Geroldswil
Spargelernte: Ein Augenschein in Geroldswil

Vom Feld auf den Ladentisch innert zweier Stunden: Ein Augenschein auf Feld und Hof von Spargelbauer Andreas Tschanz wo die Spargelbünde wie warme Weggli weggehen.

Katja Landolt
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Mit der Spargel-Spinne werden die Plastikblachen angehoben
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Der frisch gestochene Spargel
Die frisch gestochenen Spargeln werden verladen
Die Waschstation für die Spargeln vom Feld
Andreas Tschanz legt die Spargeln aufs Förderband
Die Spargeln werden sortiert und für den Verkauf vorbereitet
Der Weg von der gestochenen Spargel bis zum Verkauf in Geroldswil
Grüne Spargelköpfli
Die Kunden kaufen im Hofladen die frisch gestochenen Spargeln

Mit der Spargel-Spinne werden die Plastikblachen angehoben

Katja Landolt

Der Boden zwischen den Dämmen ist noch klebrig vom Regen der letzten Tage, saugt hartnäckig an den Schuhsohlen. Die Sonne drückt bereits, die Spargelstecher haben eben die kurzen Hosen angezogen. Meter für Meter suchen sie seit den frühen Morgenstunden die Dämme auf den Feldern unterhalb von Geroldswil nach den weissen Köpfchen ab, die vorwitzig aus der sandigen Erde gucken.

Sommerwetter ist Spargelwetter

Mit einer Schaufel legen sie die bleiche Stange frei und nach einem kleinen Stoss mit dem Spargelmesser ziehen sie den Spargel aus der Erde. In zwei Stunden wird der Spargel im Hofladen über den Ladentisch gehen. Es ist wunderschönstes Sommerwetter - Spargelwetter.

Spargelbauer Andreas Tschanz lupft die ersten Kessel mit den Spargeln in sein Auto. Die Stangen liegen im Wasser, reiben quietschend aneinander. Langsam ruckelt Tschanz mit dem Auto über die Feldwege, weicht Hunden und Spaziergängern aus.

Hinten im Kofferraum plätschert es bei jeder Unebenheit. «Das Wasser ist nötig, damit die Spargeln sich nicht aufwärmen», sagt Tschanz. Jetzt haben sie noch eine Temperatur von rund zwölf Grad. Im Laufe des Tages soll es aber rund 30 Grad warm werden, viel zu viel für die zarten Pflänzchen.

«Das schlägt aufs Gemüt»

Das Wetter meint es diesen Frühling sowieso nicht allzu gut mit den Spargelbauern. «Die enormen Temperaturschwankungen tun nicht nur den Pflanzen weh, sondern auch den Spargelstechern», sagt Tschanz. Tagelang warten die Stecher auf regenfreie Tage, um dann innert der wenigen Sonnentage Höchstleistungen zu erbringen. «Das schlägt aufs Gemüt.»

Tschanz biegt auf den Hof an der Dorfstrasse ein. Sofort kommen die Spargeln in einen Schocker, einen Spargelkühler, in dem sie auf null Grad heruntergekühlt werden. «Wie, ist ein Geheimnis», sagt Tschanz. Es sei eine langwierige Sache, den optimalen Kühlvorgang einzustellen.

Sind die Spargeln kalt, werden sie auf ein Förderband sortiert. Eine Maschine wäscht das Gemüse und schneidet es auf eine Länge von 22 Zentimetern. Eine Angestellte kontrolliert grob, ob die Stangen unverletzt sind und die Köpfchen schön geschlossen oder ob sonst ein Makel sichtbar ist.

Die Spargeln gehen wegg wie warme Weggli

Was nicht gut ist, wird aussortiert. Die aussortierten Stangen werden anderweitig verarbeitet. Zu Spargelcremesuppe beispielsweise, Anita Tschanz pröbelt schon lange an der perfekten Suppe, die dann verkauft werden könnte. Und die ganz dünnen Spargeln werden zu «Spargeln im Glas», eingelegt in Salzwasser.

Die guten Stangen werden nochmals sortiert und nach Dicke oder Kundenwunsch gebündelt. Die Bünde gehen weg wie warme Weggli, ein Kunde nach dem andern kommt zum Hofladen. Kaum aus dem Boden landet der Spargel bereits in der Pfanne.