Fahrweid
Spielbühne 99: Ein Sparfuchs gerät in Schwierigkeiten

Die Spielbühne 99 geht mit dem Lustspiel «Katastrophe-Alarm bi s’Meilis» in die Saison. Eine glückliche Familie - zumindest auf den ersten Blick. Der Wunsch der zweifachen Mutter Monika Meili scheint nicht in Erfüllung gehen zu wollen.

Anina Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Ein Sparfuchs gerät in Schwierigkeiten
3 Bilder
Dem rebellischen Sven Meili (Reto Schäfer) passt der neue Freund seiner Schwester, Reto Canzoni (Thomas Lüthi) so gar nicht
Nadia Auer alias Jacqueline Pilloud macht sich an jeden Mann heran

Ein Sparfuchs gerät in Schwierigkeiten

Limmattaler Zeitung

Nur noch wenige Minuten und der Vorhang im Quartierzentrum Föhrenwäldli öffnet sich für die Hauptprobe des Stück «Katastrophe-Alarm bi s'Meilis». Hinter der Bühne wird es immer hektischer, noch ist nicht alles bereit für die Aufführung. Den Schauspielern der Spielbühne 99, dem Theaterverein von Weiningen und der Fahrweid, ist die Nervosität anzumerken. Seit April haben sie regelmässig geprobt, jetzt wollen sie zeigen, was sie können.

Die einzig ruhige Hand im ganzen Trubel bewahrt Stylistin Annemarie Steiner. Sie zupft die Perücken der Darsteller zurecht, fixiert sie mit einer ordentlichen Portion Haarspray und prüft, ob das Make-Up der Schauspieler im Scheinwerferlicht gut wirkt.

Während die weiblichen Darstellerinnen die passenden Ohrringe zum Outfit aussuchen, sind die Männer mit einer kaputten Lampe beschäftigt. Mario Lorentz, der Präsident der Theatergruppe, eilt mit zwei neuen Glühbirnen herbei. Madeleine Kropf, die Regisseurin, nimmt ihren Platz vor der Bühne ein und räuspert sich. Einmal, zweimal - die Gespräche im Saal verstummen. «Wir beginnen», ruft sie den Schauspielern hinter dem Vorhang zu.

Wunsch nach mehr Luxus

Der Vorhang öffnet sich und zum Vorschein kommt das Bühnenbild, ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer. Es ist jenes der Familie Meili. Monika Meili alias Daniela Weber und Klaus Meili alias Mario Lorentz, bewohnen mit ihren zwei erwachsenen Kindern eine grosszügige Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Eine glückliche Familie - zumindest auf den ersten Blick.

Denn der Wunsch nach mehr Luxus, wie ihn Monikas Freundin Nadia alias Jacqueline Pilloud hat, wünscht sich die zweifache Mutter vergebens. Klaus ist ein Sparfuchs und seine geizige Art der Beginn so mancher Auseinandersetzung zwischen den beiden. Auch die nervige Nachbarin, die ständig unangekündigt und mit belanglosen Problemen die Wohnung der Meilis betritt, macht dem Ehepaar zu schaffen.

Nachbar wird zur Ehefrau

Als Monika gemeinsam mit ihrer Freundin einen dreitätigen Urlaub plant, wittert auch Klaus die Gelegenheit, einmal so richtig auf den Putz hauen zu können. Doch schon bald steckt Klaus in grossen Schwierigkeiten: Sein zukünftiger Chef taucht auf und will sich ein Bild von seiner Wohnung und seiner Familie machen. Doch Klaus' Frau ist noch immer weg. Die Lösung: Eine Ersatzfrau muss her. Sein schwuler Nachbar soll sich als seine Ehefrau verkleiden. Doch es kommt nicht so wie geplant. Und als wenn das noch nicht genug wäre, taucht plötzlich ein bisher unbekannter Sohn von Klaus auf, der gleichzeitig der neue Freund seiner eigenen Tochter ist. Das ganze droht in einer Katastrophe zu enden.

«Witzig kommt an»

«Wir haben uns für dieses Lustspiel in drei Akten aus verschiedenen Gründen entschieden», so Lorentz. Das Stück sei von allen Schauspielern als das Lustigste empfunden worden. Zudem wollten sie auch auf die Erwartungen ihres Publikums eingehen. «Am besten kommen witzige Theaterstücke an. Das Leben ist ernst genug», so der Präsident.
Premiere: Heute Abend, 20 Uhr, Quartierzentrum Föhrenwäldli, Fahrweid. Apéro ab 19.30 Uhr. Weitere Spieldaten: www.spielbuehne99.ch