Der Stadtrat hat jetzt mit den entsprechenden Läden Kontakt aufgenommen, um eine Lösung für das Problem zu finden.

«Wir haben alle 18 Verkaufsstellen von Unterwegsverpflegung im Zentrum angeschrieben», erklärt Gesundheits- und Sicherheitsvorstand Heinz Illi. Zusammen mit den Betrieben wolle man einen Verhaltenskodex erarbeiten. «Dieser Kodex definiert unter anderem die Reinigungs- und Entsorgungsleistung sowie Abfallverminderung und -vermeidung», so Illi.

Betriebe schlagen Lösungen vor

Mit Vertretern aus vier Betrieben habe man bereits Gespräche durchführen können, die anderen werde man erneut kontaktieren.«Die Reaktionen auf diese Treffen waren sehr positiv. Die Betriebe sind ebenfalls daran interessiert, die Stadt sauber zu halten, und wollen dabei helfen», erklärt Illi. Gemeinsam habe man nach Lösungen gesucht, die dem jeweiligen Betrieb und seinen Kapazitäten entsprechen. «Einige haben angeboten, die überquellenden Abfallkübel öfter zu leeren oder zusätzliche Abfallkübel aufzustellen», sagt Illi. «An anderen Orten können wir dafür sorgen, dass ein Reinigungsfahrzeug durchfährt.»

Verpackungen kennzeichnen

Ein paar Betreiber haben sich bereit erklärt, den Abfall rund um ihren Stand selbst aufzusammeln. Das entspricht der Forderung von CVP-Gemeinderat Max Wiederkehr, die er in einem Postulat im November 2011 vorgebracht hat. Er schlug vor, die Verpackungen zu kennzeichnen, um die Verschmutzer zu identifizieren. Heinz Illi hält eine solche Kennzeichnung bei der Beurteilung der Verkaufsbetriebe für hilfreich. «Falls sich damit herausstellt, dass sich vor allem ein Betrieb nicht um seinen Abfall kümmert, könnte man allenfalls eine Gebühr für ihn erwirken», so Illi. Dafür müsse aber zuerst eine rechtliche Grundlage geschaffen werden. Ebenso müsse geprüft werden, inwieweit eine kommunale Verpflichtung zur Kennzeichnung möglich ist.

«Abwarten, was sich wirklich tut»


CVP-Gemeinderat Max Wiederkehr zeigt sich zufrieden mit diesen Entwicklungen. «Es stimmt mich positiv, dass der Stadtrat sich aktiv zeigt und sich die Betriebe für Gespräche gemeldet haben», sagt Wiederkehr. Jetzt müsse man abwarten, was sich in der Praxis effektiv verändere. «Mir ist klar, dass das Problem nicht einfach lösbar ist. Darum werden wir immer wieder dran bleiben und es thematisieren», so Wiederkehr. Er wünscht sich, dass das Problem auch in den Wohnquartieren angepackt wird und dort wie im Stadtzentrum Plakataktionen durchgeführt werden.

Gesteigerte Kübelkapazität

Neben den Plakataktionen und dem Verhaltenskodex soll ein neues Abfalleimerkonzept im Kampf gegen Littering helfen: Die vorhandenen Eimer wurden vergrössert und 50 zusätzliche aufgestellt. Damit erhöht sich die Kübelkapazität um 57 Prozent von 12 800 auf 22 500 Liter. Zudem verteilt die Stadtpolizei weiterhin Ordnungsbussen von 80 Franken für weggeworfenen Abfall. «Diese Ordnungsbussen werden konsequent ausgeteilt», versichert Illi. Dieses Jahr startet ausserdem ein Pilotprojekt: Der Ordnungsdienst «Sicherheit Intervention Prävention» (SIP) soll die Verschmutzer auf öffentlichen Plätzen ansprechen und auf korrektes Verhalten hinweisen.