Um den Sitz des zurücktretenden Reto Dehrungs (parteilos) bewirbt sich mit Paul Gähler (CVP) nur ein neuer Kandidat. Zwar stellten FDP und SVP nach Dehrungs Rücktrittsankündigung Kampfkandidaten in Aussicht. Keine der beiden Parteien schickte dann aber jemanden ins Rennen. Und die links-grünen Parteien scheinen das traditionell bürgerlich wählende Birmensdorf abgeschrieben zu haben. Die sieben Namen für die Exekutive sind damit wohl gesetzt.

Gähler schied überraschend aus

Gähler ist kein Unbekannter: Bei den Wahlen 2010 schied der damalige amtierende Bauvorstand als Überzähliger aus, obwohl er das absolute Mehr erreicht hatte. Seine Niederlage kam überraschend. Die Parteileitung nannte Probleme bei der Zustellung der Wahlwerbung als mögliche Ursache. Pikant war, dass CVP-Präsident Martin Missfelder Gählers Konkurrenten, Bruno Knecht (parteilos), gar zur Kandidatur ermutigt hatte, um den Wählern eine Auswahl bieten zu können. Dies erwies sich als Bumerang: Knecht schlug Gähler in der Folge um 80 Stimmen und zog an seiner Stelle in den Gemeinderat ein. Für die kommende Legislatur will Gähler nun in die Exekutive zurückkehren.

Angesichts der guten Zeugnisse, die ihm seine Ratskollegen nach seinem Ausscheiden ausstellten, und der mangelnden Konkurrenz dürfte Gähler es schaffen, seinen Sitz zurückzuerobern. Wird er gewählt, so ist die CVP nach vierjähriger Abwesenheit wieder in der Exekutive vertreten. Auch die Bisherigen Werner Haab (SVP), Annegret Grossen (FDP), Barbara Puricelli (FDP), Hans Rudolf Keller (SVP) und Bruno Knecht (parteilos) sitzen politisch fest im Sattel. Gemeindepräsident Werner Steiner (SVP) hat denn auch bei seiner Kandidatur für das Präsidium keine Konkurrenz zu fürchten.

Showdown bei Sozialbehörde

Zu einem Showdown wird es aber auf einem Nebenschauplatz der Wahlen kommen: Für die Sozialbehörde, die auf die nächste Legislaturperiode von sechs auf vier Mitglieder reduziert wird, stehen dem Stimmvolk fünf Kandidaten zur Wahl. Neben den Bisherigen Edwin Egeter, Ellen Kläy (beide FDP), Christine Mouwen (CVP) und Joachim Wurm (parteilos) stellt sich auch der parteilose bisherige Sekundarschulpfleger Marco Romagnoli neu zur Wahl.

Die Kandidaten der FDP und CVP können wohl auf die Stimmen der Parteiwählerschaft zählen. Ihre Sitze dürften damit kaum ins Wanken geraten. Und da amtierende Behördenmitglieder bei Erneuerungswahlen immer einen gewissen Vorteil haben, ist es auch fraglich, ob Romagnoli Wurm wird verdrängen können.