Als Harry Sturzenegger, seit mehr als 30 Jahren begeisterter Schauspieler, Regisseur und Theaterautor, das Stück «Der Floh im Ohr» des französischen Dramatikers Georges Feydeau sah, war er begeistert. So begeistert, dass er die rasante Verwechslungskomödie selber inszenieren wollte. Dazu übersetzte er nicht nur das französische Original in den Schweizer Dialekt, sondern änderte auch die Handlung so, dass das Bühnenstück für Laientheater funktioniert. Entstanden ist «En fatale Liebesbrief». Am Samstag wurde das Stück von der Waldegg-Bühne Uitikon im Üdiker-Huus zum ersten Mal aufgeführt.

Alles beginnt mit einem Paket, eigentlich bestimmt für Viktor-Emanuel Inderbitzin, welches von seiner Ehefrau Rita Inderbitzin abgefangen wird. Sie findet darin die roten Hosenträger ihres Gatten, Absender ist das berüchtigte Hotel «Aphrodite». Für Rita ist klar: Ihr Ehemann betrügt sie. Um ihn in flagranti zu erwischen, lässt sie ihre beste Freundin einen Liebesbrief aufsetzen und lädt Viktor-Emanuel zu einem falschen Rendezvous ins Hotel ein. Dieser schickt jedoch seinen Freund Charly Vögeli an seiner Stelle los. Als dann noch der Mann der besten Freundin den Liebesbrief zu sehen bekommt, darin die Handschrift seiner Frau erkennt und im Hotel ein Doppelgänger von Viktor-Emanuel auftaucht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Verwechslungen und Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Viel Arbeit, viel Freude

«En fatale Liebesbrief» ist ein rasantes Stück, das einmal in Fahrt gekommen, nicht mehr an Tempo verliert. Die turbulenten Szenen verlangen den Schauspielern einiges ab, doch Zeiteinteilung und Einsatz stimmen bei allen.

Roland Wismer spielt mit Viktor-Emanuel Inderbitzin und dessen Doppelgänger gleich zwei Rollen, und meistert die doppelte Belastung mit Bravour. Dem Publikum gefällt die Komödie und das Ensemble, welches das Stück seit Oktober wöchentlich geprobt hat, wird mit grossem Applaus verabschiedet. Alfred Wismer, Präsident des Theatervereins, zeigt sich nach der Vorstellung entsprechend zufrieden: «Es war viel Arbeit, doch die Premiere hat mir grosse Freude bereitet. Heute hat alles gestimmt.»

Das Stück ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Harry Sturzenegger und der Waldegg-Bühne Uitikon. Bereits 2014 inszenierte Sturzenegger mit grossem Erfolg eine Aufführung. Die Chemie zwischen Regisseur und Ensemble stimmt offensichtlich. Wismer ist des Lobes voll für Sturzenegger: «Die Schauspieler fühlen sich bei ihm einfach wohl. Wir werden ihn für das nächste Jahr definitiv nochmals anfragen.» Zunächst wird «En fatale Liebesbrief» bis zum 22. März aber noch weitere sechs Mal aufgeführt.