Geroldswil
Spendengelder für syrische Ärzte: Das Fernsehen liefert nötigen Kontakt

Die katholische Kirche spendet einer Gruppe syrischer Ärzte in Istanbul 9'000 Schweizer Franken. Das Geld gelangt über einen speziellen Kanal an den Bestimmungsort.

Sandro Zimmerli
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Die katholische Kirche in Geroldswil spendet 9'000 Franken. (Archivbild)

Die katholische Kirche in Geroldswil spendet 9'000 Franken. (Archivbild)

Aargauer Zeitung

Es waren erschütternde Bilder, die über den Bildschirm flimmerten. Während die Terrormiliz Islamischer Staat auf die syrische Grenzstadt Kobane vorrückte, waren Zehntausende Menschen auf der Flucht.

Ihr Ziel: die nahe gelegene Türkei. Dort fanden sie in Flüchtlingscamps Zuflucht. Was sie an Elend sah, schockierte Brigitte Geyer. «Die Nachrichten aus Syrien können niemanden kalt lassen», sagt sie. Deshalb wollte sie helfen, wollte ihre Kollegen in der katholischen Kirchenpflege Geroldswil von einer Spende überzeugen.

«Wir haben in der Kirchenpflege sowohl ein Spendenbudget für das Inland, als auch eines für das Ausland», so Geyer. Dabei gelte, dass die Kirche nur Direktspenden mache. «Oft handelt es sich dabei um Projekte, an denen Personen beteiligt sind, die wir persönlich kennen», sagt Geyer.

Einen Kontakt nach Syrien oder in die Türkei gab es jedoch nicht. Da kam Geyer eine Idee. Sie fragte beim Schweizer Fernsehen an. Dort musste zumindest ein Auslandkorrespondent tätig sein, der sich mit der Lage der Flüchtlinge beschäftigt, dachte sie.

«So bin ich auf Ruth Bossart gestossen, die zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Istanbul wohnt. Sie berichtete regelmässig für das Fernsehen über Situation an der türkisch-syrischen Grenze», so Geyer.

Ultraschallgerät wird gekauft

Bossart stellte den Kontakt zu einer Gruppe syrischer Ärzte her, die syrische Flüchtlinge in Istanbul behandeln. Die Vorgaben für eine Direktspende waren erfüllt. 9000 Franken wurden schliesslich gespendet.

«Mit dem Geld konnten die Ärzte ein gebrauchtes Ultraschallgerät, Medikamente und Schulmaterial kaufen», so Geyer. Besonders freut sie aber, dass die Aktion der katholischen Kirche bereits weitere Kreise gezogen hat. «An der Schule von Ruth Bossarts Sohn wurden Spielsachen für syrische Flüchtlingskinder gesammelt», erklärt sie.

Geyer hofft, dass weitere Institutionen oder Personen dem Beispiel der katholischen Kirche Geroldswil folgen. Für sie ist klar: «Den Menschen soll, so gut es geht, vor Ort geholfen werden.» Flüchtlinge seien nirgends willkommen.

Ihr Leben sei alles andere als einfach. «Diese Menschen würden gerne in ihrer Heimat, bei ihren Familien bleiben. Medizinische Versorgung, warme Kleidung, Unterkunft und Essen sind plötzlich nicht mehr selbstverständlich», sagt sie.

Ihr sei bewusst, dass die Spende nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei. Doch es gelte, Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen. «Und auch mit einer kleinen Spende kann man Menschen glücklich machen.»

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