Schlieren
Skatepark-Verhandlungen zwischen Stadt und Anwohnern sind gescheitert

Die Schlieremer Skater müssen einmal mehr um die geplante Skateanlage im Zelgli bangen. Drei Jahre ist es her, dass das Parlament einen Kredit über 350000 Franken für einen Skatepark sprach.

Florian Niedermann
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Auf diesem Areal im Zelgli soll dereinst der Skatepark entstehen. (nem)

Auf diesem Areal im Zelgli soll dereinst der Skatepark entstehen. (nem)

AZ

Nun wird das Baurekursgericht darüber befinden müssen, ob die Anlage überhaupt zustande kommen wird. Rund 60 Anwohner haben gegen das Betriebsreglement des Skateparks im April 2012 Rekurs eingelegt. Zwischenzeitlich erwirkten die beiden Parteien im gegenseitigen Einverständnis eine Sistierung des Rekurses. Diese hebt die Stadt nun aber auf.
Bei den Verhandlungen mit den Anwohnern habe sich gezeigt, dass man sich nicht einig würde, erklärt Werkvorstand Christian Meier (SVP) den Entscheid. Für ihn ist klar: Fällt das Gericht ein Urteil zugunsten der Anwohner, würde ein Skatepark wohl gar nicht erst erstellt: «Ich glaube nicht, dass die Stadt den Bau der Anlage dann überhaupt noch in Erwägung zieht.»
Betriebszeiten waren Knackpunkt
Die Anwohner im Zelgliquartier forderten von der Stadt ein Betriebsreglement mit Regeln für die Nutzung der Anlage. Neben einer Umzäunung des Areals und einem Musik- sowie Alkoholverbot forderten sie insbesondere, dass die Betriebszeiten stark eingeschränkt werden. Die beiden Parteien rangen in zähen Verhandlungen um eine Lösung. Zu einer Einigung kam es dabei nie.
Die Skater dürften den Park gemäss den Forderungen der Anwohner unter der Woche nur bis 19 Uhr nutzen, und nicht wie von der Stadt ursprünglich beabsichtigt bis 22 Uhr. Über die Mittagszeit sowie an Sonn- und Feiertagen sollte die Anlage ganz geschlossen bleiben. «In dieser Form macht eine Freizeitanlage keinen Sinn. Denn die Skater könnten sie genau in ihrer Freizeit kaum nutzen», sagt Meier. Die Stadt würde deshalb wohl ganz auf den Skatepark verzichten. Falls es dazu komme, wäre dies bedenklich, sagt Meier: «Man müsste sich dann Gedanken dazu machen, welche Rolle der Freizeitgestaltung in einer wachsenden Stadt wie Schlieren überhaupt zugeschrieben wird.»
Die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen weisen die Anwohner den Behörden zu. «Herr Meiers Verständnis von Verhandlung ist, dass er wartet, bis die Gegenpartei nachgibt. Zu keiner Zeit zeigte er auch nur ein Ansatz von Kompromissbereitschaft», sagt Jean-Marc Fischer, der Vertreter der Anwohner des Zelgliquartiers.
Diese Vorwürfe weist Meier von sich. Man sei der Gegenpartei sehr wohl entgegengekommen. So sei die Stadt etwa dazu bereit, im Betriebsreglement eine Beschränkung der Musik auf Zimmerlautstärke aufzunehmen und diese auf der Anlage auch entsprechend auszuschildern. Ebenso würde man die Betriebszeiten abends bis 21 Uhr beschränken. Nicht vorgesehen ist aber ein Alkoholverbot, wie Meier erklärt: «Das wäre kaum umsetzbar. Die Skater würden einfach ausserhalb des Areals konsumieren.»
Kritiker fordern «würdiges Konzept»
Die Kritiker um Fischer werfen der Stadt vor, sie habe nie ein Betriebskonzept erarbeitet, «das bei einer derart grossen Anlage würdig wäre, als solches bezeichnet zu werden». Auch hätten die Behörden es verpasst, zu erklären, wie die Umsetzung der Betriebszeiten sichergestellt werden soll. Laut Meier wäre dafür die Polizei zuständig. «Wenn es zu Übertretungen der Betriebsregeln käme, dann würden wir Kontrollen veranlassen.» Es sei aber nicht vorgesehen, dass der Skatepark aktiv geführt würde, wie dies die Zelglianwohner forderten. «Es handelt sich um eine Freizeit- und keine Vereinsanlage», so Meier.