Die Nachricht, dass sich die Stadt Schlieren nach vier Jahren endlich mit den rekurrierenden Anwohnern des geplanten Skateparks beim Schulhaus Zelgli einigen konnte, lässt in den Online-Kommentarspalten Kritik laut werden. Nicht etwa, dass der Park nun doch noch realisiert werden könnte, erregt die Gemüter - vielmehr richtet sich der Spott der Leser gegen die restriktive Reglementierung der Anlage.

Auf dem Online-Auftritt der Limmattaler Zeitung schreibt eine Leserin unter dem Namen "Sandra Meli": "Leben und leben lassen. Lasst doch den Jungen den Spass." Auch auf dem Portal von "20 Minuten", das den Artikel aufgriff, kommentierten User die Vereinbarung der Stadt  mit den Rekurrenten. Ein User unter dem Synonym "Alles verbiete" schreibt dazu etwa ironisch: "Ich bin für ein Verbot! Skatepark verbieten! Nachbarn verbieten! Jugendliche verbieten! Alles verbieten." Und "Stefan" kommentiert, dass "diesen Skatepark niemand" brauche. "Die Jugendlichen sollen lieber zuhause kiffen", schlägt er stattdessen vor.

"Schlieremerin" lobt den alten Skatepark

Es finden sich jedoch auch weitere ernst gemeinte Äusserungen zur neusten Wendung im Hin und Her zwischen der Stadtverwaltung und den Anwohnern. "Warum all diese Regeln und Verbote? So macht das ganze ja keinen Spass mehr", kommentierte etwa die "Schlieremerin". Früher, als der Skaterpark noch nahe beim Bahnhof gelegen habe, sei er ein Ort gewesen, "wo man sich traf, zusammen war und Spass hatte", erinnert sie sich und schliesst konsterniert: "Naja, leider ändert sich alles im Leben." Scharfe Kritik an den Rekurrenten übt "Broke82". Sie müssten wohl kinderlos oder ihre Kinder schon ausgeflogen sein, mutmasst er. Nur so lasse sich erklären, "dass sie ganz vergessen haben, wie schön es ist, Kinderlachen im freien zu hören".

Nur eine Kommentatorin stellt sich sogar ganz gegen das Projekt: Sie finde ein neuer Skatepark sei "keine gute Idee", schreibt Userin "Laura" und stellt die Frage: "Wozu so viel Geld ausgeben, wenn schlussendlich alles wieder voll gesprayt wird wie beim alten Skatepark am Bahnhof?"

Bedingungen der Anwohner wurden erfüllt

Dass die Einigung zwischen der Stadt und den Rekurrenten auf Kritik stösst, liegt den Äusserungen in den Kommentarspalten nach zu urteilen also am rigiden Reglement, dass die Anwohner verlangten. Nachdem das Schlieremer Parlament 2010 einen Kredit in der Höhe von 350 000 Franken gesprochen hatte, begangen einige Bewohner des Zelgliquartiers das Projekt zu bekämpfen. Sie fürchteten, dass sie wegen des Skateparks unter starken Lärmemmissionen leiden müssten. Sie rekurrierten dreimal, worauf das Baurekursgericht die Baubewilligung für den Park zweimal aufhob. Die Stadt musste jeweils die Lärmgutachten im Baugesuch überarbeiten.

Die Anwohner forderten aber auch weiterführende Massnahmen, damit sie den dritten Rekurs zurückziehen würden. So verlangten sie etwa, dass die Freestyle-Anlage umzäunt, Alkohol und Musik darauf verboten und die Betriebszeiten stark eingeschränkt werden. In einer nun ausgearbeiteten Vereinbarung zwischen der Stadt und den Rekurrenten wird fast allen Bedingungen entsprochen. Musik ist zwar "in Zimmerlautstärke" erlaubt. Doch die Anlage darf werktags nur von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 20 Uhr geöffnet sein, an Sonn- und Feiertagen jeweils von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 19 Uhr. Sie wird zudem umzäunt und mit einem Tor mit Zeitschloss versehen. Der Gesamtstadtrat muss die Vereinbarung erst noch unterzeichnen. Erst dann werden die Anwohner ihren Rekurs zurückziehen.