Einige Kurse, in denen Primar- und Mittelschüler auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium vorbereitet werden, haben bereits begonnen. Ob Städte und Gemeinden jedoch überhaupt solche durchführen sollen und unter welchen Bedingungen, lässt der Kanton völlig offen. Die Bildungsdirektion empfiehlt lediglich zur Durchführung. Zu wenig Schlieremer Kinder hätten die Möglichkeit solche Kurse zu besuchen, hiess es vergangene Woche aus den Reihen der Schlieremer SP. In der stadträtlichen Antwort auf einen Vorstoss von Gemeinderätin Silvia Meier Jauch (SP) kam zutage, dass lediglich 48 Kursplätze vorhanden sind und die Kinder erst einen Aufnahmetest bestehen müssen. Meier Jauch forderte mehr Gymnasiasten für Schlieren.

Ein Blick zum Nachbar Dietikon zeigt, dass dort andere Verhältnisse herrschen. «Aktuell besuchen 110 Schülerinnen und Schüler unsere Kurse. 57 in der 6. Klasse und 53 in der Sekundarstufe», sagt Yvonne Fehr, Leiterin der Schulverwaltung auf Anfrage. Damit bereitet die Dietiker Schule mehr als doppelt so viele Schüler auf die Gymiprüfung vor als jene von Schlieren. Auf eine Aufnahmeprüfung zum Vorbereitungskurs wird verzichtet. Die Lernlupe, ein Testsystem des Lehrmittelverlags Zürich, diene als Entscheidungshilfe, wie Fehr weiter erklärt. Auch eine Obergrenze an Teilnehmerzahlen gibt es nicht. «Die Plätze stehen nach Bedarf zur Verfügung.»

Eine Umfrage bei einigen anderen Gemeinden des Bezirks zeigt, wie Kinder dort auf die Mittelschule vorbereitet werden. Auf der anderen Seite der Limmat etwa, in Oberengstringen, besuchen aktuell acht Schülerinnen und Schüler den Vorbereitungskurs, wie Esther Solimine, Schulleiterin Rebberg-Gubrist, auf Anfrage sagt. Eine Aufnahmeprüfung müsse nicht absolviert werden, doch stünden grundsätzlich zehn Plätze zur Verfügung. «Manchmal sind es zu Beginn mehr, die Teilnehmerzahl reduziert sich meist im Verlauf des Kurses.»

In der zweiten und dritten Sekundarschule besuchen 18 Schülerinnen und Schüler diesen Kurs, wie Schulpräsidentin Elsbeth von Atzigen (parteilos) sagt. Eine Aufnahmeprüfung mache man auch hier nicht. Doch: «Wer im Kurs unangemeldet fehlt, den Unterricht stört oder die Hausaufgaben nicht erledigt, wird ausgeschlossen», sagt von Atzigen.

In der Oberstufe Weiningen werden aktuell 18 Jugendliche aus der zweiten Sek und 22 Jugendliche aus der dritten Sek unterrichtet, die Mehrheit würde sich aber auf die Berufsmaturitätsschule vorbereiten, wie Schulleiterin Anita Mayer auf Anfrage sagt. Eine formale Aufnahmeprüfung zum Vorbereitungskurs gebe es nicht, doch weise man die Schüler darauf hin, dass nur wer einen Notendurchschnitt einer 5 mitbringt, eine realistische Chance auf das Bestehen der Prüfung hat.

In der sechsten Primarstufe sind aktuell fünf Kinder angemeldet, letztes Jahr waren es 8, wie Schulpräsidentin Brigitte Schai auf Anfrage sagt. Die Teilnahme am Kurs kostet pauschal 100 Franken pro Kind. «Die ersten vier Doppellektionen gelten als Schnupper-Nachmittage und sind kostenlos», so Schai. Anschliessend werde Kursgeld erhoben.

Auch in Birmensdorf muss kein Kind eine Aufnahmeprüfung bestehen, es gilt auch hier die Mindestzeugnisnote 5. Aktuell besuchen 16 Primarschülerinnen und Schüler den Kurs, wobei keine Obergrenze besteht. Gefragt nach der maximalen Anzahl Plätze sagt die Leiterin Schulverwaltung Renata Buol: «So viel wie nötig.»

Gruppendruck in Uitikon

Beeindruckende Zahlen weist Uitikon auf. 14 von 22 Primarschülern aus dem Rietwies und 14 von 20 aus dem Schulhaus Schwerzgrueb haben sich für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ans Langzeitgymnasium angemeldet, wie Schulpräsident Reto Schoch auf Anfrage sagt.

Bei Oberstufenschülern rechnet er mit ähnlich hohen Zahlen. Rund 20 von 25 aus der zweiten Sek und 4 von 13 aus der dritten Sek. Die Teilnehmer dieser Kurse mussten keine vorgängige Prüfung ablegen. Schoch verweist aber darauf, dass das Belegen eines solchen Kurses nur dann den gewünschten Erfolg bringt, wenn in den Fächern Sprache und Mathematik je die Mindestnote 5 erzielt werde. Eine Obergrenze für die Teilnehmerzahl bestehe nicht und es würden auch keine Kurs-Gebühren erhoben. «Wir haben in Uitikon sehr viele bildungsnahe Familien», sagt er zum hohen Gymnasiasten-Anteil.

Auf 1000 Einwohner kommen hier 34 Gymnasiasten, während es im Bezirkshauptort Dietikon nur 5,1 sind und in Schlieren gar 4,7. «Neben dem Gruppendruck unter den Eltern und den Kindern spielen zusätzlich zu unseren Kursen auch die privaten Gymi-Vorbereitungskurse eine Rolle», so Schoch.