Badesaison im Limmattal
So machts keinen Spass: "Wenn aber gegen Mittag niemand in der Anlage ist, schliessen wir»

Die kommenden Tage könnten heiss werden, sommerlich heiss. Die Freibäder der Region wird dies freuen. Der Rückblick hingegen lässt die Verantwortlichen buchstäblich schaudern.

Aline Ilk
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Kalt und nass - für die Bäder war der Spätfrühling wahrlich keine Freude.

Kalt und nass - für die Bäder war der Spätfrühling wahrlich keine Freude.

AIK

In der Badi im Gras liegen, die Sonne geniessen, braun werden und sich zwischendurch im erfrischenden Wasser abkühlen – diese Vorstellung ist bisher meist nur ein Traum geblieben. Im Limmattal zeigte sich das Wetter bis zum gestrigen Sommerbeginn von seiner nassen und grauen Seite.

Für die Freibäder im Limmattal läuft die Saison bisher dementsprechend eher schlecht. Die Aussicht, im Badeanzug im Regen zu frieren, schreckt offenbar viele Menschen ab. 6000 Besucher kamen im Juni 2015 ins Biobad im Moos in Schlieren – dieses Jahr waren es seit dem Saisonstart im Mai nur knapp 700. «Wie die Bauern schauen wir jeden Tag auf diversen Wetterstationen im Internet, wann es endlich besseres Wetter gibt», sagt André Thoma, Leiter des Sekretariats Werke Schlieren. «Trotz dem schlechten Wetter haben wir täglich geöffnet. Sofern jemand am Schwimmen ist, bleibt die Anlage offen. Wenn aber gegen Mittag niemand in der Anlage ist, schliessen wir.»

Die Wassertemperatur wird im Biobad während der ganzen Saison mit Biogas auf 22 Grad geheizt. Laut Thoma achten sie darauf, dass die Temperatur immer etwa gleich warm sei. Wenn das Wasser zu kalt oder zu heiss wird, schade dies den Pflanzen und Algen im Bad.

Trotz Regen etwas los

Die Bio-Badeanstalt lässt sich aber vom schlechten Wetter nicht unterbringen und organisiert viele Anlässe und Angebote wie Tauchkurse und Aquafit-Lektionen an, damit die Besucher andere Anreize haben, in die Badi zu kommen: «Vier Mal in der Saison veranstalten wir ein Vollmondschwimmen. Dieses führen wir bei jeder Witterung durch. Die Besucher können grillieren und baden bis um Mitternacht.», sagt Thoma. Ausserdem würden einige Schulklassen ihre Sportlektionen hier durchführen. Schönes Wetter erhofft er sich für das Open Air Kino ‹Kino am Pool›, das im August stattfinden wird.

Nicht nur in Schlieren hat man mit dem regnerischen Sommer zu kämpfen, auch im Schwimmbad «Zwischen den Hölzern» in Oberengstringen bleiben die Besucher aus. «Zu uns kommen momentan mehrheitlich Sportler, die jeden Tag hier trainieren», sagt Betriebsleiterin Carole Schaffner. «Andere Besucher haben wir in diesem Jahr bisher eher wenige.» Das Wasser werde nicht geheizt, die Temperatur betrage aber trotz des ständigen Regens etwa 19 Grad.

8000 Besucher mehr

Im Freibad Geren in Birmensdorf nimmt man die Lage gelassen. «Wir können leider nichts am Wetter ändern», sagt Marlies Graf Beeli, Pächterin des Restaurants im Freibad. «Der Monat Mai war sehr regnerisch und der Juni ist leider auch nicht besser.» Laut Graf hatten sie im letzten Sommer bis zu 8000 Besucher mehr als dieses Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Auch in Birmensdorf ist das Wasser geheizt. Wenn es regnet, bleibt das Freibad aber grundsätzlich geschlossen, sagt Graf. Auch hier kämen momentan mehrheitlich Sportler, um ihre Längen zu schwimmen.

Das Freibad Weihermatt in Urdorf werde seit Beginn der Saison fast nur von Stammgästen besucht, sagt Ramona Betschart, Sachbearbeiterin Liegenschaften und Sportbetriebe. Wie Betschart sagt, müsse man das Beste daraus machen. So könnten beispielsweise bereits Vorbereitungen für die nächste Wintersaison getroffen werden.

Das Freibad Fondli in Dietikon verzeichnet seit Beginn der Freibad-Saison laut Bruno Rabe, Leiter im Amt für Umwelt und Gesundheit, mehr Besucher im Hallenbad als im Aussenbad. In Dietikon schliesst die Badi nur bei Gewittern, weil dann das Baden für die Gäste zu gefährlich werde, so Rabe.

Aus allen Limmattaler Freibädern ist die Hoffnung auf besseres Wetter zu vernehmen, damit die Saison endlich richtig beginnen kann. Bereits ab heute und in den nächsten Tagen wird es laut Wetterberichten bis zu 30 Grad heiss.