In der kleinsten Gemeinde hat es mehr, in der grössten dafür weniger. So lassen sich die aktuellen Zahlen zu den Sozialhilfeempfängern im Bezirk Dietikon zusammenfassen. Diese veröffentlichte das kantonale Amt für Statistik für das Jahr 2015 erst kürzlich. Mit 0,9 Prozent hat Aesch den grössten prozentualen Zuwachs, den grössten Rückgang dieser Kennzahl liegt bei der Stadt Dietikon. Bereits Anfang November verkündete diese, dass die Sozialhilfequote um 0,6 Prozent von 7 auf 6,4 zurückging. Nach dem Bezirk Zürich (4,5 Prozent) hat der Bezirk Dietikon (4,3) den zweithöchsten Wert des ganzen Kantons. Er sinkt jedoch erstmals seit 2011 leicht um einen Wert von 0,1 Prozentpunkten. Der kantonale Schnitt liegt bei 3,2 Prozentpunkten.

Noch im Jahr 2014 waren in Aesch lediglich 0,2 Prozent der Bevölkerung auf die Sozialhilfe angewiesen, ein Jahr später waren es 1,1 Prozent. Dies entspricht in absoluten Zahlen 13 Personen. Für Gemeindeschreiberin Claudia Trutmann ist dies jedoch keineswegs Grund zur Sorge. «Dabei handelt es sich um absolut normale Schwankungen», sagt sie. Ausreisser kommen in der Tat oft vor.

In den letzten zehn Jahren lag die Quote der Gemeinde stets unter 0,6 Prozent. Ausser in den Jahren 2007 (1,4 Prozent), 2009 (1,3) und 2015 (1,1). Dies erklärt Trutmann damit, dass es einige «nicht klassische» Fälle von Sozialhilfebezügern gebe. Etwa wenn der Kanton entscheide, Asylsuchende vorläufig aufzunehmen oder jemand auf die Auszahlung von Leistungen der Arbeitslosenversicherung warte, würden diese Einwohner von der Sozialhilfe unterstützt. «Für 2016 rechnen wir mit einem Rückgang», so Trutmann. Es sei also kein Trend erkennbar.

Mehrkosten in Schlieren

Auch Unterengstringen verzeichnete im Jahr 2015 einen Zuwachs an Sozialhilfeempfängern um 0,6 Prozent. Gemeindeschreiber Jürg Engeli verweist darauf, dass es sich bei einer Gemeinde von der Grösse Unterengstringens bei einem solchen Zuwachs lediglich um wenige zusätzliche Fälle handle. «Dies darf nicht überbewertet werden.» Hauptgrund für den Zuwachs seien Menschen, die keine Leistungen mehr von der Invalidenversicherung erhalten und solche, denen die Kleinkinderbetreuungsbeiträge gestrichen worden seien.

Ebenfalls leicht mehr Sozialhilfebezüger verzeichnet Schlieren. Der Zuwachs um 0,2 Prozent von 4,6 auf 4,8 wurde in der Sozialabteilung noch nicht analysiert, wie Ressortvorstand Christian Meier (SVP) auf Anfrage sagt. «Doch stellen wir fest, dass es stets schwieriger wird, Bezüger wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.» Der Anstieg dieser Zahlen widerspiegelt sich nicht in den Kosten.

So waren in der Rechnung 2014 wie auch 2015 Kosten für die gesetzlich wirtschaftliche Hilfe von rund 8,4 Millionen Franken ausgewiesen. Wie Claude Chatelain, Abteilungsleiter Soziales der Stadt Schlieren, sagt, habe es dennoch Bruttomehrkosten gegeben im Umfang von rund 1,5 Millionen, da die Bezüger älter geworden seien. Diese Kosten konnten jedoch grösstenteils an den Kanton weiterverrechnet werden. «Dies kann jedoch nicht unbefristet so gehandhabt werden, da der Kanton nur für eine gewisse Dauer diese Beträge übernimmt», so Chatelain.

Rückgang Weiningen

Bessere Nachrichten gibt es aus Weiningen, wo es mit 0,4 Prozentpunkten weniger – von 3,5 auf 3,1 Prozent – den zweitgrössten Rückgang nach der Stadt Dietikon zu verzeichnen gibt. Sozialvorstand Reto Beutler (FDP) begründet dies mit dem Bevölkerungswachstum der Gemeinde. «Die genauen Zahlen müssen jedoch erst analysiert werden», lässt er ausrichten. Aktuell hat die Gemeinde zwischen 60 und 70 Personen, die Sozialhilfe beziehen.

Mehr als einhundert Mal so viel – genau 784 Fälle – wurden im Jahr 2015 in Dietikon betreut. Dabei handelt es sich um 50 weniger, als es im Vorjahr waren. Der Dietiker Sozialvorsteher Roger Bachmann (SVP) erklärte dies damit, dass einfache Fälle von kaufmännischem Personal geführt werden, sodass spezialisiertes Personal sich eher auf die komplexen Fälle fokussieren kann. Zudem würden systematisch Hausbesuche bei Neuanmeldungen durchgeführt, was bessere Interventionen ermögliche. Dies hat auch Minderausgaben zur Folge. So gab die Stadt Dietikon im 2015 mit 26,5 Millionen 2,2 Millionen Franken weniger aus als im Vorjahr.