Urdorf
So entsteht eine Stadt in der Stadt – in nur 12 Stunden

Der Circus Royal gastiert bereits zum zweiten Mal in Urdorf. Das Zirkuszelt bietet Platz für 900 Zuschauer, Tiere, allerlei Gerätschaften und nicht zuletzt die Artisten. 40 Arbeiter brauchen 12 Stunden für dessen Aufbau.

Anina Gepp
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Noch sieht es nicht so aus, als würde das Zelt bald stehen
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Insgesamt 40 Arbeiter helfen beim Zeltaufbau mit
Erst vor vier Wochen ist dieses Kamelbaby auf die Welt gekommen
Limmattal Zirkus
Die Ziegen sind zwar seit mehreren Jahren pensioniert, reisen aber noch immer mit dem Zirkus mit

Noch sieht es nicht so aus, als würde das Zelt bald stehen

Limmattaler Zeitung

Am Donnerstagmorgen herrscht noch Alltagsstimmung auf dem Parkplatz Zwischenbächen in Urdorf. Nichts deutet darauf hin, dass sich daran bald etwas ändern wird. Bevor die Akrobaten, Clowns und Tiere des Circus Royal heute Abend ihre Kunststücke und Tricks präsentieren können, muss die Zirkusstadt aufgebaut werden. Eine schweisstreibende Aufgabe, selbst bei kühlen Temperaturen.

Schon wenige Stunden später sieht es ganz anders aus: Überall stehen Lastwagen und Traktoren, kräftige Männer tragen Stangen und Blachen heran. Einer der Arbeiter bohrt so laut, dass der Lärm die ganze Baustelle übertönt. Plötzlich ist nichts mehr alltäglich. Der Zirkus ist angekommen. Bis 20 Uhr soll das ganze Zirkuszelt stehen.

Der traditionelle Circus Royal gastiert zum zweiten Mal in Urdorf. Sechs Vorführungen werden den Limmattaler geboten. «Wir mögen das Publikum hier sehr», sagt Martina Cirko, Leiterin des Zirkusbüros. Schade sei nur, dass es auf dem Parkplatz zu eng gewesen sei für die Wohnwagen der Artisten. Sie mussten in Schlieren an der Bachstrasse untergebracht werden. Busse transportieren die Zirkusleute hin und her. So habe es aber immerhin genügend Platz für die Tiere, sagt Cirko. Es sei dem Circus wichtig, dass sie sich zwischen den Aufführungen gut erholen können.

Pensionierte Ziegen reisen mit

In den Stallungen anzutreffen sind Lamas, Stiere, Pferde und Kamele. Letztere haben erst vor vier Wochen Nachwuchs bekommen. Die Ziegen hingegen reisen nur noch aus Spass mit der Zirkustruppe mit. Sie seien bereits vor ein paar Jahren in Pension gegangen, so Cirko. Doch die Tiere hätten sich so an das Leben im Zirkus gewohnt, dass es für sie langweilig wäre, immer auf derselben Wiese zu grasen.

Vom 32-Meter-Zelt ist nach und nach immer mehr zu sehen. Zehn Meter in die Höhe tragen die Masten die Zeltplane nun. Bis zum obersten Punkt der grossen Krone auf dem Dach sind es sogar 14 Meter, wie Clown Steevy weiss. 900 Gäste können unter dem Zirkusdach Platz nehmen.

Steevy ist der einzige Artist, der auch beim Aufbau mit dabei ist. Er sei bereits als Zirkuskind geboren worden. Alle anderen 40 Beteiligten sind Handwerker. Es mache wenig Sinn, die Akrobaten ebenfalls einzuspannen, sagt Cirko. Die diesjährigen Artisten kämen aus China und Spanien. Bis man für sie alles übersetzt hätte, würde viel Zeit verloren gehen.

Die vorangehenden drei Aufführungen in Dielsdorf seien sehr erfolgreich gewesen, so Cirko. Die Mischung aus traditioneller europäischer und chinesischer Kultur komme sehr gut an. Es seien viele junge Artisten dabei, die zum ersten Mal in der Schweiz sind. Die absoluten Publikumslieblinge seien zwei Spanier. «Sie verzaubern vor allem das weibliche Publikum mit ihrem Charme», sagt Cirko, sichtlich entzückt.

Nach zwölf Stunden Aufbau ist es dann endlich soweit: Die kleine Zirkusstadt steht. Schon jetzt strahlt das grosse Zelt, das mit bunten Lämpchen beleuchtet wird, Zirkusatmosphäre aus. So schnell, wie er gekommen ist, wird der Zirkus am Montag auch wieder verschwunden sein und einen leeren Platz zurücklassen. Doch bis dahin heisst es erst einmal: «Manege frei!»

Am Freitag und Samstag finden die Aufführungen jeweils um 15 und 20 Uhr statt. Am Sonntag um 11 und 15 Uhr.

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