Party

So genial und verrückt war die Limmattaler Schlittenparty

Trotz eisigen Temperaturen säumten hunderte fröhlicher Partyfans an der Mojito Schneebarparty kurz vor Mitternacht die Schlittensprungschanze. Alle wollten die neuen Sieger beim 11. Rodelkontest hautnah miterleben.

Innerhalb von nur drei Tagen verwandelte das Mojito-Team von Stephan Bernet einen Durchgang zwischen zwei alten Lagerhallen im Schlieremer Gaswerkareal in eine feuchtfröhliche Partymeile. «„Das Wetter war einfach genial und alles hat perfekt geklappt», freute sich Patron Bernet. Dort wo normalerweise nur ausgediente Bahngeleise an frühere, rege Tätigkeiten erinnern, dominierten am Wochenende einmal mehr Lichtmasten und Soundboxen das Geschehen. «Es ist einfach genial verrückt, die Mojito-Schneebar wird jedes Jahr geiler», kreischten ein paar Girls aus dem Bezirk Dietikon. Dass die drei Blondinen nicht nur super gut gelaunt, sondern für die kalte Witterung auch eher zu leicht bekleidet waren, störte weder die eine noch die andere. Kein Wunder lautete das Motto: Ein bisschen Spass muss sein, dann kommt die Erkältung von ganz allein. Aber auch die Mojito-Crew hat sich für die 14. Austragung hohe Ziele gesteckt. «Wir wollten dieses Jahr alles noch ein wenig besser machen als 2009 und haben deshalb auch auf kleine Details viel Aufmerksamkeit gelegt», sagte Baukoordinator Rolf Bäumler.

Viele Liebe zumDetail

Die neun Teams, die am Freitag zur Qualifikation antraten, scheuten für die Herstellung ihrer Schlitten weder Zeit noch Mühe. So sah man die verrücktesten, aber auch kreativsten Konstruktionen, die vom grossartigen Publikum mit viel Applaus honoriert wurden. Doch nicht jedes Gefährt war der grossen Herausforderung gewachsen, so dass zum Finale am Samstag nur noch sechs Gefährte starteten. Ob als überdimensionale Bierflasche, oder als edel gefertigter Beichtstuhl, ja sogar ein eindrucksvoll «eindeutiges» Gerät buhlte mit um Ruhm und Ehre. Die diesjährigen Sieger fielen durch einen besonders raffinierten Schlitten auf. Hunderte von kleinen Lämpchen funkelten am Gefährt «Daft Punk». Wie viel Aufwand Fabian Moon und Oliver Ostermann dafür betrieben, lässt sich nur schwer erahnen. Aber auch der Schlitten „Wir schaffen aus" fand grossen Anklang. In Anlehnung an die Volksabstimmung bastelten Reto Sonderegger aus Aesch und Alexander Koller aus Oberwil-Lieli ihren weissen Blitz zusammen. Dass am Ende nur Platz 5 herausschaute, störte die beiden Kamikazepiloten nicht. «Dabei sein ist alles», meinte Koller. «Etwas Fun und Gaudi mit einer Portion Risiko muss sein», doppelte Sonderegger nach. Zu 99 % werden die beiden auch im kommenden Jahr dabei sein. Nicht nur in der Länge beachtlich, auch das Flugverhalten von «Die Schweiz hat den Längsten» verhalf Sven Kabosch und Michael Koch zum Vizetitel. Das zürcherisch/thurgauische Vehikel hatte keineswegs einen schlüpfrigen Anstrich, sondern erinnerte an die Neat, den längsten Tunnel der Welt. «Mit der Styroporwand am Schanzentisch symbolisierten wir nochmals den Durchstich», erklärte Pilot Kabosch. Beeindruckend war auch die Infrastruktur unter der Leitung von Rolf Bäumler: «Für die Schanze waren sechzig Kubikmeter Schnee nötig und mit knapp 20 Personen haben wir hier die ganzen Aufbauten bewältigt». Eine solche Leistung in so kurzer Zeit, verdient grossen Respekt.

(Un-)bestechliche Jury

Der Sieg beim 11. Crazy Slide hing aber nicht nur von den Flugkünsten ab. Je perfekter die Opening-Performance der einzelnen Teams war, desto beeinflussbarer zeigten sich die Jurymitglieder. Kein Wunder, griffen alle Teams tief in die Trickkisten und erhofften sich mit der einen oder anderen «legalen» Bestechung einen Vorteil. «Für mich war der Aufwand, die Gestaltung und natürlich der Sprung entscheidend», sagte Juror Beppo Genovese. Vor allem die vielen Arbeitsstunden beim Schlitten «Daft Punk» haben auch Genovese beeindruckt. Ein bisschen verrückt müsse man eben schon sein, um hier mitzumachen, so Genovese weiter. Oben auf der Schanze zu stehen sei kein Problem. Aber hinunterfahren würde er nie und nimmer. «Dafür gibt es zum Glück die jungen Wilden», grinste Beppo Genovese.

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