Geroldswil
«Solenostrum»: Das Onlineverkaufsunternehmen, welches nun auch ein Znüni-Lieferservice ist

Daniela Tozzi und Armando Ruggiero haben vor vier Jahren mit dem Onlineverkauf von italienischer Feinkost begonnen. Nun wurde das Angebot um einen Znüni- und Zmittag-Lieferservice erweitert. Ein Ladenlokal ist dann das nächste Ziel.

Sandro Zimmerli (Text und Foto)
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Daniela Tozzi und Armando Ruggiero sind mit ihrem Lieferservice im Limmattal unterwegs.

Daniela Tozzi und Armando Ruggiero sind mit ihrem Lieferservice im Limmattal unterwegs.

Was eine Bier- und Schnapsidee ist, weiss jeder. Aber gibt es auch die Weinidee? Falls ja, dann hatten Daniela Tozzi und Armando Ruggiero eine solche. Sie sollte für die beiden Geroldswiler in der Gründung einer eigenen Firma münden. Vor vier Jahren begannen sie, mit ihrer Firma «Solenostrum» italienische Feinkost über das Internet zu verkaufen. Später organisierten sie Apéros für Privat- und Geschäftskunden. Letzte Woche ist ein weiteres Standbein dazu gekommen, ein Znüni- und Zmittag-Lieferservice.

«Ich hätte niemals gedacht, dass ich irgendwann einen eigenen Lieferservice gründe», sagt Armando Ruggiero über die ungewöhnliche Geschichte von «Solenostrum». Da er Weinliebhaber sei, habe er vor ein paar Jahren mit einem Kollegen Degustationen für Familien und Freunde organisiert. «Den Wein habe ich aus den Ferien in Italien mitgebracht», so Ruggiero. Der Freundeskreis sei von der Idee angetan gewesen.

«Irgendwann stellte sich die Frage, ob wir nicht einen Schritt weitergehen sollten. Mir schwebte vor, den Wein und dazu Spezialitäten aus Italien zu verkaufen», sagt Ruggiero. Doch sein Kollege sei beruflich derart ausgelastet gewesen, dass keine Zeit blieb, ein zweites Standbein aufzubauen. Ruggiero wollte seine Idee jedoch nicht aufgeben. «Ich merkte aber schnell, dass ich das alleine nicht schaffe», sagt er. Damals wie heute ist Ruggiero als Versicherungsberater bei Allianz Suisse in Dietikon tätig. Er habe deshalb seine Partnerin gefragt, ob sie mit einsteigen wolle. Daniela Tozzi, damals noch im Bankwesen tätig, wollte. Mittlerweile hat sie ihren alten Job aufgegeben und arbeitet zu 100 Prozent für Solenostrum.

Produzenten in ganz Italien

«Als Erstes ging es darum, die richtigen Produkte ausfindig zu machen. Wir liessen uns vom Motto leiten, dass wir nur verkaufen, was wir auch selber mögen», sagt Tozzi. Fündig wurden die beiden auf Wochenmärkten, Hofgütern und Familienbetrieben in ganz Italien. «Wir reisen heute noch regelmässig durch Italien und besuchen unsere Produzenten», so Tozzi. Ihnen sei wichtig, die Leute zu kennen, die ihr Olivenöl, ihre Antipasti oder ihre Süssigkeiten produzieren.

Dann konnte mit dem Onlineverkauf gestartet werden. «Bald schon stellten wir fest, dass es gut läuft», sagt Tozzi. Die ersten Anfragen, ob es nicht möglich sei, ganze Apérobuffets zu bestellen, liessen nicht lange auf sich warten. «In unserem Freundeskreis gibt es Leute, die ein KMU führen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wurden immer mehr Firmen auf uns aufmerksam», so Tozzi. Sie habe dann unter Mithilfe von Freunden und Familienmitgliedern begonnen, in der eigenen Küche Apéros vorzubereiten. Die Helfer seien gleichzeitig Testesser gewesen. «Irgendwann überstieg das meine Ressourcen», erinnert sie sich. Mittlerweile lassen Tozzi und Ruggiero ihre Brote und Süssigkeiten in einer Hausbäckerei im Limmattal produzieren, legen aber immer noch selber Hand an. «Gerade für den Lieferservice muss ich früh aufstehen. Manchmal bin ich bereits um zwei Uhr in der Früh in der Bäckerei, um die Sandwiches, Salate, Focaccias und Pizzas vorzubereiten», sagt Tozzi.

Ladenlokal als nächstes Ziel

Obwohl es anstrengender sei, ein eigenes Unternehmen zu führen, als angestellt zu sein, mache ihr die Arbeit Spass. «Den ganzen Aufwand könnte ich ohne Freude nicht bewältigen», so Tozzi. Ihr Partner räumt ein, ein Lieferservice beinhalte weit mehr, als bloss mit dem Lieferwagen herumzufahren. «Manche Firmen wollen jeden Tag beliefert werden, andere nur an gewissen Tagen. Das setzt viel Planung voraus», sagt er. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Geschäftszweig seien positiv. «Wir hoffen, dass es so weiter geht», sagt Tozzi. An weiteren Ideen mangelt es nicht. «Ich könnte mir vorstellen, ein kleines Ladenlokal zu führen. Aber wir gehen Schritt für Schritt.»