Oetwil

So wird die Limmattalstrasse für den Gubrist-Ausbau fit gemacht

Hier, bei der Einmündung der Dorfstrasse in die Limmattalstrasse entsteht ein Betonkreisel. Zudem wird das Bushäuschen entfernt (links von der Bildmitte).

Hier, bei der Einmündung der Dorfstrasse in die Limmattalstrasse entsteht ein Betonkreisel. Zudem wird das Bushäuschen entfernt (links von der Bildmitte).

Jetzt ist klar, wie viel der Umbau der Kantonsstrasse kostet und wie er umgesetzt wird. Über den Umsetzungszeitpunkt herrscht jedoch noch Unklarheit, auch Einsprachen können zu weiteren Verzögerungen führen.

Im Rahmen des Ausbaus der Nordumfahrung mit einer dritten Gubrist-Tunnel-Röhre kommt es auch in Oetwil zu einer grossen Baustelle. Als Teil der flankierenden Massnahmen wird die Limmattalstrasse saniert und umgebaut. Am augenscheinlichsten wird der Bau eines Kreisels bei der Einmündung der Dorfstrasse in die Limmattalstrasse.

Das Projekt des kantonalen Tiefbauamts liegt nun auf der Gemeindeverwaltung auf. Noch bis 31. Oktober ist ein Blick in die Details des Strassenprojekts möglich. Dazu gehört, dass das Limmattalstrassen-Projekt in Oetwil 7,734 Millionen Franken kostet, wobei wie üblich eine Abweichung von bis zu zehn Prozent möglich ist.


Während die Gemeinde fünf Prozent respektive rund 390 000 Franken übernehmen soll, zahlt das Tiefbauamt gut drei Viertel, nämlich etwas weniger als 5,82 Millionen Franken. Weitere rund 1,54 Millionen Franken soll der Bund beitragen – die Gelder werden aus dem Topf für die flankierenden Massnahmen des Ausbaus der Nordumfahrung sowie aus dem Agglomerationsprogramm entnommen.

Autos müssen langsamer fahren


Neben dem Kreisel wird den Autofahrern die Reduktion des Tempolimits von 60 auf 50 Kilometer pro Stunde auffallen. Dank der verschiedenen flankierenden Massnahmen soll sich die Verkehrsbelastung um zehn Prozent verringern.

Manche Massnahmen dienen insbesondere auch den Fussgängern: So sollen die Trottoirs entlang der Limmattalstrasse auf zwei Meter verbreitert werden – die schmalsten sind heute eineinhalb Meter breit. Zudem soll bei der Einmündung der Poststrasse in die Limmattalstrasse zusätzlich zur Personenunterführung noch ein Fussgängerstreifen erstellt werden, da die Unterführung nicht behindertengerecht ist.

Für Velofahrer sind hingegen keine Massnahmen geplant, da die Limmattalstrasse nicht als nationale, regionale oder lokale Veloroute klassifiziert ist. Denn als Verbindungsrouten im kantonalen Veloroutenplan gelten im Oetwiler Siedlungsgebiet die Rebackerstrasse/Limmatwiesenstrasse und die Schweizäckerstrasse/Dorfstrasse.


Bei der Migrol-Tankstelle soll in der Strassenmitte neu ein Mehrzweckstreifen zum Abbiegen entstehen. Ab der Migrol-Tankstelle soll zudem der lärmarme Belag in Richtung Osten eingebaut werden.


Als der Kanton den Zustand der Limmattalstrasse überprüfen liess, wurden diverse Spurrinnen, Belagsflickereien und Risse festgestellt, wovon einzelne Stellen als «kritisch» klassifiziert wurden. Für die Sanierung müssen insgesamt 5900 Tonnen Strassenbelag entfernt und entsorgt werden. Darunter werden auch Strassenabläufe, Ableitungen und zum Teil Kanalisationsleitungen ersetzt


Auch das Licht wird verändert: Die Strassenkandelaber an der Böschung zwischen der Limmattalstrasse und dem Höhenweg werden entfernt; ihr Ersatz wird dann auf der talseitigen Seite der Strasse erstellt, dies kommt günstiger, als sie wiederum auf der bergseitigen Seite der Strasse zu installieren. Der Höhenweg, der bisher nur schwach von Strassenlampen beleuchtet wurde, soll neu eigene Lampen erhalten.


Bushäuschen ersatzlos gestrichen


Ausserdem wird das Bushäuschen der Bushaltestelle Halde an der Limmattalstrasse – diese wird etwas verschoben – nach dem Abriss nicht ersetzt. Der Grund: Die Haltestelle wird vor allem für den Ausstieg benutzt.

Bei der etwas oberhalb liegenden Haltestelle Halde an der Dorfstrasse bleibt hingegen alles beim Alten. Die wenige Meter entfernte Strassenrandinsel zwischen Dorfstrasse und Schweizäckerstrasse soll aber verkleinert werden – um die Befahrbarkeit zu gewährleisten, wie es in den Projektunterlagen heisst.


Der unterhalb zu liegen kommende Kreisel und die neue Bushaltestelle an der Limmattalstrasse werden nicht mit Asphalt, sondern Beton gefertigt. Für den Kreisel wird schwarz gefärbter Beton verwendet, damit die Strassenmarkierungen gut zu sehen sind. Das Kreiselinnere ist zudem etwas kleiner, als es die Normen für gewöhnlich vorsehen. Dies ist nötig, damit auch Gelenkbusse den Kreisel passieren können.

In Kreiselnähe sind zudem Neophyten vorhanden: Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Essigbäume sind heute gemäss der nationalen Freisetzungsverordnung verboten und müssen entfernt werden. Nach der Beseitigung des Wurzelwerks müssen in einem Radius von zehn Metern um jeden Essigbaum ein Meter Boden ausgehoben und in einer Deponie oder einer Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt werden. Apropos Aushub: Mit archäologischen Funden unter oder neben der Limmattalstrasse wird nicht gerechnet.


Für die Umsetzung all dieser Massnahmen benötigt das Tiefbauamt mehr Land: Total muss es 508 Quadratmeter Land erwerben, wobei davon 80 Quadratsmeter bereits in Besitz des Kantons und 216 in Besitz der Gemeinde sind. Weitere 212 Quadratmeter sind in Privatbesitz von sieben Parteien, die sich aus total 42 Personen zusammensetzen, da es sich an den betroffenen Orten zum Teil um Stockwerkeigentum handelt.

Für den sich in Privatbesitz befindlichen Boden zahlt der Kanton 750 Franken pro Quadratmeter. Den Rest ersteht er gratis, da es sich sowieso schon um Strassenparzellen handelt. Einige Grundeigentümer werden zudem von ihren Hecken und Bäumen Abschied nehmen müssen – die neuerliche Pflanzung als Ersatz nach der Bauzeit zahlt dann das Tiefbauamt.


Regierungsrat entscheidet im April


Zurzeit sieht das Tiefbauamt vor, das Projekt im April 2017 durch den Regierungsrat festsetzen und den Kredit dafür bewilligen zu lassen. Oft war bisher vom Jahr 2018 als Umsetzungszeitpunkt die Rede – zurzeit seien aber keine definitiven Aussagen möglich heisst es nun, da das Projekt mit anderen Projekten entlang der Limmattalstrasse koordiniert werden muss.

Auch Einsprachen könnten zu Verzögerungen führen. Bei den flankierenden Massnahmen mussten im Allgemeinen schon mehrere Termine nach hinten verschoben werden. So hiess es noch im Mai, dass die Projektunterlagen im August öffentlich aufliegen sollen. Nun ist dies aber erst seit Ende September der Fall.


Wie der Verkehr während der Bauzeit geführt wird, soll noch bis Ende 2016 entschieden werden. Den entsprechenden Auftrag für dieses Konzept hat die Firma Tribus mit Sitz in Dübendorf erhalten. Der Kanton plant, bis März 2017 eine Informationsveranstaltung zur Verkehrsführung während der Bauzeit durchzuführen.


Die Planung der verschiedenen Massnahmen an der Limmattalstrasse hat die Firma Gruner Wepf mit Sitz in Zürich getätigt. Einsprachen gegen das Projekt sind während der Auflagefrist möglich, also auch bis 31. Oktober.

Negative Äusserungen zum Projekt gab es im Dezember 2015, nachdem bekannt wurde, dass der Kanton statt neuer Lärmschutzwände einen lärmarmen Belag einbauen will, um das Ortsbild weniger zu beeinträchtigen und ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen. Mit diesem Entscheid waren insbesondere Anwohner der Haldenstrasse nicht zufrieden.

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