Bergdietikon

So traf Anna auf Albert Schweitzer

Anna Joss (Anouk Plattner) liest Oskar Kambly (Daniel Kasztura) einen Brief von Albert Schweitzer vor.

Anna Joss (Anouk Plattner) liest Oskar Kambly (Daniel Kasztura) einen Brief von Albert Schweitzer vor.

Der Verein Hof-Theater brachte mit der Eigenproduktion «Annas Afrika» den Schwarzen Kontinent nach Bergdietikon. Das Stück kam beim Publikum an.

Kröschenbrunnen ist ein kleines Dorf im tiefsten Emmental. Dort, nahe an der Kantonsgrenze zu Luzern, lebt und arbeitet Anna Joss. Die unverheiratete 40-jährige Dorflehrerin erfährt nach einem Schicksalsschlag aus einem Büchlein über die Arbeit von Albert Schweitzer. Der gebürtige Elsässer eröffnete 1913 im zentralafrikanischen Gabun ein Krankenhaus, um der einheimischen Bevölkerung ein Minimum an medizinischer Hilfe zu gewährleisten.

Bergdietiker Hof war perfekt

Es beginnt ein reger Briefwechsel zwischen den Beiden. Bald lädt Anna Joss den Schweizer Urwaldarzt zu einem Vortrag in die beschauliche Berner Provinz ein, den er aber erst im Mai 1922 hält. Nun ist Anna Joss noch faszinierter von der Arbeit Schweitzers und widmet fortan ihre karge Freizeit dessen Hilfswerk, indem sie alltägliche Dinge herstellt und nach Afrika schickt.

Dies ist die Ausgangslage für das Stück «Annas Afrika», das der Verein Hof-Theater in Bergdietikon aufgeführt hat. Die offene Scheune auf dem Hof von Barbara und Martin Eichenberger war dafür die perfekte Kulisse. Immer wieder wirbelte der Wind spontan Strohhalme durch die Gegend. Manchmal landeten sie auch auf dem Hackbrett von Remo Crivelli, der die Aufführung musikalisch begleitete.

Kinder sind Annas Leben

Im Jahr 1901 wird Anna Joss zur Lehrerin in Kröschenbrunnen gewählt. Die Schule und die Kinder sind ihr Leben, von Männern will sie nichts wissen, obschon manch einer ein Auge auf sie wirft. Doch Anna Joss bleibt standfest: «Ä Jungfere bini und wotti blibe», sagt sie. Doch immer wieder kreisen ihre Gedanken um das Büchlein über Albert Schweitzer. Auch Pöstler Emil macht sich anfänglich lustig über das Engagement von Anna. Doch jedes Mal wenn er einen neuen Brief von Albert Schweitzer überbringt, wächst seine Neugier. So erfährt das Dorf im Emmental, dass Albert Schweitzer von früh bis spät Patienten betreut und nachts noch schreibt. «Wann schläft er denn?», fragt Pöstler Emil irritiert.

Die Unterstützung für das Hilfswerk wird stetig ausgebaut. 35 Jahre später beehrt der Urwaldarzt Albert Schweitzer Kröschenbrunnen noch einmal. Doch wiederum vergeht die Zeit für Anna Joss viel zu schnell.

«Ich bin sehr beeindruckt»

Anouk Plattner, die Anna Joss spielte, lebte in ihrer Rolle richtig auf. Doch nicht nur sie kam beim Bergdietiker Publikum ausgezeichnet an. «Diese Theateraufführung war für uns ein neues Erlebnis», sagte Besucher Martin Eichenberger nach der Premiere. «Ich bin vom Stück sehr beeindruckt und habe Albert Schweitzer neu kennen gelernt.»

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