Drohne
So spektakulär sieht es aus, wenn zwei Weininger für ihre Leidenschaft abheben

Mit der Drohne fotografieren und filmen zwei 15-jährige Kantonsschüler das Limmattal von oben. Dabei gelingen Timo Haenseler und Yannick Grieco spektakuläre Aufnahmen.

Ly Vuong
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Ein eingespieltes Team: Timo Haenseler und Yannick Grieco
10 Bilder
Wald mit Drohne aufgenommen
Drohnenfotografie von Timo Haenseler und Yannick Grieco
Weiningen aus der Vogelperspektive im Winter
Drohnenselfie Timo und Yannick
Sternenspuren 21 Fotos mit je drei Minuten Verschlusszeit
Experimentelle Fotografie - Brennende Stahlwohle geschwungen unter einer Brücke bei Geroldswil
Architekturfotografie - Die Stadt aus einem anderen Blickwinkel
Tierfotografie
Ein eingespieltes Team Timo und Yannick 1

Ein eingespieltes Team: Timo Haenseler und Yannick Grieco

Timo Haenseler & Yannick Grieco

Das Weininger Rebblüetefäscht vom Juni kann man heute immer noch hautnah erleben – und zwar in den Aufnahmen der beiden Kantischüler Timo Haenseler und Yannick Grieco. Unter anderem haben sie mit einer Drohnenkamera aus der Vogelperspektive gefilmt und die Aufnahmen auf Wunsch des Fest-Organisators mit dynamischer Instrumentalmusik unterlegt.

Die beiden 15-jährigen Weininger fotografieren und filmen auf Auftrag mit Drohnen- und Spiegelreflexkamera. Über die Website der Gemeinde Weiningen kann man sie buchen. «Für die Pferdepension Haug haben wir ein Video gedreht und Räumlichkeiten und Wiese aus verschiedenen Perspektiven gefilmt», sagt Timo. Sie hätten sich informiert, wie hoch der Stundenansatz von professionellen Eventfilmern und Fotografen sei, und würden weniger verlangen, als die Profis es tun. Yannick macht vor allem Fotos und Fotobearbeitung und Timo Drohnenbilder, Film, Schnitt und Vertonung. Diese Arbeitsteilung habe sich automatisch so ergeben, sagen die beiden.

Alles fing in Singapur an

Die beiden Freunde kennen sich seit der ersten Primarklasse. Doch in der vierten Klasse zügelte Timo zusammen mit seiner Familie für vier Jahre nach Singapur, weil sein Vater dort als Bankangestellter arbeitete. In dieser Zeit sei er mit seiner Familie viel in Asien und Australien gereist, erzählt er. «Während der Reisen habe ich angefangen, die Ortschaften und Landschaften mit der Kamera meiner Eltern aufzunehmen», so Timo. 2015 kaufte er sich eine Spiegelreflexkamera und brachte sich die die Grundlagen zur Bedienung selber bei – mit Youtube-Videos. Nachdem er zurück in Weiningen war, ging es nicht lange, bis er auch Yannick mit seiner Begeisterung angesteckt hatte.

«Wir lassen uns von Aufnahmen und Bildern auf Youtube und Instagram inspirieren», sagt Yannick. Dabei entstehen teilweise spektakuläre Aufnahmen. So banden die beiden Freunde brennende Stahlwolle an einen Schwingbesen und befestigten diesen an einer Schnur. Bei Dunkelheit schwangen sie die Konstruktion durch die Luft und fotografierten das Ganze mit langer Verschlusszeit. Entstanden ist ein eindrückliches Bild mit Feuerkreisen. In den Bergen nahm Timo Sternenbewegungen auf. Bei einer Verschlusszeit von je drei Minuten schoss er insgesamt 21 Fotos und liess diese von einem Programm zu einem Bild zusammensetzen. Diese Art Fotografie wird «Startrail» genannt. Daneben schiessen die beiden auch Architektur-, Landschafts- und Naturbilder, die von der Makrosicht bis zur Vogelperspektive reichen.

«Irgendwann möchte ich in Kanada und Alaska filmen und fotografieren», verrät Timo, der für sein junges Alter schon weit herumgekommen ist: Er war schon auf allen fünf Kontinenten unterwegs. Yannick wiederum will einmal nach Australien reisen, wo Timo bereits war. Weiningen sei zwar schön, finden die beiden, doch seien die Möglichkeiten, verschiedene Landschaften zu fotografieren, begrenzt.

Instagram-Generation

Um zu mehr Bekanntheit zu gelangen, nutzen Timo und Yannick vor allem Instagram. «Unsere Generation ist mehr auf Instagram als auf Facebook unterwegs», sagt Timo. «Wenn wir bei Instagram ein Foto liken, ist das auch Werbung für uns», sagt Yannick. Manchmal würden andere, denen das Bild ebenfalls gefällt, so auf ihr Profil aufmerksam – und damit auf eine neue Bilderwelt.

Drohnenfotografie: Was erlaubt ist

Grundsätzlich können Drohnen unter 30 Kilogramm Gewicht ohne Bewilligung geflogen werden. «Ich mache nur legale Aufnahmen», sagt der 15-jährige Timo Haenseler.

Seine Drohne, die etwas über 500 Gramm wiegt, steuert er immer mit Sichtkontakt. Ohne Sichtkontakt benötigt man eine Bewilligung. Ebenfalls braucht es eine Bewilligung für Drohnenflüge im Umkreis von 100 Metern über Menschenansammlungen von über zwei Dutzend Personen.

Timo hat zudem eine App, die anzeigt, wohin seine Drohne fliegen darf und wo nicht. So etwa ist es im Umkreis von fünf Kilometern eines Flughafens verboten, Drohnen zu fliegen. In Wohngegenden achtet er auf Datenschutz. Personen und private Innenräume sollten auf den Bildern nicht erkennbar sein.

Für die Aufnahmen vom Rebblüetefäscht brauchten die jungen Weiniger zudem eine Bewilligung der Organisatoren. (VUO)