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Sonne, Meer und Italienische Küche: Unser Schlieremer Kolumnist verliert sich in seinen Tagträumereien

Sonne, Meer und Italienische Küche: Unser Kolumnist Martin von Aesch schwelgt von seinem Traumziel. (Symbolbild)

Sonne, Meer und Italienische Küche: Unser Kolumnist Martin von Aesch schwelgt von seinem Traumziel. (Symbolbild)

Ins Homeoffice gezwungen bezwingen wir unseren Alltag. Auslandsreisen oder Ferien am Strand sind nach wie vor auf eis gelegt. Martin von Aesch schreibt in seiner Coronakolumne, welche Tagträume ihn in Coronazeiten begleiten.

Auch wenn in diesen Tagen vieles verboten ist, etwas dürfen wir noch: träumen. Träumen, wovon wir wollen. Zum Beispiel von unserer nächsten Reisedestination. Von einem Urlaub also, der alles bietet, was unser Herz begehrt.

Meine Präferenzen sind klar: Sonne, Meer, historische Bauten, interessante Museen, pittoreske Städtchen und vor allem eine gute Küche. Sie merken: Mein Traumziel liegt südlich der Alpen. Auch wenn ich natürlich weiss, dass dort schon lange eigentlich nicht mehr sehr viel so ist, wie es sein sollte.

Oder anders ausgedrückt: Bereits vor Jahrzehnten fragten wir uns, wie es möglich ist, dass dieses marode Land immer und immer wieder den Kopf aus der Schlinge ziehen kann und halt eben doch irgendwie überlebt. Was aus ökonomischen Gründen eigentlich gar nicht möglich sein sollte. Denn wie soll ein Land auf einen grünen Zweig kommen, wenn es in weiten Kreisen zum guten Ton gehört, keine Steuern zu bezahlen.

Unendlich viele Arbeiten werden schwarz, also abgabefrei, erledigt, was zur Folge hat, dass sämtliche Konten der öffentlichen Hand rote Zahlen aufweisen. Da Schwarzarbeit aber nicht versichert werden kann, ist es nun deswegen Millionen von Menschen unmöglich, Arbeitslosengeld zu beziehen, was bedeutet, dass sich im ganzen Land der Hunger breitmacht. Vom Staat ist keine Hilfe zu erwarten. Sämtliche Kassen sind eh schon leer.

Kürzlich habe ich gelesen, wie die römische Sektion der Caritas zu dem Geld kommt, mit dem sie Bedürftigen helfen kann. All die Münzen, die wir abergläubischen Touristen in den Trevibrunnen werfen, geht an diese Institution. Das sind jährlich 1,4 Millionen Euro. Doch wie soll das ohne Touristen im Sommer funktionieren?

Deshalb wäre es jetzt so wichtig, dass wir alle unseren Traum wahr machen und unserem Nachbarland die Devisen bringen, die es so dringend braucht. Denn nur so können wir uns die Fiktion eines Lebens erhalten, das in dieser Form eigentlich gar nicht funktionieren kann.

Zur Person:

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

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