Oberengstringen
Sozialarbeit: «Wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Qualität»

Nach einer vierjährigen Probephase soll die Schulsozialarbeit auf nächstes Schuljahr definitiv eingeführt werden. Die jährlich wiederkehrenden Kosten für ein 80-Prozent-Pensum belaufen sich auf 105 000 Franken.

Sandro Zimmerli
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Die Schulsozialarbeit in Oberengstringen hat sich bewährt. Deshalb soll das Anfang 2008 begonnene und auf vier Jahre befristete Projekt im kommenden Schuljahr nun definitiv eingeführt werden. Die jährlich wiederkehrenden Kosten für ein 80-Prozent-Pensum belaufen sich auf 105000 Franken. Dies geht aus dem Antrag der Schulpflege zuhanden der Gemeindeversammlung vom 6. Juni hervor. Unterstützung erhält die Schulbehörde dabei vom Gemeinderat, der ebenfalls hinter dem Antrag steht.

Wie die Schulpflege in der Weisung zur Gemeindeversammlung festhält, sei der Nutzen der Schulsozialarbeit bei Lehrern, Schülern, Eltern, Fachstellen und Behörden anerkannt. «Die Evaluation der Versuchsphase hat gezeigt, dass Schulsozialarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der Qualität unserer Schule leistet», heisst es dort.

Die Evaluation der Projektphase – sie dauerte von Januar 2008 bis Ende Schuljahr 2009/10 – fand laufend statt, schreibt die Schulpflege. Zu diesem Zweck seien jeweils per Ende Schuljahr statistische Auswertungen zur Schulsozialarbeit vorgenommen worden. Als Ergänzung habe man zudem zwei Befragungen der Schulschaffenden, eine Befragung von Schülern der Mittel- und Oberstufe sowie eine Befragung von anderen Fachstellen durchgeführt.

Jeder fünfte Schüler sucht Hilfe

Die Zahlen zeigten, so die Schulpflege, dass im Untersuchungszeitraum mindestens jeder fünfte Schüler bei der Schulsozialarbeiterin Hilfe gesucht habe. Pro Fall hätten rund drei Beratungsgespräche stattgefunden. Dabei sei festgestellt worden, dass Mädchen die Schulsozialarbeit häufiger nutzten als Knaben, besonders auf der Oberstufe. Allerdings habe die Zahl der männlicher Schüler, die bei der Schulsozialarbeit Hilfe suchen, in der Evaluationsperiode zugenommen.

Die in den Einzelberatungen am meisten diskutierten Themen stammen aus den Bereichen Familie, Identität/Psyche/Kultur, Beziehungen der Schüler untereinander und Disziplin in der Schule, wie die Auswertung weiter zeigt. In den Gruppenberatungen war in mehr als der Hälfte der Fälle die Beziehung der Schüler untereinander das Hauptthema. Positiv beeinflusst werden konnte die Entwicklung im Bereich von Mobbing. So sei die Zahl der erfassten Fälle klar zurückgegangen, hält die Schulpflege fest.

Ebenfalls zurückgegangen sei die Zahl der Klasseninterventionen. Die Teilnahme der Schulsozialarbeiterin an Projekten, Lagern, sowie weiteren schulischen Aktivitäten diene dem Aufbau und der Pflege von Beziehungen und erweise sich als sehr sinnvoll, ist aus der Weisung zu entnehmen.

Positiv fallen auch die Resultate der Befragungen aus, schreibt die Schulpflege weiter. Sie ergaben, dass die Schulmitarbeiter das Angebot gut nutzten und als unterstützend erlebten. Sie würden die definitive Einführung der Schulsozialarbeit als notwendig bis sehr dringlich erachten. Bei den Schülern habe sich gezeigt, dass sie das Angebot kennen und gut nutzen sowie ihm eine hohe Wirksamkeit zusprechen würden.

Als durchwegs positiv werde die Schulsozialarbeit von den Eltern beurteilt, obwohl Elternarbeit bisher nur in kleinem Rahmen erfolgen konnte. Die befragten Fachstellen würden die definitive Einführung von Schulsozialarbeit mehrheitlich als sehr dringlich erachten.