke erwerben, auf der das Schlieremer Pflegezentrum Sandbühl steht. Die Spitaldelegierten haben sich am Mittwochabend einstimmig für den beantragten Kauf für 15,356 Millionen Franken ausgesprochen. Am 27. November werden die Stimmberechtigten in den elf Trägergemeinden über das Geschäft befinden.

Mit den direkt an den Spitalneubau angrenzenden Grundstücken könne der Spitalverband eine «langfristige strategische Landreserve» erwerben, sagte Spitaldirektor Thomas Brack. Die Lage sei für eine allfällige spätere Erweiterung des Spitals ideal. Im Businessplan ist der Landkauf enthalten. «Er ist tragbar», sagte Brack.

Beim Abbruch des Pflegezentrums wird eine Altlastensanierung nötig. Diese übernimmt in den ersten zehn Jahren nach dem Verkauf die Stadt Schlieren. Dies ist im Kaufpreis entsprechend berücksichtigt. Die Stimmberechtigten der Stadt Schlieren haben im November 2019 den Verkauf der Grundstücke an das Spital genehmigt. (og)