Dietikon
Sounddock im Zeichen der 70-er Jahre

Im Sounddock 14 in Dietikon liess am Wochenende die Band «More Experience» aus Basel die Siebziger Jahre wieder aufleben. Es ist die wohl beste Jimi Hendrix Cover-Band in Europa.

Daniel Egli
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Versetzten das Publikum zurück in die Flower-Power Zeit: «More Experience».

Versetzten das Publikum zurück in die Flower-Power Zeit: «More Experience».

Schweiz am Sonntag

Im September 1970 starb einer der grössten Musiker unserer Geschichte. Jimi Hendrix wurde im Londoner Samarkhand Hotel von seiner Band Tod aufgefunden. Ein paar Monate später hörte ein Junge namens Marcel Aebi auf einem Pausenplatz in Basel das erste Mal die Musik von Hendrix. Als der junge Aebi dann hörte, er würde Hendrix nie live sehen können, war die Idee geboren.

Als Cover-Band wollte er diese Musik weiterleben lassen. Zusammen mit Henry Imboden am Bass und später Marco «Coco» Brander am Schlagzeug gründeten sie die Band «More Experience». Nach über 800 Konzerten und knapp 25 Jahren traten sie diesen Freitag im Sounddock in Dietikon auf. Die wohl beste Jimi Hendrix Cover-Band in Europa.

Durchmischtes Publikum

Gespannt warteten die Zuschauer im Sounddock auf die drei Basler aus den Siebzigern. Von Jugendlichen mit langen Haaren und schwarzen Print-Shirts, über richtige Rocker mit Cowboystiefeln und Lederjacken bis zu nostalgischen Mitfünzigern, die wieder einmal das Peace-Zeichen in die Höhe halten wollten, war es ein sehr durchmischtes Publikum. Jimi Hendrix bewegt die Menschen halt auch noch vierzig Jahre nach seinem Tod.

Sobald die Band dann zu spielen begann verstand man, warum die «Basler Zeitung» einmal geschrieben hatte: «More Experience sei eine der besten Cover-Bands in unseren Gefilden». Die drei sympathischen Basler schafften es schon nach wenigen Minuten den ganzen Konzertraum zurück in die Zeit von Sex, Drugs, und Rock'n Roll zu befördern. Das Publikum sprang und tanzte zu den Klängen von Hendrix Klassikern wie «Purple Haze» oder «The wind cries Mary» wie wild.

Einziges Thema

Jimi Hendrix sei für sie immer das einzige Thema gewesen, erzählt Marcel Aebi. «Ich habe schon auch ab und zu einen eigenen Song geschrieben. Aber mit der Musik von Jimi kann ich mich so gut identifizieren, dass es fast meine eigenen Songs sind», meint Aebi. Auch Henry Imboden am Bass sieht das so. Sie hätten auch nie eine Krise in der Band gehabt. «Es ist immer sehr gut gegangen und wir sind ein eingeschworenes Team», so Imboden.

Nach dem Konzert schien es, als breche die Realität mit voller Wucht über das Publikum herein. Beim verlassen des Sounddock hätte so manch einer sich wohl lieber am Woodstock wiedergefunden als in der Industrie von Dietikon. Aber für ein paar wenige Stunden hat «More Experience» sie wieder aufleben lassen. Die Zeit der freien Liebe, der Blumen und des Friedens.

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