Limmattal/Furttal
«So ein Bier habe ich noch nie gehabt»: 50 Personen nahmen an der ersten Bierwanderung teil

Bei der ersten Bierwanderung erfreuten sich die Teilnehmer an den ausgefallenen Kreationen der kleinen Brauereien.

Tobias Bolli
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Die Ein-Mann-Brauerei Ahoi Bier in Schlieren war Startpunkt der ersten Limmattaler Bierwanderung. Brauer Markus Friedrich erspähte die Bier-Fans schon von Weitem. Für den grossen Aufmarsch bei der Bierwanderung liess sich Friedrich für einmal helfen: Lukas Spühler (rechts im Bild) machte sich am Ausschank verdient.
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Erste Limmattaler Bierwanderung am 4. August 2018
Er und sein Bier sind Limmattaler Bierkennern bestens bekannt: Stephan Troxler von The Darkwolf Brewery in Dietikon. Auch am Fiirabigmärt auf dem Rapidplatz gibt es sein Bier jeweils zu geniessen.
Die letzte Etappe von Dietikon nach Dänikon war die härteste ...
... in grosser Hitze ging es über den Altberg.
Doch zum Schluss wurden die Wanderer mit Bier belohnt, das mit einem Augenzwinkern nach dem Altberg benannt ist. Im Bild David Kägi von der Old Hill Brewery in Dänikon.

Die Ein-Mann-Brauerei Ahoi Bier in Schlieren war Startpunkt der ersten Limmattaler Bierwanderung. Brauer Markus Friedrich erspähte die Bier-Fans schon von Weitem. Für den grossen Aufmarsch bei der Bierwanderung liess sich Friedrich für einmal helfen: Lukas Spühler (rechts im Bild) machte sich am Ausschank verdient.

Tobias Bolli

Bei der derzeitigen Hitze liegt die Lust auf ein kühles Bierchen stets nahe, der Gedanke an eine ausgedehnte Wanderung hingegen eher etwas ferner. Trotzdem widmeten sich am Samstag rund 50 Leute beidem. Sie verwehrten sich nicht des Biers und schweiften tapfer hinaus in die Hitze.

Die erste Station lag in einem Garten an der Goldschlägistrasse in Schlieren. Hier hatten die vor allem jungen und männlichen Teilnehmer Gelegenheit, Bierkreationen der Marke Ahoi Bier von Markus Friederich zu probieren: Passionsfrucht und Mango zum Beispiel, sowie – nicht unwichtig für das Kommende – das «Navigationsbier».

Das Bier ist von Friederich selbst gebraut und entsprach somit ganz dem Motto dieser Wanderung: kleinen Brauereien eine Plattform zu geben. «Es gibt mehr als nur Feldschlösschen. Wir wollen den Leuten die Vielfalt des Biers auf eine einfache und authentische Art näherbringen», sagt David Kägi, Initiant der Bierwanderung und selber bei der Brauerei Old Hill in Dänikon aktiv.

Nachdem ausgiebig degustiert worden war, machten sich die ersten Gruppen auf den Weg und steuerten die nächste Brauerei an. Stets der schönen Limmat entlang, wäre man rund anderthalb Stunden unterwegs gewesen. Die Sonne allerdings verzögerte das Fortkommen.
Nicht wenige suchten Kühlung in der Limmat und zusätzliches Bier, um die Energiereserven wieder aufzufrischen. Zwischendurch erklangen resignierende Ausrufe: «Jetzt bereue ich das schon wieder.» Insgesamt aber hielt sich die Heiterkeit und man erreichte irgendwann das Ziel: The Darkwolf Brewery an der Lerzenstrasse in Dietikon.

Auf den Geschmack gekommen

Hier gab es einen Einblick in die von Stephan Troxler und Salome Baumann geführte Brauerei. Zu degustieren gab es fruchtige Aromen, die dem belgischen Bier nachempfunden sind. Besonderen Beifall konnte «Phantasmagoria», ein starkes Ale, verbuchen.
«Man hat das Gefühl, die Grossen speisen uns mit Drittklassbier ab», meinte Viktor Meier, ein Teilnehmer aus dem aargauischen Muhen. «Es wird einem definitiv etwas vorenthalten. So ein Passionsfruchtbier habe ich zum Beispiel noch nie gehabt in meinem Leben», sagte er begeistert. «Dafür bin ich bereit, die brutale Hitze in Kauf zu nehmen.»

Denen, die sich dazu aufraffen mochten, bot sich nun die anstrengendste Etappe: die Erklimmung des Altbergs. Es war in der Zwischenzeit nicht kühler geworden und der Weg führte jäh bergauf. Einige entschieden sich deswegen für Alternativen und liessen sich, unter Auslassung des Altbergs, mit dem Taxi zur Zielstation kutschieren. Andere boten der Sonne die Stirn und wagten den Aufstieg – der sich unter diesen Bedingungen ausnahm wie eine Tour in den Hochalpen.

«Ich finde die Idee grossartig»

Belohnt wurde man mit Bier, das nach der vollbrachten Besteigung noch viel besser schmeckte. «Die letzte Etappe war nun doch etwas hart», gab Christian Saladin aus Weiningen zu Protokoll. «Ich finde die Idee dieser Bierwanderung aber grossartig und werde das nächste Mal sicher wieder teilnehmen.» Vielleicht, so regte er an, könne man dann aber eine Zwischenstation einplanen.

Weniger schweisstreibend gestaltete sich die letzte Etappe. Gut beschattet ging es den Altberg wieder hinab und weiter bis zur Old Hill Brewery an der Hauptstrasse in Dänikon. Hier konnten sich die Teilnehmer mit Hamburgern verpflegen und bis in die Abendstunden noch einmal vorzügliches, von Hand gebrautes Bier degustieren.