Im kommenden Sommer erfolgt der Spatenstich für die Limmattalbahn-Bauarbeiten in Dietikon. Dann ist Geduld gefragt. Für drei Jahre: Im Sommer 2022 sollen die Bauarbeiten fertig werden.

Gestern haben die Limmattalbahn-Verantwortlichen das Verkehrsregime präsentiert, das während der dreijährigen Bauzeit gilt. An zwei Orten kommt es zu grossräumigem Einbahnverkehr.

So lässt sich die Zürcherstrasse von Mitte 2019 bis Mitte 2021 nur noch nach Westen in Richtung Zentrum befahren. Wer in Richtung Osten fahren will, muss auf die Schöneggstrasse ausweichen.

Dieser Grosskreisel gilt in Dietikon-Ost von Mitte 2019 bis Mitte 2021

Dieser Grosskreisel gilt in Dietikon-Ost von Mitte 2019 bis Mitte 2021

Ähnlich sieht es weiter westlich aus: Die Badenerstrasse ist von der Steinmürlistrasse bis zur Bäckerstrasse nur von Westen nach Osten befahrbar, also in Richtung Zentrum. Die Überlandstrasse wiederum ist im Abschnitt Weiningerstrasse bis zur Bunkerkreuzung nur in Richtung Spreitenbach befahrbar. So entsteht sozusagen ein riesiger Kreisel. Er wird die Autofahrer von Mitte 2019 bis Frühling 2022 auf Umwege führen.

Dieser Grosskreisel gilt in Dietikon-West von Mitte 2019 bis Frühling 2022

Dieser Grosskreisel gilt in Dietikon-West von Mitte 2019 bis Frühling 2022

Das gewählte Verkehrsregime bringt also mehr Verkehr auf die zentrale Achse Bäckerstrasse-Weiningerstrasse. Eine Achse, auf der auch unter normalen Umständen immer wieder Geduld vonnöten ist. Zudem kommt es auf der Schöneggstrasse zu mehr Verkehr.

Zweimal wird in Dietikon zudem eine sogenannte Intensivbaustelle nötig, für die einzelne Strassen zu Sackgassen werden. Diese Intensivbaustelle finden jeweils während den fünf Wochen Sommerferien statt, wenn weniger Verkehr auf den Strassen unterwegs ist.

Zollhaus-Brücke wird gesperrt

Die erste Intensivbaustelle gibt es in den Sommerferien 2020. Dann wird der Abschnitt von der Bäckerstrasse über die Reppischbrücke beim Zollhaus bis zur Oetwilerstrasse gesperrt. Zwischen Bäckerstrasse und Oetwilerstrasse fliesst dann also kein Verkehr. Das heisst: Die Badenerstrasse wird in Richtung Osten, also in Richtung Zentrum, zur Sackgasse, und die Zentralstrasse wird in Richtung Westen zur Sackgasse.

Wer dann von Spreitenbach her ins Dietiker Zentrum fahren will, muss auf die Steinmürlistrasse ausweichen und so einen Umweg durchs Oberdorf fahren. Dieser zusätzliche Verkehr auf der Steinmürlistrasse ist auch der Grund dafür, wieso die Sanierung der Reppischbrücke Oberdorfstrasse bis Ende August 2019 fertig sein muss (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die erneuerte Brücke muss für den Umleitungsverkehr im Sommer 2020 bereit sein.

Eine zweite Limmattalbahn-Intensivbaustelle in Dietikon wird in den Sommerferien 2021 eingerichtet. Sie befindet sich im Herzen der Stadt. Konkret wird die Bremgartnerstrasse zwischen Kirchplatz und Stadthaus – wo die Oberdorfstrasse und die Schöneggstrasse abzweigen – während den fünfwöchigen Sommerferien nicht befahrbar sein. Die Ost-West-Verbindung Zürcherstrasse-Zentralstrasse wird aber auch während dieser Zeit in beide Richtungen offen sein. Es gibt also keine Vollsperrung. Zudem wird zwischen dem heutigen BDB-Bahnhof und dem Kirchplatz gebaut, wo aber für den Individualverkehr sowieso ein Fahrverbot gilt.

Die Teilsperrung der Bremgartnerstrasse hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr: Anstelle der BDB-Züge verkehren Ersatzbusse. Sie werden nahe des heutigen BDB-Perrons abfahren und von dort über die Post-, die Asyl- und die Schöneggstrasse fahren, ehe sie auf die Bremgartnerstrasse einbiegen, um ab dort auf der gewohnten Route weiterzufahren. Noch ist offen, ob die BDB-Passagiere in Rudolfstetten oder andernorts wieder auf die Bahn umsteigen können oder ob die Ersatzbusse bis nach Wohlen verkehren.

Die genannten Einschränkungen gelten jeweils auch für Velofahrer. Diese werden aber an manchen Orte kürzere Umwege fahren können, indem sie auf Quartierstrassen ausweichen. Zudem erhalten sie dank der zahlreichen Strassenumgestaltungen neu Velostreifen. Für Fussgänger sind die meisten Verbindungen auch während der Limmattalbahn-Baustelle durchgehend begehbar.

Von der Baustelle ist neben dem rollenden auch der ruhende Verkehr betroffen. Einige Parkplätze müssen der Limmattalbahn weichen. Die Verantwortlichen führen dazu eine Statistik. Im Dietiker Zentrum gibt es heute 83 öffentliche Parkplätze. Nach den Bauarbeiten werden es noch 59 sein. Während den Bauarbeiten sind es jeweils noch weniger. Am wenigsten Parkplätze stehen zwischen August und Dezember 2020 zur Verfügung: Dann sind es zeitweise nur 37 Plätze. Hinzu kommen allerdings noch die zahlreichen privaten Parkplätze, die im Zentrum auch vorhanden sind.

An der Badenerstrasse nimmt die Zahl der öffentlichen Parkplätze von heute 30 auf neu 28 ab. Während der Bauarbeiten sind es zeitweise massiv weniger. In den Sommerferien 2020 stehen nur 9 öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Vor dem Denner hat es in diesen Wochen keine Parkplätze. Nach den Bauarbeiten sind an der Badenerstrasse 28 öffentliche Parkplätze vorhanden.

All diese Informationen hat die Limmattalbahn AG gestern dem Gewerbe im Hotel Sommerau Ticino präsentiert. Elio Frapolli und sein Team tischten ein grosses Zmorge auf, damit das Gewerbe die Baustellen-Infos besser verdaut. Auch Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) war vor Ort. «Wir müssen nichts schönreden. Die Baustelle wird uns alle beschäftigen und wir werden uns auch manchmal ärgern», sagte er.

Stadt will Chancen aufzeigen

Die Stadt will dem Dietiker Gewerbe möglichst unter die Arme greifen, damit die Geschäfte die Bauzeit überleben. So will die Stadt zusätzliche temporäre Parkplätze zur Verfügung stellen, wie der Dietiker Standortförderer Adrian Ebenberger sagte. Zudem sollen alle vorhandenen Parkplätze in der Bauzeit besonders gut signalisiert werden. Weiter will die Stadt längere Ladenöffnungszeiten flexibler bewilligen. Ausserdem will die Stadt die Chancen aufzeigen, die die Limmattalbahn mit sich bringt – so etwa die Erneuerung und Verdichtung der Bausubstanz entlang der Bahnlinie, die letztlich mehr Einwohner, mehr Kaufkraft, mehr Steuerkraft und eine Reduktion der Soziallasten mit sich bringen soll. Ausserdem werde der öffentliche Raum aufgewertet und das Image von Dietikon verbessert, wie Jürg Bösch, Leiter des Dietiker Stadtplanungsamts, ausführte.

Mit Anwohnerschreiben, einem Info-Pavillon und weiteren Aktionen wollen die Stadt und die Limmattalbahn AG zudem sicherstellen, dass alle Betroffenen stets Bescheid wissen. Die Verantwortlichen betonten am Gewerbe-Zmorge zudem, dass man sich bei Anliegen oder Komplikationen wegen der Baustelle schnell bei der Limmattalbahn AG melden soll. «Machen Sie nicht die Faust im Sack, sondern melden Sie sich sofort», sagte Verwaltungsratspräsident Hans Egloff. Damit habe man in Schlieren gute Erfahrungen gemacht.

«Die Limmattalbahn AG wird sich bemühen, dass die Bauzeit für alle so erträglich wie möglich wird und sie wird dem Gewerbe wenn möglich entgegenkommen. Die Erfahrungen aus Schlieren zeigten zudem, dass die Auswirkungen geringer waren als ursprünglich angenommen», führte zudem Gesamtprojektleiter Daniel Issler aus.