Herr De Luca, wie jung ist die Schule mit ihren 40 Jahren noch?

Werner De Luca: Ich würde behaupten, dass man mit 40 Jahren auf jeden Fall noch jung ist. Zumal unsere «Mutterschule», das Gymnasium Freudenberg, uns noch heute gerne daran erinnert, dass wir von ihr abstammen. Wir müssen als «Tochterschule» somit noch jung sein. Aber Spass beiseite: Dank regelmässiger Neuerungen im Unterrichtsangebot ist die Kantonsschule Limmattal sicherlich im Geiste jung geblieben.



Welche Neuerungen sind in Zukunft geplant?

Zurzeit ist die stärkere Verankerung des Instrumentalunterrichts innerhalb des musischen Profils aktuell.

Und sonst?

Die Kantonsschule Limmattal war schon immer für ihren Pioniergeist bekannt. So wurde sie zum Beispiel am schweizerischen Tag des Informatikunterrichts vom 11. Januar 2013 für die Einführung des Ergänzungsfachs Informatik geehrt. Wir waren damit die Ersten im Kanton.

Was unternimmt die Schulleitung, um die Schule auch für die nächsten 40 Jahre positiv zu positionieren?

Wir haben den Ruf, gut auf die Hochschule vorzubereiten. Das Ziel muss sein, dies weiterhin zu erfüllen. Wir wollen auch in 40 Jahren die Referenzkantonsschule sein für die Region. Trotz des Rufs, nicht nur menschlich, sondern eben auch streng zu sein, möchten wir für die Schüler attraktiv bleiben und ein adäquates Angebot bereitstellen.

Mit 770 Schülern und 110 Lehrern gehört Ihre Schule im Kanton Zürich zu den eher kleineren Gymnasien. Wird sich das mit dem Siedlungsdruck in der Region und dem anhaltenden Drang zum Gymnasium in den nächsten Jahren ändern?

Die Schule wurde damals für rund 1000 Schüler erbaut. Noch vor 20 Jahren besuchten rund 500 Schülerinnen und Schüler unsere Schule. Heute sind es deren 770. Zugleich haben sich seither Fächer und Unterrichtsformen geändert, und wir bieten alle Profile an, weshalb wir mit der heutigen Schülerzahl bereits ausgelastet sind.

Wie reagieren Sie auf den Siedlungsdruck?

Gemeinsam mit dem Bevölkerungswachstum wird sich der Siedlungsdruck voraussichtlich in steigenden Schülerzahlen am Gymnasium niederschlagen. Das ist von der Regierung erkannt. Um dem Wachstum zu begegnen, wurden offenbar bereits Strategien erarbeitet. Was das für uns konkret bedeutet, ist noch nicht entschieden.

Was wäre denkbar?

Zwei Möglichkeiten sind meines Erachtens denkbar. Nämlich einerseits der Ausbau der Kantonschule Limmattal oder andererseits das Entstehen einer weiteren Kantonsschule in der Region.

Sie meinen im Amt.

Vermutlich im Amt, das wäre naheliegend.

Sie vermissen schmerzlich eine Aula. Jüngst wurde sie von der Zürcher Regierung zurückgestellt. Welche Hoffnung hegen Sie für eine Realisierung?

Eine Realisierung von Neubau und Turnhallenaula ist unbestritten. Der Zeitpunkt steht natürlich schon zur Diskussion. Und zwar genau wegen der Strategie der Regierung, die ich vorher angetönt habe.

Aber eine Aula ist ihr grosser Wunsch.

Ja, das kann man sagen. Welche Strategie auch gefahren wird, dass man mit dem Neubau bald startet, ist dringend. Das Projekt soll zukunftsgerichtet und nachhaltig sein und zu Urdorf passen. Eine Schule, die ein musisches Profil anbietet, braucht konsequenterweise eine Aula. Zwei von unseren vier Turnhallen sind 30-jährige Provisorien, die dringend ersetzt werden müssen.

Die Schulleitung befürwortet die Limmattalbahn. Was wird sie der Kanti bringen?

Ich denke primär, sie ist für die Entwicklung der Region gut. Ich erhoffe mir auch für unsere Schüler einen einfacheren Schulweg, vor allem, wenn die versprochene Haltestelle vor der Schule Tatsache wird.

In jüngster Zeit wurden zahlreiche Maturaarbeiten der Kanti Limmattal ausgezeichnet. Fällt von diesem Glanz auch etwas auf die Schule ab?

Es ist immer schön zu lesen, dass Schülerinnen und Schüler von uns mit Maturaarbeiten ausgezeichnet werden. Selbstverständlich stehen dabei die Schüler im Vordergrund.

Wie gut schneidet Ihre Schule im Vergleich mit anderen Kantonsschulen im Kanton ab?

Wir haben auch im Vergleich mit anderen Kantonsschulen stets ausgezeichnet abgeschnitten, wie bei der Vorbereitung auf die Hochschule. Aber auch in anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Energiesparmassnahmen, sind wir top. Hier nimmt die Schule eine führende Position ein. Da bleiben wir in Zukunft dran. Voraussichtlich wird 2013 eine Solaranlage in Betrieb genommen.


Sie sind erst der dritte Rektor in 40 Jahren. Werden auch Sie der Schule so lange ihren Stempel ausdrücken wie Ihre Vorgänger?


Ich bin ja erst seit vier Jahren im Amt. Und heute gibt es eine Amtszeitbeschränkung. Sie beträgt üblicherweise maximal zwölf Jahre.