Anlass

So werden Neuzuzüger in Bergdietikon willkommen geheissen

Die Gemeinde heisst ihre Neuzuzüger auf einem der höchsten Bauernhöfe willkommen. Und erklärt ihnen, wo es jeweils Streit gibt.

Wer mit leerem Magen gekommen war, hatte es richtig gemacht. Denn die Köstlichkeiten beim Bergdietiker Neuzuzügeranlass vom Samstag durfte man sich nicht entgehen lassen. Eine Ausflugsfahrt mit dem Bus durch die Gemeinde endete nämlich auf dem Hof der Familie Eichenberger auf dem Oberen Schönenberg. Martin und Barbara Eichenberger verwöhnten ihre neuen Mitbürger mit Leckereien aus ihrer eigenen Angusrind-Produktion, sowie mit Pilzrisotto, Salaten und Dessertvariationen.

Davor hatte es zum Empfang in der Schulaula Gipfeli, Süsses und eine grosse Auswahl an Informationen von Gemeindeammann Gerhart Isler für die 38 Neu-Bergdietiker gegeben, die der Einladung gefolgt waren. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 163 Einwohner neu zugezogen. Isler stellte auf resolute, aber lockere Art die Gemeinde vor. Langatmiges wie die Historie liess er weg («das können Sie im Internet nachlesen») und Erfreuliches wie die gesunde Finanzlage betonte er. Auch Kritisches verheimlichte er nicht. Stattdessen sagte Isler, wo es jeweils hitzige Diskussionen gibt (Fluglärm, umstrittenes Seniorenzentrum Kindhausen).
Isler verkniff sich auch den einen oder anderen Scherz nicht, etwa als er in Zusammenhang mit dem Seniorenprojekt sagte: «Die fünfte Landessprache der Schweiz ist die Einsprache.» Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Urs Vogel kennt jeden Hof

Auch der gesamte Gemeinderat und die Verwaltungsangestellten waren gekommen, um die neuen Bergdietiker kennen zu lernen. Ebenso machten die zahlreichen Vereinsvertreter Werbung in eigener Sache. So ging zum Beispiel alt Ammann Paul Meier auf die Neuzuzüger zu und informierte sie unter anderem über die baldige Metzgete der Dorfgemeinschaft.

Warum das Wasser teurer ist

Bei der Busfahrt war Vizeammann Urs Vogel als Reiseleiter in seinem Element. An jeder Weggabelung hatte er etwas zu erzählen, wies auf Gemeindegrenzen hin, machte auf versteckte Burgruinen aufmerksam und stellte die weit verstreut liegenden Höfe vor. Er er erklärte zudem, warum das Trinkwasser hier teurer ist als anderswo («lange Leitungen, wenige Bezüger»).

Am beinahe höchstgelegenen Punkt der Gemeinde, am Oberen Schönenberg, führte Martin Eichenberger über sein Anwesen, das seine Familie bereits in der siebten Generation bewirtschaftet, und erklärte die Besonderheiten seiner Angus-Rinder, einer ursprünglich aus Schottland stammenden Fleischrasse. Auch ein erst am Donnerstag geborenes Kälbchen zeigte sich den Neuzuzügern.

Da dampfte es bereits aus dem Risottotopf und die Hamburger und Würste brutzelten. In der alten Scheune waren dann alle voll des Lobes: über das Essen wie über den Neuzuzügeranlass. Wie sagte Paul Meier so schön über die Dorfgemeinschaft: «Wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, die Leute zusammenzubringen, ein Forum zu bieten, wo man Freunde treffen und sich neue Freunde schaffen kann.»

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