Dietikon «Chrüzacher»
Sommerfest: Die Suchmaschine brachte die Geiss Lulu zurück

Das «Chrüzacher» lud zum Sommerfest mit einem Kinder-Tier-Musical und weiteren Attraktionen. Die Zuschauer waren vom Musical beeindruckt. Sowohl die Kinder als auch die Tiere legten ihre Nervosität ab.

Ly Vuong
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Die Kinder singen ein Lied in Moll - um der Traurigkeit darüber Ausdruck zu verleihen, dass sie die Geiss Lulu nicht mehr finden.
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Die Kinder suchen Hilfe bei den zwei Detektiven, um die Geiss Lulu zu finden.
Ist Lulu bei den bunten Vögeln? Das fragen sich die Kinder.
Das Detektiv-Duo Livius Müller und Lia De Steenwikel stellen die Guetzli für die verlorene Geiss Lulu zusammen.
Die zwei Detektive sind ratlos - sie haben Lulu nicht gefunden. Die zwei Detektive haben Lulu ueberall gesucht und nicht gefunden - jetzt sind sie etwas ratlos
Das Publikum fieberte gespannt mit.
"Chrüzi"-Leiterin Michaela Tobler führte durchs Musical.
Zum Glück wusste das Repair-Café Rat und baute eine Suchmaschine.
Die Suchmaschine rattert, während die Kinder sie mit Federn füttern.
Sommerfest Chrüzacher
Autorin Hanna Landolt erhielt später Blumen als Dank für ihr Musical.
Musical-Autorin Hanna Landolt (links) bespricht HIER noch die letzten Details mit Barbara Kaeser, die für die Requisiten zuständig ist.
Neben dem Musical gab es am Sommerfest in der Freizeitanlage Chrüzacher diverse weitere Attraktionen - zum Beispiel riesige Seifenblasen.
In der Spielecke liessen sich Teller balancieren.
Auch die lokale Politik liess sich das Sommerfest natürlich nicht entgehen: Hier zum Beispiel Martin Romer und Michael Segrada von der Dietiker FDP. Im Hintergrund "Chrüzi"-Tiergruppenleiterin Mirjam Spring.
Pasta, Bratwurst, Kuchen: Im "Chrüzi" wurde für das leibliche Wohl gesorgt.
"Chrüzi"-Mitarbeiterin Mia Peterhans bereitet die Pasta zu.
Hier wurden die Ponys für ihren grossen Auftritt zurechtgekämmt.
Die Kinder durften bunte Tischsommerkerzen für schöne Sommerabende herstellen.
Auch schminken lassen konnten sich die Kinder. Elisabeth Kaiser weiss, wie's geht.
Auch Ivana Sottnikova war beim Schminken engagiert.
Nach dem Musical wurden die Requisiten versteigert.

Die Kinder singen ein Lied in Moll - um der Traurigkeit darüber Ausdruck zu verleihen, dass sie die Geiss Lulu nicht mehr finden.

Ly Vuong

Ein Sommerfest für alle Sinne versprach die Freizeitanlage Chrüzacher am Sonntag ihren Besuchern. Neben Festwirtschaft, Sommerkerzen verzieren, Kinderschminken und Spielecke wartete das «Chrüzi» mit einem Kinder-Tier-Musical auf.

Rund 70 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren haben seit den Sportferien für ihr Musical «Wo ist Lulu?» geprobt. Die Autorin des Musicals, Hanna Landolt, besuchte die Freizeitanlage Chrüzacher mehrmals, um sie genau zu studieren. Irgendwann hatte Landolt dann plötzlich eine Idee fürs Musical.

Nun besprach sie noch kurz vor der Aufführung einige Details mit «Chrüzi»-Mitarbeiterin Barbara Käser, die für die Requisiten zuständig war, während Eva Gerig, Mitarbeiterin Tierbereich, die Kinder von der Tierspielgruppe zusammentrommelte und letzte Anweisungen gab. Einige meldeten sich, um Rüebli und Äpfel für Esel Sassa zu schneiden.

Bauchweh vor lauter Nervosität

Der 11-jährige Livius Müller und die 10-jährige Lia De Steenwikel fassten das Ämtli, Guetzli für die Geiss Lulu vorzubereiten. Die beiden spielten als Detektivduo im Musical die Hauptrollen. Sie hätten schon etwas Bühnenerfahrung und seien nur ein bisschen aufgeregt, verrieten sie. Denn Lia tanzt Hip-Hop und ist deshalb öfters auf der Bühne. Und auch Livius ist geübt. «Mein Vater ist Schauspieler. Im Kinofilm ‹Papa Moll› spielte ich sogar eine Nebenrolle. Zudem habe ich bereits Bühnenerfahrung bei der Theateria gesammelt», erklärte er.

Anders sah es bei der 11-jährigen Tiziana Russenberger aus. «Mein Bauch tut vor Aufregung etwas weh», erklärte sie und erhielt gleich ein paar gute Tipps von der Tiergruppenleiterin Mirjam Spring: Sie solle tief durchatmen, etwas trinken und weiter mithelfen bei den Vorbereitungen, dann würde sich die Nervosität schon etwas legen. «Die Tiere spüren die Aufregung der Kinder und sind deshalb auch ein bisschen nervöser als sonst», sagte Spring. Zudem habe es nun jede Menge Publikum, das würden die Tiere natürlich auch wahrnehmen.
In der Tat fand das Sommerfest reges Interesse. Bevor das Musical begann, gab es abseits der Bühne auch schon Gesang: Die zweijährige Sofie Venzin stimmte sich auf das Lied «Happy Birthday» ein, als sie mit ihren Eltern eine Sommerkerze verzierte. Denn normalerweise bedeuten Kerzen schliesslich Geburtstag.

Das Repair-Café wusste Rat

Am Eingang zum «Chrüzi» produzierten einige Kinder riesige Seifenblasen. Doch sie liessen sich gerne von diesem Wunderland ins nächste entführen. Denn punkt 14 Uhr hiess es Bühne frei für «Wo ist Lulu?».

«Chrüzi»-Leiterin Michaela Tobler führte als Moderatorin durchs Musical und konnte sich selbst spielen, weil das Stück vom «Chrüzi» handelte. Nachdem Esel Sassa ein paar Kunststücke gezeigt hatte, stellten die Kinder fest, dass ihre Geiss Lulu nicht mehr aufzufinden war. Ganz traurig sangen sie: «Oh es tuet so weh, wer hät Lulu gseh? Isch denn niemert da, wo weiss vo öisere Geiss».

Auch das Detektivduo Livius und Lia konnten die Geiss nicht finden. Doch die Kinder gaben nicht auf und baten das Repair-Café um Hilfe. Dieses erfand eine Suchmaschine, die Lulu finden sollte. Das Zauberding ratterte. Die Kinder fütterten die Maschine mit Federn, während «Chrüzi»-Mitarbeiter Silvan Knecht und Eva Gerig hoffnungsvoll sangen: «Flüg chliini Federe. Flüg zu öperem, wo weiss wo d’Geiss isch». Und siehe da, die Geiss Lulu kam wieder zum Vorschein.

Requisiten wurden versteigert

«Sehr herzig, tolle Geschichte», lobte Zuschauer Philipp Häfelfinger aus Schlieren. Es brauche viel Engagement, Arbeit und Koordination, damit so ein Musical funktioniert. Häfelfinger war beeindruckt.

Das nächste Sommerfest findet erst in zwei Jahren wieder statt, bis dahin kann man an den Erinnerungen des diesjährigen Fests zehren. Wer ein Souvenir vom Musical haben wollte, konnte deshalb bei der anschliessenden Requisitenversteigerung mitmachen.