Schlieren
SP will einen zweiten Sitz in der Bürgerrechtskommission

Die interfraktionelle Konferenz wurde sich über die Sitzverteilung in der Schlieremer Bürgerrechtskommission nicht einig. Die SP stellt jetzt zwei zusätzliche Kandidaten auf. Auch der Quartierverein stellt eine Kandidatin.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen
Béatrice bürgin, SP-Parteipräsidentin Schlieren, will einen Sitz in der Bürgerrechtskommission erkämpfen.

Béatrice bürgin, SP-Parteipräsidentin Schlieren, will einen Sitz in der Bürgerrechtskommission erkämpfen.

Limmattaler Zeitung

Nachdem die Schlieremer Stadtratswahlen vom 9. Februar für keine Überraschungen sorgten, lässt die SP beim Kampf um die acht Sitze der Bürgerrechtskommission Spannung aufkommen: Nach der ersten Frist für die Kandidatennomination standen nur sieben bürgerliche Mitglieder auf der Liste.

Nun hat die SP Schlieren vor dem Ablauf der zweiten Frist von kommendem Montag zwei zusätzliche Kandidaten aufgestellt, wie Parteipräsidentin Béatrice Bürgin auf Anfrage bestätigt: Neben dem Bisherigen Jürg Brem will auch Bürgin selbst einen Sitz für ihre Partei erkämpfen.

Der Bürgerrechtskommission obliegt der Entscheid über die Erteilung des Stadtbürgerrechts an zugezogene Schweizer und Ausländer. Grund für die Kampfkandidatur der SP ist laut Bürgin, dass man sich in der vorberatenden Sitzung der interfraktionellen Konferenz (IFK) mit den Bürgerlichen über die künftigen Kräfteverhältnisse im Gremium nicht einig wurde und daher keine gemeinsame Wahlliste aller Parteien zustande kam. Bisher waren SVP und FDP mit je zwei, die CVP mit drei Mitgliedern und die SP mit einem Mitglied in der Kommission vertreten.

Kein Kampf um Schulpflege

Weniger spektakulär als die Wahl der Bürgerrechtskommission wird wohl die der zehn Mitglieder der Schlieremer Schulpflege: Alle Bisherigen treten wieder an. Dass es hier zu keinem Rücktritt kam oder eine Partei Anspruch auf einen zusätzlichen Sitz erhebt, sei in den letzten Jahren nie vorgekommen, sagt Barbara Angelsberger, die Präsidentin der FDP Schlieren. Reicht keine der Parteien bis Montag weitere Wahlvorschläge ein, bleiben die bisherigen Schulpfleger auch nach der Wahl vom 18. Mai in ihrem Amt. Demnach bliebe es beim Verhältnis von zwei SP-, einem CVP-, zwei FDP-, drei SVP- und zwei QVS-Sitzen. (fni)

Angriffe auf Bisherige gab es kaum

Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass bisherige Kommissionsmitglieder bei Erneuerungswahlen nicht angegriffen werden. «Die CVP ist derzeit aber mit drei von acht Sitzen klar übervertreten», sagt Bürgin. Die bisherigen Vertreterinnen der CVP, Gabrièle Estermann, Trudy Schönbächler und Jeannette Stähelin, hätten gegenüber der SP erklärt, dass keine von ihnen freiwillig von ihrem Amt zurücktreten wolle. «Wir haben nun beschlossen, trotzdem um einen zweiten Sitz zu kämpfen», sagt die SP-Präsidentin.

Nun, da die Kampfwahl um die Sitze in der Bürgerrechtskommission lanciert ist, doppelt der Quartierverein Schlieren (QVS) nach: Auch er stellt mit Margret Jakal eine eigene Kandidatin auf. «Wenn sich die IFK auf acht Kandidaten hätte einigen können, hätten wir darauf verzichtet, mit einer eigenen Kandidatin anzutreten», erklärt Parteipräsident Jürg Naumann. Nun, da die Kräfteverhältnisse ohnehin infrage gestellt würden, sei aber alles wieder offen.

Die SVP erhebt weiterhin Anspruch auf ihre zwei Sitze in der Bürgerrechtskommission. Sie schickt mit Thomas Bolliger und Rosmarie Schmid zwei neue Kandidierende ins Rennen. Für die FDP kandidieren bei der Wahl vom 18. Mai die beiden Bisherigen Peter Britschgi und Sasa Stajic. Die GLP verzichtet trotz der lancierten Kampfwahl darauf, Kandidaten für die Bürgerrechtskommission zu stellen, wie Andreas Kriesi, Präsident der GLP Schlieren auf Anfrage mitteilt: «Wir stellen niemanden, weil wir derzeit keinen Wahlkampf machen wollen.»