Durchschnittlich wird in der Schweiz alle neun Minuten eingebrochen. In der Winterzeit, wenn es früher eindunkelt, häufen sich die Meldungen über Diebstähle in Wohnsiedlungen. Zugang verschaffen sich die Diebe über Lichtschächte, Kellertüren, Fenster oder Terrassentüren an der hinteren Seite des Hauses. Das Durcheinander nach einem Einbruch ist zwar schnell aufgeräumt – was bleibt, ist jedoch das ungute Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein.

Wie sich das Eigenheim am besten vor einem Einbruch schützen lässt, weiss Hanspeter Sahli von der Sahli Sicherheits AG in Birmensdorf. Das Familienunternehmen entwickelt und produziert seit 30 Jahren Schliessanlagen und stellt Sicherheitsvorrichtungen für Fenster und Türen her.

Wenn es darum geht, Einbrecher fernzuhalten, seien nebst dem persönlichen Verhalten wie Abschliessen der Haustür und Verriegelung der Fenster an erster Stelle die mechanischen Sicherheitsmassnahmen wichtig, so Sahli. Konkret gehe es dabei um stabile Gitter vor Lichtschächten, Mehrpunktverriegelungen für Türen und verstärkte Beschläge für Fenster. Wer auf Nummer sich gehen will, dem empfiehlt Sahli zusätzliche elektronische Sicherheitsmassnahmen. «Bewegungsmelder schrecken Diebe auf. Zeitschaltuhren, die unregelmässig das Licht, das Radio oder den Fernseher einschalten, simulieren die Anwesenheit der Hausbewohner», so Sahli.

Schlüssel sicher hinterlegen

Ein weitverbreitetes Problem sei zudem das Hinterlegen von Schlüsseln. «Einbrecher können diese entwenden und wieder zurücklegen, ohne dabei Spuren zu hinterlassen», sagt der Experte. Wolle man dennoch einmal einem Nachbar einen Schlüssel geben, damit dieser in Notfällen in die Wohnung könne, so gebe es Schlüssel in Kästchen. Dafür wird der Schlüssel in eine Plastikhülle eingeschlossen und mit einer Plombe versehen. Wird er benutzt, so merkt dies der Besitzer und weiss, dass jemand den Schlüssel gebraucht hat.

Im Gegensatz zu früher seien Einbrecher heute um ein Vielfaches organisierter. «Sie beobachten ihre Opfer ganz genau und wissen, wann sie nicht zu Hause sind», so Sahli. Beerdigungen seien beispielsweise ein beliebter Zeitpunkt, um sich Zugang zu einer Wohnung oder einem Haus zu verschaffen. Die Diebe wüssten dann sicher, dass alle ausser Haus sind. Eine Alarmanlage könne in einem solchen Fall hilfreich sein, schütze aber nicht unbedingt vor einem Einbruch. «Ist 30 Minuten nach Auslösung des Alarms niemand vor Ort, trauen sich die Diebe in die Wohnung», sagt er. Es sei deshalb wichtig, dass die Nachbarn achtsam sind und Auffälligkeiten sofort der Polizei melden.

In den letzten Jahren habe sich in Sachen Sicherheit einiges getan. «Seit dem Jahr 2000 legte man beim Bauen Wert darauf, Fenster und Türen optimal zu verriegeln.» Das Problem seien bestehende alte Häuser. Auch dort gehe es aber nicht darum, dass jeder für mehrere Tausend Franken die aufwendigsten Sicherungen anbringen lässt. Schon mit wenig Geld könne man Einbrecher abschrecken. Sahli nennt als Beispiel eine Türspionkamera, die alle Bewegungen vor der Wohnung aufzeichnet und die Daten direkt speichert. «Für viele Diebe sind solche Signale bereits ein Grund, um weiterzuziehen.»

Hohe Sicherheit bringt auch Nachteile

Erhöhte Sicherheit könne aber auch Nachteile bergen, gibt Sahli zu. Je besser eine Tür verriegelt ist, umso schwieriger ist es, sie in Notfällen aufzubohren. Da könne dann jede Hilfe zu spät kommen. «Wir empfehlen Alleinstehenden deshalb, einen Drehknopf an der Türe zu fixieren», so Sahli. Das sei sicher, aber die Tür könne von aussen besser aufgebohrt werden, als wenn ein Hausschlüssel steckt.