Sonnenfinsternis

So verfolgen Sie das Ereignis gefahrlos – ohne etwas zu verpassen

Am 11. August 1999 fand in der Schweiz die letzte totale Sonnenfinsternis statt. 2015 wird sich diese in Grönland ereignen; in der Schweiz kommt es am Freitag lediglich zu einer partiellen Sonnenfinsternis. (Archivbild)

Am 11. August 1999 fand in der Schweiz die letzte totale Sonnenfinsternis statt. 2015 wird sich diese in Grönland ereignen; in der Schweiz kommt es am Freitag lediglich zu einer partiellen Sonnenfinsternis. (Archivbild)

Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte Brillen oder selbstgebaute Anlage zum Schutz der Augen verwenden. Ansonsten kann ein Blick in die verdunkelte Sonne irreparable Schäden an der Netzhaut verursachen.

Sonnenfinsternisse wurden bereits 800 vor Christus von den Babyloniern beobachtet. Bis in die Neuzeit jedoch galten sie als Unheil bringende Zeichen göttlicher Mächte. Erst mit der Etablierung des heliozentrischen Weltbildes rückte die wissenschaftliche Behandlung des Themas in den Vordergrund.

Heutzutage kann man den Verlauf kosmischer Ereignisse genau voraussagen. So wird sich die totale Sonnenfinsternis vom kommenden Freitag rund um Grönland ereignen. In der Schweiz findet nur eine partielle Finsternis statt, das heisst, der Mond verdeckt die Sonne nicht vollständig.

Laut Angaben der Urania-Sternwarte beträgt die maximale Verdeckung der Sonne in der Region Zürich fast 75 Prozent. Sie findet um 10.34 Uhr statt, also knapp eine Stunde nach dem Beginn des kosmischen Ereignisses um 9.26 Uhr.

Für die Beobachtung der verdunkelten Sonne sind sogenannte Sonnenfinsternisbrillen unerlässlich. Sie sind ausgestattet mit einer Filterfolie aus Aluminium, die besonders wenig Licht durchlässt und die Netzhaut vor dem Verbrennen schützt.

Nur mit ihnen ist der direkte Blick in die Sonne möglich. «Der Blick in die verdunkelte Sonne kann irreparable Schäden an der Netzhaut verursachen», sagt Peter Paul Ciechanowski, Augenarzt aus Dietikon. Falls man trotzdem ungeschützt in die verfinsterte Sonne blickt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Da sich der Mond insgesamt zwei Stunden und 20 Minuten lang zwischen die Erde und die Sonne schiebt, können die Temperaturen fallen. Bei einer totalen Sonnenfinsternis verstummen sogar die Tiere, in der Meinung, es sei Nacht.

So bastelt man selber

Kurt Sauter aus Urdorf hat für die Sonnenfinsternis von 1999 eine Anlage zum gefahrlosen Verfolgen der Sonnenfinsternis gebaut und der Limmattaler Zeitung ein Bild davon geschickt. Die Feldstecher-Projektion lässt sich auch zu Hause nachbauen.

Kurt Sauter aus Urdorf hat für die Sonnenfinsternis von 1999 eine Anlage zum gefahrlosen Verfolgen der Sonnenfinsternis gebaut und der Limmattaler Zeitung ein Bild davon geschickt. Die Feldstecher-Projektion lässt sich auch zu Hause nachbauen.

Die letzte totale Sonnenfinsternis in Europa fand im August 1999 statt. Der pensionierte Maschineningenieur Kurt Sauter aus Urdorf verfolgte sie mittels seiner selbst gebauten Feldstecher-Projektion. Um die Apparatur einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, fertigte er eine Anleitung zum Nachbauen an:

Bevor der Feldstecher auf das Stativ montiert wird, muss er von Auge auf unendlich scharf gestellt werden. Mithilfe des Schattenkartons wird einem der beiden Objektive die Durchsicht gestattet. Als Projektionsfläche dient ein weisses Papier, das zentriert zum Feldstecher auf dem Boden platziert wird.

Kurt Sauter aus Urdorf hat für die Sonnenfinsternis von 1999 eine Anlage zum gefahrlosen Verfolgen der Sonnenfinsternis gebaut und der Limmattaler Zeitung ein Bild davon geschickt. Die Feldstecher-Projektion lässt sich auch zu Hause nachbauen.

Kurt Sauter aus Urdorf hat für die Sonnenfinsternis von 1999 eine Anlage zum gefahrlosen Verfolgen der Sonnenfinsternis gebaut und der Limmattaler Zeitung ein Bild davon geschickt. Die Feldstecher-Projektion lässt sich auch zu Hause nachbauen.

Darauf lässt sich die Sonnenfinsternis zwar spiegelverkehrt, aber dafür gefahrlos betrachten. Da die Finsternis über zwei Stunden dauert, muss die Anlage entsprechend dem Sonnenverlauf nachgerückt werden.

Schwankungen im Stromnetz

Ein weiterer Faktor spielt die Sonnenfinsternis bei der Energieproduktion. Wenn die Sonne am Freitagmorgen um halb zehn Uhr quasi untergeht, speisen sämtliche Sonnenenergie-Anlagen fast gleichzeitig keinen Strom mehr ins Netz.

Die Schweiz ist davon weniger betroffen als beispielsweise Deutschland, da die Photovoltaik hier weniger üblich ist. Weil unser Stromnetz aber eng mit demjenigen der Nachbarländer verflochten ist, haben dortige Schwankungen indirekten Einfluss darauf. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lichter ausgehen, ist aber sehr gering.

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