Am Dienstag machte dann der Dietiker Stadtrat bekannt, dass er die Tagesfamilienvermittlung ab 2017 nicht mehr durch den Sozialdienst, sondern durch den Kinderkrippenverein Dietikon durchführen lässt. In derselben Woche gehen dem Sozialdienst gleich zwei Aufträge flöten. Hat der Zweckverband Sozialdienst noch eine Zukunft? Alles halb so wild, winkt Geschäftsleiter Ueli Meier ab. Denn die Tagesfamilienvermittlung und die Jugendberatung sind die einzigen Angebote des Sozialdiensts, bei denen schon von Anfang an nicht alle Gemeinden aus dem Bezirk mitmachten.

Der Zweckverband selbst und seine weiteren Angebote wie etwa der Job-Bus für Sozialhilfeempfänger stehen nicht zur Debatte – hier ist man sich über Partei- und Gemeindegrenzen hinaus einig, dass sie nötig sind.

Bei der separaten Jugendberatung gilt diese Aussage aber nicht mehr. Nun muss der Sozialdienst auf die Kündigung des Anschlussvertrags von Geroldswil reagieren. So stellte Ueli Meier bereits vor der Geroldswiler Gemeindeversammlung in Aussicht, dass die nicht angeschlossenen Gemeinden künftig keine Dienstleistungen der Jugendberatung Blinker mehr einkaufen können würden. Das könnte die Geschäftsleitung in Eigenregie entscheiden, ohne Rücksprache mit den Gemeinden. Vorerst wird aber darauf verzichtet.


Gebührenerhöhung in der Pipeline


«Wir wollen jetzt nicht in Hektik verfallen», sagt Meier. «Zuerst nehmen wir Rücksprache mit den Mitgliedsgemeinden. Erst dann wird entschieden, ob die Jugendberatung auch nach dem 31. Dezember 2018 noch den nicht angeschlossenen Gemeinden zur Verfügung stehen soll und wenn ja, in welcher Form». Meier hält aber fest: «Das günstige À-la-carte-Angebot, von dem die nicht angeschlossenen Gemeinden profitieren, können wir nicht mehr in dieser Form weiterführen, das ist schon klar.»

Eine Lösung wäre es, den nicht angeschlossenen Gemeinden wie Unterengstringen und Uitikon die Gebühren massgeblich zu erhöhen, die sie momentan für die Jugendberatung zahlen. Zurzeit betragen diese 150 Franken pro Stunde. Eine Erhöhung könnten die Mitgliedsgemeinden problemlos an der Delegiertenversammlung im April beschliessen. «Wir werden Vorschläge ausarbeiten», sagt Meier dazu.

Jugendberatung verliert viertgrössten Beitragszahler

So oder so entgehen der Jugendberatung durch den Austritt Geroldswils ab 2019 jährliche Beiträge von etwa 40 000 Franken. Die sieben angeschlossenen Gemeinde bezahlen nach Einwohnerzahl, nun fällt der viertgrösste Beitragszahler weg. Zudem wird der «Blinker» wegen des Austritts voraussichtlich weniger Arbeit haben. Auch darauf müsste der Sozialdienst reagieren. «Wir sind bedarfsorientiert und richten unsere Ressourcen so aus, dass der Austritt von Geroldswil die Kosten für die anderen Mitgliedsgemeinden nicht erhöhen wird», sagt Meier. Änderungen am Personalbestand könnten daher nötig werden.

Meier betont weiter, dass der durch die Gemeinden zu tragende Aufwandüberschuss im Jahr 2018 wieder sinke. Der Anstieg 2017 ist bekanntlich auf ein neues Logo zurückzuführen. Diese Investition fällt 2018 wieder weg. Das dürfte die Geroldswiler freuen; wird ihre letzte grosse Zahlung an die Jugendberatung kleiner sein als die vorjährige. Gerade die Kosten waren ein gewichtiges Austrittsargument.

Meier wäre die Mitgliedschaft Geroldswils lieber gewesen. Jedoch bringt er Verständnis auf: «Finanziell sind die Gemeinden nun mal nicht auf Rosen gebettet, da muss man mit solchen Entscheiden rechnen.»