Wer dieser Tage über die Dorfstrasse, an der Welbrigstrasse vorbei, von Geroldswil nach Weiningen gelaufen ist und links hinauf geschaut hat, blickte auf die strahlend grünen Weinreben am Hang. Wer sich noch einen Schritt näher heran getraut hat, konnte sogar die kleinen hellgrünen Beeren sehen.

Dass die Reben dieses Jahr doch noch blühen und Früchte tragen, grenzt an ein kleines Wunder. Der Frost im April hatte den Reben stark zugesetzt und es sah düster aus. Doch die Pflanzen trotzten den Widrigkeiten. Dies macht das Weininger Rebblütenfest, das an diesem Wochenende stattfand, zu einem besonders erfreulichen Ereignis. Die Sonne lockt die Besucher aufs Festgelände.

«So kitschig schön war es schon lange nicht mehr.», sagt denn auch Jakob Haug vom Organisationskomitee. Es herrscht ausgelassene Stimmung, und an jeder Ecke wartet eine neue Attraktion. Schon beim Betreten zischt Yetis Steamtaxi an einem vorbei und befördert Fahrgäste mit dem Dampftraktor vom einen Ende des Geländes zum anderen. Die Chilbi mit ihren vielen Fahrgeschäften kann man schon von weitem hören. Direkt nebenan hat die Pfadi Altberg ihren Adventure-Park mit Kletterwand aufgestellt.

Etwas ruhiger lässt es sich zwischen den einzelnen Ständen und Beizen schlendern. An den Degustationsständen bieten die Weininger Rebbauern ihre edlen Tropfen an, und auf dem Dorfmarkt können regionale Spezialitäten sowie Kunsthandwerk erworben werden.
Ein weiterer Klassiker sind die vielen originellen Beizen. Wer sich vor der Weindegustation ein Fundament schaffen will oder einfach Hunger hat, ist hier richtig.

Vom Fitness-Teller bis zum Burger findet sich fast alles. Die Beizen werden jedes Jahr von den lokalen Vereinen organisiert. Dieses Jahr neu mit dabei: Das Räb Rock Cafe vom Räbhüüsliclub Chilespitz. Ganz im Stil des Hard Rock Cafe und eines amerikanischen Diners werden hier saftige Pouletflügel und Burger serviert.

Auf der grossen Show-Bühne sind während des ganzen Fests immer wieder verschiedene Auftritte zu sehen. Die Höhepunkte am Samstagnachmittag waren die tanzenden Capoeira Kampfkünstler aus Meilen sowie die karibischen Klänge der Swiss Jungle Drummers Steelband.
Das Rebblütenfest lebt von seinen Klassikern und traditionellen Ständen, genauso wie von den immer neuen Attraktionen.

«Wir möchten den Besuchern jedes Jahr etwas Neues an Höhepunkten bieten. Dies ist eine unserer Herausforderungen», so Jakob Haug. Viele Besucher des Rebblütenfestes schätzen nicht nur die Attraktionen und den Wein, sondern auch das gesellige Miteinander.

Hansruedi Baumann, gebürtiger Bergdietiker und seit über 40 Jahren in Neuseeland lebend, ist extra für das Fest angereist: «Hier treffe ich alte Schulkameraden wieder und gute Freunde. Wir kommen fast jedes Jahr». Bettina Van Puyenbroeck-Egger sitzt mit am Tisch und ist ebenfalls regelmässige Besucherin: «Es ist die Stimmung und die Euphorie, die das Fest besonders macht». «Wir haben dieses Jahr tatsächlich besonders Grund zum Feiern», bestätigt Jakob Haug. «Dass es trotz des Frostes noch Blüten gab, macht das Fest umso schöner.»