Dietikon

Sounddock 14: Es hat sich noch lange nicht ausgerockt

Nun können sie wieder lachen: Sarah (links) und Romina Küng betreiben mit ihren Eltern das Sounddock14.  BHI

Nun können sie wieder lachen: Sarah (links) und Romina Küng betreiben mit ihren Eltern das Sounddock14. BHI

Beinahe wäre der heutige Auftritt der amerikanischen Band Canned Heat im Sounddock 14 zu einer traurigen Angelegenheit geworden. Bis vor kurzem sah noch alles danach aus, als müsste das Konzert den Schlusspunkt des Dietiker Konzertlokals markieren.

Sogar über eine Abschiedsparty für das Sounddock 14 hatten sich Romina Küng und Sarah Küng, die das Lokal gemeinsam mit ihren Eltern betreiben, schon Gedanken gemacht. Denn im letzten Sommer wurde ihnen überraschend der Pachtvertrag gekündigt: Diesen September hätten sie das Feld räumen müssen.

Noch keine Zeit für Champagner

Doch dann erreichte die Familie Küng im letzten Moment eine Nachricht, die sie nicht mehr erwartet hätten. «Uns ist der Vertrag nun doch noch verlängert worden», sagt Sarah Küng. Mindestens bis Ende 2012, vielleicht sogar ein Jahr länger, darf das Sounddock 14 noch weiterrocken.

Die Erleichterung bei der Familie Küng ist gross. «Wir freuen uns natürlich riesig», sagt Sarah Küng und strahlt. Sie hätten jedoch noch gar keine Gelegenheit gehabt, die gute Nachricht mit einer Flasche Champagner zu feiern. «Wir haben seit einiger Zeit versucht, uns mit dem Gedanken an das Ende des Sounddocks 14 abzufinden, was uns allen sehr schwer fiel», erklärt sie. Nach der emotionalen Berg-und-Tal-Fahrt des letzten Jahres müsse man nun erst einmal tief durchatmen.

Schwierige Suche

Diese begann im letzten Sommer, als der Familie, die das Sounddock 14 in den letzten sechs Jahren zu einem professionell geführten Konzertlokal ausgebaut hat, die Vertragskündigung ins Haus flatterte. Die Ankunft des Briefs bezeichnete Jonas Küng damals als «Schock». Zwar habe man immer gewusst, dass die Entwicklung der Überbauung Limmatfeld das Sounddock 14 irgendwann bedrohen würde – doch nicht vor 2016. Als Grund für die schlechte Nachricht gab der Landbesitzer an, es habe sich eine Änderung im zeitlichen Ablauf des Bauprojektes ergeben.

Für die Familie Küng, die aus der grossen Lagerhalle heraus nicht nur das Sounddock 14, sondern auch das zweite Familienunternehmen, die Bauproduktefirma Burmak, betrieb, begann eine fieberhafte Suche nach einem neuen Standort. Nichts liessen sie unversucht: Sie schrieben Briefe an mögliche Vermieter, recherchierten, besichtigten, baten die Stadt um Hilfe. Für die Firma Burmak fand sich bald eine neue Bleibe in Bergdietikon. Doch für das Sounddock 14 blieb die Suche erfolglos.

«Beste Nachricht des Jahres»

Dass dem Konzertlokal an der Limmatfeldstrasse nun doch noch eine Galgenfrist gegeben wird, liegt daran, dass das Baufeld an einen neuen Besitzer verkauft worden ist. Dieser habe sich bereit erklärt, den Vertrag zu verlängern, sagt Sarah Küng. Sobald der detaillierte Bauplan stehe, werde man erfahren, wie lange man genau noch bleiben dürfe. Unterdessen geht die Suche nach einem neuen Standort weiter: «Jetzt sind wir quasi wieder am Anfang, wo wir schon mal waren», sagt Sarah Küng.

Doch zuerst gilt es nun, ein neues Herbstprogramm auf die Beine zu stellen. Romina Küng ist zuversichtlich: «Drei Konzerte stehen schon, der Rest ist in Planung», sagt sie. Und dass die Fangemeinde nach wie vor hinter dem Sounddock 14 steht, ist offensichtlich: Kaum traf die Nachricht der Verlängerung ein, kauften die Leute wieder Jahreskarten – und auf Facebook hagelte es Gratulationen: «Cool» und «super» steht da, «hammermässig» und sogar «die beste Nachricht des Jahres».

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