Unterengstringen

«Spenglerarbeit der Extraklasse»: Gemeindehaus-Fassade erhält nationale Auszeichnung

So einzigartig, dass es Preise gewinnt: Das neue Unterengstringer Gemeindehaus an der Dorfstrasse.

So einzigartig, dass es Preise gewinnt: Das neue Unterengstringer Gemeindehaus an der Dorfstrasse.

Bei der siebten Verleihung der «Goldenen Spenglerarbeit» stach das modernste Limmattaler Verwaltungsgebäude 22 Konkurrenten aus – die Jury lobte die Fassade des Unterengstringer Gemeindehauses als innovativ und perfekt umgesetzt.

Nur alle drei Jahre verleiht der Verein der diplomierten Spenglermeister der Schweiz (VDSS) den Preis «Goldene Spenglerarbeit». Ein seltener Preis also. Verliehen wird er für besonders anspruchsvolle Spenglerarbeiten und Blechbekleidungen. Den Preis gewonnen hat jetzt die Zürcher Bauspenglerei Scherrer Metec AG. Und zwar für die von ihr hergestellte Fassade des 2017 eingeweihten Unterengstringer Gemeindehauses.

Der golden schimmernde und dank Rebmesser und Pflugschar heimatverbundene Blickfang aus farbeloxiertem Aluminium macht damit weit übers Limmattal hinaus von sich reden. So fand die Versammlung des Schweizer Spenglermeistervereins, an der der Preis verliehen wurde, am Freitag in Vevey statt. Die Jury hatte 23 Objekte zu beurteilen.

Den Preis hätte die Scherrer Metec AG ohne Tilla Theus und deren Architekturfirma nicht gewinnen können, hat diese doch den Neubau des Gemeindehauses entworfen. Und dabei die Idee für das Metall-Spitzenkleid mit Identifikationscharakter gehabt. Ezio Rossi, der fürs Gemeindehaus zuständige Projektleiter bei der Tilla Theus und Partner AG, ist daher auch erfreut.

Er hat gestern Montag von der Auszeichnung erfahren und sagt: «So ein Preis ist immer eine schöne Überraschung.» Dass es soweit kommen könnte, daran hatte er gar nie gedacht. «Wenn wir einen Neubau entwerfen, sind mögliche Preise überhaupt kein Thema.»

Rossi erinnert sich noch, wie die Zusammenarbeit mit Scherrer Metec zustande kam. «Von Anfang an hatten wir mit Scherrer Metec Kontakt aufgenommen, damit wir die Fassade unseren architektonischen Ansprüchen und der technischen Machbarkeit entsprechend entwerfen konnten. Da wir bei anderen Projekten schon mit ihnen zusammengearbeitet hatten, wussten wir, was sie können.» So viel zum Entwurf der Fassade. Um den tatsächlichen Auftrag zur Herstellung der Fassade zu erhalten, musste sich die Scherrer Metec dann in der Ausschreibung gegen andere Spengler-Firmen durchsetzen.

«Spenglerarbeit der Extraklasse»

Letztmals war Rossi im Juli 2017 beim Unterengstringer Gemeindehaus, als dessen grosses Einweihungsfest stattfand. Ein weiteres Gemeindehaus hat das Büro Tilla Theus bisher nicht entworfen. «Aber wer weiss, vielleicht kommen jetzt noch andere hinzu», sagt Rossi mit einem Lachen.

Bei der Auswahl der Preisträger waren für die Jury neben der Architektur der Zeitgeist der gestalterischen Ideen und deren Umsetzung wichtige Kriterien, wie die Jury in einer Mitteilung schreibt. Den Architekturentwurf lobt die Jury als «wunderbar, ästhetisch, innovativ und perfekt umgesetzt». Die Jury sei auf eine «Spenglerarbeit der Extraklasse» getroffen, die die Möglichkeiten der modernen Metallbearbeitung in der kreativen Architektur voll und uneingeschränkt zur Geltung bringe, «vom Dachfirst bis zu den Fassadenfüssen».

Weitreichende Berufserfahrung, gesamtheitliches, innovatives und konstruktives Denken sowie ein adäquater Maschinenpark und hohe handwerkliche Kompetenz seien Bedingung dafür gewesen, dass diese Fassade überhaupt möglich war. «Mit traditioneller Berufskunde alleine war das nicht zu bewerkstelligen», heisst es in der Mitteilung.

Der Preis «Goldene Spenglerarbeit» wurde heuer zum siebten Mal verliehen. Erstmals fand die Preisverleihung 1999 statt. Auch im Gemeinderat sorgt der Preis für die Gemeindehaus-Fassade für gute Laune. «Das freut uns sehr», sagt der Unterengstringer Hochbauvorstand Simon Wirth (FDP), der gestern von der Limmattaler Zeitung von der Preisverleihung erfahren hat. Und noch ein Preisgewinn liegt im Bereich des Möglichen. So ist das Gemeindehaus als eines von 21 Projekten für den Award für Marketing und Architektur 2018 nominiert. Da es hierbei auch einen Publikumspreis gibt, können alle Interessierten per E-Voting mitbestimmen, wer gewinnt.

Das neue Gemeindehaus wurde zwischen 2015 und 2017 gebaut. Den Baukredit von 8,8 Millionen Franken hatte das Unterengstringer Volk im März 2015 mit einem Ja-Anteil von 54,4 Prozent genehmigt.

Hier der Link zum E-Voting des Awards für Marketing und Architektur. 

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