Limmattal
Spargelliebhaber müssen sich sputen

Wer Spargeln mag, muss sich mit dem Gang in die Gemüseabteilung beeilen: Heute werden die letzten Spargeln gestochen – der Johanni-Tag, der 24. Juni, gilt in der Schweiz und in Deutschland als offizielles Ende der Spargelsaison.

Katja Landolt
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Andreas Tschanz bringt die letzten Spargeln in den Hofladen. Ksc

Andreas Tschanz bringt die letzten Spargeln in den Hofladen. Ksc

Limmattaler Zeitung

«Stich den Spargel nie nach Johanni», lautet eine Bauernregel oder «Kirschen rot, Spargel tot». Ab morgen soll die Pflanze ruhen, damit sie genügend Kraft für nächstes Jahr sammeln kann.

Es war eine Spargelsaison, die es in sich hatte: Weil der Frühling so warm und trocken war, konnten die ersten Spargeln bereits am 11. April geerntet werden – rund drei Wochen früher als üblich. «Das war so früh, wie seit Jahren nicht mehr», sagt Landwirt Andreas Tschanz aus Geroldswil.

Vorteil Trockenheit

Die grosse Trockenheit, die den Spargel so aus dem Boden getrieben hat, hatte für Tschanz hauptsächlich Vorteile: «Drei Wochen früher ernten, drei Wochen länger verkaufen, drei Wochen mehr Umsatz.» Und: Das gute Wetter hat nicht nur zur guten Ernte, sondern auch zur grossen Nachfrage beigetragen: «Wenn das Wetter schlecht ist, essen die Leute keine Spargeln; Spargeln sind ein Schönwettermenü», sagt Tschanz.

Ein weiterer Vorteil: Die Bauern konnten jederzeit aufs Feld, ohne auf das Wetter achten zu müssen. «Wir wurden total verwöhnt», sagt Tschanz. Auch den Pflanzen hat die Trockenheit nicht viel anhaben können; Spargeln wurzeln sehr tief und finden noch lange genügend Feuchtigkeit. Die Regengüsse der letzten Tage hat Tschanz nicht nur mit einem lachenden, sondern auch mit einem weinenden Auge registriert. «Regen bedeutet Stress», sagt er. Die Spargeln seien hochempfindlich auf Bodenverdichtung. «Und jetzt, da wir mit den Maschinen aufs Feld müssten, um die nächsten Arbeiten zu verrichten, ist der Boden nass.»

Spargeln: noch besteht Hoffnung

Wer heute im Laden vor einem leeren Regal steht, für den besteht noch ein Fünkchen Hoffnung, doch noch an einen Bund Spargeln zu kommen: «Den grünen Spargel werden wir noch zwei, drei Tage länger stechen», sagt Tschanz. Der Grund: Im Wiesentäli liegt das Feld schattiger, die Ernte hat hier etwas später begonnen.