Dietikon
Spielend wechselt die Unterengstringerin Rita Share von Jazz zu Klassik

Das «Jazz Dietikon» präsentierte zum zweiten Konzert der Saison das Rita Share Quartett. Die Unterengstringer Sängerin sang von der grossen Liebe, der Geburt ihrer Tochter und vom Spagat zwischen Familie und Berufsleben.

Senada Haralcic
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In ihren Eigenkompositionen gibt Rita Share viel Persönliches preis.

In ihren Eigenkompositionen gibt Rita Share viel Persönliches preis.

Limmattaler Zeitung

Selbstbewusst und mit einer grossen Portion Natürlichkeit steht die Unterengstringerin Rita Share auf der Bühne und beginnt das klassische Stück von Gaetano Donizetti «Me voglio fa na casa» zu singen.

Auf die angenehmen, hohen und warmen Töne der Sängerin und das leise Spiel des Pianisten folgt auf einen Schlag ein Wechsel: Kontrabass und Schlagzeug setzen ein, und plötzlich hört sich das klassische Stück, das auch gerne in Opern gesungen wird, nach einer Jazz-Nummer an. Das Publikum ist begeistert und bricht sofort in einem tosenden Applaus aus.

Seit 30 Jahren

In ihrem neuen Programm «Halbzeit» verbindet die Sängerin ihre beiden Vorlieben für Klassik und Jazz. «Halbzeit» bedeute aber auch die persönliche Hälfte in ihrer Lebenszeit, die sie ihrem Gefühl nach erreicht habe, sagt die Unterengstringerin.

Sie hat das Programm im Rahmen ihres Masterstudiengangs in Musikpädagogik/Schulmusik geschrieben und präsentiert es nun mit dem Pianisten Gregor Müller, dem Schlagzeuger Tony Renold und Christoph Sprenger am Kontrabass dem Publikum im Dietiker Stadtkeller.

Die Leadsängerin des Rita Share Quartetts kennt ihr Handwerk. Schon seit 30 Jahren tritt sie als Jazz- und Gospelsängerin auf, steht beruflich mit beiden Beinen im Musikbusiness. Jazz sei zwar ihre Heimat, in ihrem vor zwei Jahren abgeschlossenen Studium habe sie jedoch ihre Vorliebe zur Klassik entdeckt, verrät die 53-Jährige.

Zwischen den Stücken schnippt sie den Takt vor und wechselt spielend von Jazz zu Klassik. «Klassik gilt als eher strikt und geplant, während Jazz nebst den vorgegebenen Strukturen auch von der Improvisation lebt», sagt sie. «Mir gefällt diese Gegenüberstellung sehr.»

Neben ihrem technischen Können begeistert Rita Share auch mit ihrer Persönlichkeit. Diese zeigt sich vor allem bei ihren selber komponierten Stücken, wie zum Beispiel «Lines of fall», das sie ihrer Tochter gewidmet hat. In ihren Liedern singt sie über die Vergangenheit und die Zukunft, die erste grosse Liebe, die Geburt der Tochter und den Spagat zwischen Familie und Berufsleben - das Stück «Bridges of light» widmet Rita Share allen Frauen, die es ihr diesbezüglich gleichtun.

Zum Abschied etwas anderes

«Ich habe mich wirklich sehr auf diesen Abend gefreut», sagt die Sängerin nach dem Auftritt. Es sei beflügelnd gewesen, die volle Aufmerksamkeit des Publikums und die stimmige Atmosphäre im Stadtkeller zu geniessen. Verabschiedet wurde das Publikum jedoch weder mit einem Jazz- noch mit einem klassischen Stück. «Ich habe mich für einen Gospel entschieden», sagt Rita Share. Schliesslich sei dies neben Jazz und Klassik das Fundament ihrer musikalischen Vorlieben.

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