Ob auf dem Dach des Erweiterungsbaus der Kantonsschule Limmattal in Urdorf eine Solaranlage zu stehen kommt, ist ungewiss. Die Urdorfer Kantonsrätin Sonja Gehrig (GLP) und ihre Parteikollegen Ronald Alder und Thomas Wirth forderten dies in einer Anfrage. Klarheit bringt nun auch die kurze Antwort des Regierungsrats nicht. Er schreibt darin zwar, dass bei allen kantonalen Bauvorhaben die Erstellung einer Solarstromanlage geprüft und umgesetzt werde, sofern eine solche Anlage wirtschaftlich sei. Ob dies für die zwei künftigen Neubauten des Limmattaler Gymnasiums der Fall ist, führt er aber nicht aus.

Gehrig ist enttäuscht. «Der Regierungsrat hat unsere Anfrage sehr mutlos beantwortet. Er soll nicht prüfen, sondern Nägel mit Köpfen machen.» Sie bemängelt: «Die Anlage hätte bereits bei der Projektausschreibung integriert werden sollen.» Erfahrungsgemäss sei eine Photovoltaik-Anlage auf einem Schuldach wirtschaftlich. «Der Strom wird tagsüber genutzt. Die Produktion und der Verbrauch fallen zusammen», bestätigt Gehrigs Parteikollege Wirth aus Hombrechtikon. Bisher hätten sich alle Solar-Projekte für Schulhäuser, die sie dem Kantonsrat zur Prüfung vorgelegt hätten, als wirtschaftlich erwiesen.

Für Gehrig noch enttäuschender ist die Abfuhr, die der Regierungsrat ihrem zweiten Anliegen erteilt. Er schliesst den Einbezug der Schüler beim Bau einer Photovoltaik-Anlage aus. «Aus Sicherheitsgründen dürfen Personen, die nicht am Bau beteiligt sind, Baustellen nur unter strengen Auflagen betreten», schreibt er. Die Mitwirkung der Schüler käme nur mit aufwendigen Sicherheitsmassnahmen infrage, was aber zu Mehrkosten und zeitlichen Verzögerungen führe.

Auch der Urdorfer Politikerin ist die Sicherheit der Schüler wichtig. Sie findet aber: «Das Bildungsprojekt steht dazu in keinem Widerspruch.» Unverständlich sei für sie, dass der Regierungsrat sich gegen ein solches Vorhaben an der Kanti Limmattal wehre, an anderen Schulen wie etwa im Schulhaus Riedtli in Zürich aber genau solche Projekte umgesetzt worden seien.

Wichtig sei ihr, dass die Solaranlage nicht nur als Energie-, sondern vor allem als Bildungsprojekt betrachtet werde. «Es bringt das Thema Energiewende in die Schulzimmer und dies auf eine erlebnis- und handlungsorientierte Weise.» Es bestünde etwa die Möglichkeit, eine Solarzelle mit einem separaten Wechselrichter als Experimentieranlage im Physikunterricht zu brauchen. «Ich verstehe nicht, wie man sich diese Chance entgehen lassen kann.»

Der Baustart des Projekts Collana der Zürcher Architekten Daniel Penzis und Giulio Bettini ist im Juli 2020 geplant. Bis dahin will Gehrig alle Hebel in Bewegung setzen: «Ich werde das Gespräch mit der Kantonsschule und der Bildungsdirektion suchen.»