Noch vor wenigen Monaten sah es äusserst düster aus für den Bruno-Weber-Park auf der Grenze zwischen Dietikon und Spreitenbach. Ende Oktober wurde der Skulpturenpark aufgrund massiver finanzieller und struktureller Probleme geschlossen. Der Stiftungsrat war geschlossen zurückgetreten, die kommissarische Stiftungsrätin entliess das Personal.

Nun gibt es wieder Hoffnung für das Lebenswerk des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers. Und vor allem: Es gibt ein langfristiges Konzept für den Park. Dieses stellte der neue Stiftungsrat, der seit Ende letztem Jahr im Amt ist, gestern vor.

Das Dreierteam, das eng mit der Witwe des Künstlers, Maria Anna Weber, zusammenarbeitet, hat nun auch die Geschäftsleitung des Parks übernommen. Diese Doppelrolle sei rechtlich zulässig, sagt Lukas Strittmatter, der als Treuhänder für Finanzen und Recht zuständig ist.

Für Kunst und Kommunikation ist Stiftungsratspräsidentin und Kunsthistorikerin Isabelle Cart zuständig, für Architektur ihr Ehemann, Architekt Eric Maier. Für die Zukunft haben die Vier, deren Zusammenarbeit Cart als «irrsinnig erfreulich» bezeichnet, Grosses vor: Sie haben in den letzten paar Monaten ein konkretes Konzept erarbeitet, das etappenweise Ziele für die nächsten drei, sieben und 21 Jahre festsetzt.

Für die nächsten drei Jahre geht es vor allem um den Erhalt und die Sicherung der Infrastrukturen. Bis in sieben Jahren sollen alle bestehenden Gebäude saniert sein. Als «ganz grosse Herausforderung», wie Maier sagt, steht die umfassende Renovation des Wohnhauses von Maria Anna Weber an. Um für einen neuen Publikumsmagnet zu sorgen, ist das Ziel, bis dann dank eines neuen Beleuchtungskonzepts auch Nachtführungen anzubieten.

Der Bruno-Weber-Park ist gerettet - so berichtete Tele M1:

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 wird er wiedereröffnet

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 wird er wiedereröffnet

Ziel: Sechs-Tage-Betrieb

Der Stiftungsrat hofft, dass der Park in elf Jahren – dies gilt als Zwischenetappe – unter Denkmalschutz steht und statt an drei an sechs Tagen pro Woche offen ist. In 21 Jahren soll der etappenweise sanierte Park in neuem Glanz erstrahlen und, wie es Maria Anna Weber ausdrückt, «national und international das Ansehen erreicht haben, das er verdient hat».

Zuerst einmal öffnet der Park aber bereits diesen Samstag wieder seine Tore für Besucher. Es sei sehr aufwendig gewesen, gleichzeitig die Wiedereröffnung vorzubereiten und das Konzept für die nächsten Jahre zu erarbeiten, sagte Cart. Sie und Maier seien in den letzten Monaten «mehr als 100 Prozent» für den Park im Einsatz gewesen, Strittmatter etwa 50 Prozent.

Während die Besucherzahlen bisher mit einer Strichliste erfasst wurden, gibt es neu ein professionelles Kassensystem. Dieses ermöglicht es den Besuchern des Parks auch, ihre Tickets über die ebenfalls neu erstellte Website zu buchen und auf ihrem Smartphone oder Tablet zu präsentieren.

Zudem wurde das runde Plastikzelt, in dem in den letzten Jahren Anlässe durchgeführt worden sind, entfernt – denn der Park soll Kunst und Architektur erlebbar machen und kein Veranstaltungsort sein. Maria Anna Weber ist froh darüber: «Nun ist die ganze Anlage, so wie sie konzipiert worden ist, wieder sichtbar.» Um genügend Besucher anzuziehen, soll der Park gezielt so beworben werden, dass er nicht nur regional zieht, sondern auch als Schweizer Tourismusattraktion positioniert wird.

Zurzeit ist noch ein Grossteil der begehbaren Skulpturen gesperrt. Man werde diese Stück für Stück durchgehen und auf Sicherheitsmängel prüfen, so Maier. Zudem suche man langfristige Schutzmöglichkeiten für die Betonkonstruktionen.

Gesucht: einige Millionen Franken

Das nächste grosse Ziel ist nun die Suche nach Gönnern. Zwar kann der laufende Betrieb über Eintrittsgelder finanziert werden. Doch um Bruno Webers Lebenswerk zu vollenden und die nötigen Sanierungen in Angriff zu nehmen, braucht der Park Unterstützung von Gönnern und der öffentlichen Hand, wie Cart sagt.

Mit dem Langzeitkonzept habe man nun zum ersten Mal etwas Konkretes in der Hand, das man potenziellen Sponsoren vorlegen könne. Damit alle 20 Teilprojekte bis 2036 abgeschlossen werden können, ist eine «zweistellige Millionensumme» nötig, wie Strittmatter sagt. Damit der Park auf Kurs und im Zeitplan bleibt, muss für das laufende Jahr eine halbe Million Franken zusammenkommen. «Wir sind zuversichtlich, dass das möglich ist», sagt Cart.