Schlieren
So viele Menschen sind von Sozialleistungen abhängig – dabei gibt es einige Überraschungen

SVP-Gemeinderat Hans Wiedmer will die Sozialkosten senken und hat dazu in einem Vorstoss detaillierte Zahlen zu den Bezügern verlangt. Dabei kam Überraschendes zutage.

Alex Rudolf
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Hans Wiedmer (SVP) reichte beim Stadtrat eine kleine Anfrage ein, in der er detaillierte Angaben zu den Bezügergruppen von Sozial- und Ergänzungsleistungen verlangte. (Symbolbild)

Hans Wiedmer (SVP) reichte beim Stadtrat eine kleine Anfrage ein, in der er detaillierte Angaben zu den Bezügergruppen von Sozial- und Ergänzungsleistungen verlangte. (Symbolbild)

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«Wir wissen alle, dass die Kosten im Sozialbereich steigen und steigen. Dem muss man Einhalt gebieten», sagt Hans Wiedmer gestern auf Anfrage. Der Schlieremer SVP-Gemeinderat reichte beim Stadtrat eine kleine Anfrage ein, in der er detaillierte Angaben zu den Bezügergruppen von Sozial- und Ergänzungsleistungen verlangte. Kürzlich veröffentlichte der Stadtrat seine Antwort.

Wiedmer wollte wissen, wie viele Personen am Stichtag – dies ist der 31. Dezember 2017 – von Sozialleistungen abhängig sind. Die Antwort: Es bezogen genau 755 Personen, die sich auf 452 Dossiers verteilten, Leistungen der Sozialabteilung. Dieselbe Zahl wollte Wiedmer für die Bezüger von Ergänzungsleistungen wissen – sie beträgt 950 Personen, die in insgesamt 609 Dossiers aufgeführt sind.

Auch wollte Wiedmer wissen, wie viele Ausländer mit Aufenthaltsstatus B Sozialleistungen beziehen: Es sind deren 165 in 99 Dossiers. «Diesen Wert habe ich viel tiefer erwartet. Am besten wäre es, diese Zahl läge bei null», sagt Wiedmer. Noch präziser sollte der Stadtrat die Frage beantworten, wie viele dieser Ausländer Sozialhilfe über eine längere Dauer als 18 Monate beziehen. Es sind 63 Personen in 38 Dossiers. «Dieser Wert ist eindeutig zu hoch. Personen, die noch nicht lange in der Schweiz gearbeitet haben, sollten nicht vom Schweizer Staat abhängig sein dürfen.»

330 Personen mit Status B

Bei den Ausländern mit Status C sind bedeutend mehr von der Sozialhilfe abhängig als bei jenen mit dem Status B. Es sind laut Angaben der Stadt 330 Personen, die sich auf 198 Dossiers verteilen. Von diesen gibt es jedoch nur 18 Personen in elf Dossiers, die länger als fünf Jahre Gelder vom Staat erhalten. «Dieser Wert ist erstaunlich tief – ich hätte einen höheren erwartet», so Wiedmer.

Weiter beziehen 45 anerkannte Flüchtlinge Sozialleistungen von der Stadt Schlieren. Demgegenüber wollte Wiedmer wissen, wie viele anerkannte Flüchtlinge im Arbeitsmarkt integriert sind. Diese Zahl könne für die Stadt nicht eruiert werden, so die Exekutive. Eine wissenschaftliche Studie für die gesamte Schweiz gehe jedoch davon aus, dass rund 50 Prozent im Arbeitsmarkt integriert seien.

Wie viele vorläufig aufgenommene Flüchtlinge Sozialleistungen beziehen, wollte der Gemeinderat ebenfalls wissen – es sind 74 Personen. Bezüglich der ebenfalls gefragten Zahl nach vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen, die im Arbeitsmarkt integriert sind, kann die Stadt keine Angaben machen.

«Nun werde ich geeignete Massnahmen prüfen, mit deren Hilfe die Kosten gesenkt werden können.» Hans Wiedmer , Gemeinderat SVP Schlieren

«Nun werde ich geeignete Massnahmen prüfen, mit deren Hilfe die Kosten gesenkt werden können.» Hans Wiedmer , Gemeinderat SVP Schlieren

zvg

In erster Linie sei es in seiner Anfrage darum gegangen, der Öffentlichkeit die genauen Zahlen bekannt zu machen, sagt Wiedmer. «Nun werde ich geeignete Massnahmen prüfen, mit deren Hilfe die Kosten gesenkt werden können.» Im Detail könne er noch nicht sagen, wie diese aussehen werden. «Denn es müssen noch zahlreiche Abklärungen getroffen werden, bevor ich weitere Vorstösse zu diesem Thema lanciere.»