Dreimal erstellte die Stadt ein Bauprojekt für einen Skatepark beim Schulhaus Zelgli, dreimal legten Bewohner der umliegenden Wohnhäuser Rekurs dagegen ein. Nun endlich erklären sich die Rekurrenten bereit, die letzte Einsprache vom vergangenen Herbst zurückzuziehen. Dies allerdings nur, weil die Stadt ihnen in allen wichtigen Punkten Zugeständnisse machte. Der zuständige Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) wertet das Ergebnis ausgeglichener: «Es handelt sich beim gegenwärtigen Lösungsansatz um einen wahren Kompromiss.»

Der Konflikt zwischen den Rekurrenten und der Stadt begann bereits 2010 (siehe Kontextbox). Lange waren die Fronten verhärtet, an eine Umsetzung der Sportanlage war kaum mehr zu denken. Wie schaffte Kunz nun also, was vorher so lange aussichtslos schien?

«Wir sind den Anwohnern weit entgegengekommen, damit sie ihren Rekurs zurückziehen», sagt der Werkvorstand. Er habe es nicht auf ein weiteres Gerichtsurteil ankommen lassen wollen, um keine Verlierer zu generieren. «Es ist viel einfacher, in einer konstruktiven Art zu arbeiten, als wenn die Fronten verhärtet sind», so Kunz.

Hier könnte es bald anders aussehen (Archivbild)

Hier könnte es bald anders aussehen (Archivbild)

Park wird nun doch umzäunt

Am ursprünglichen Konzept sollen nun folgende Änderungen vorgenommen werden: Die Anrainer werden nicht nur mit dem ursprünglich geplanten Schutzwall, sondern auch mit einer darin integrierten 3,8 Meter hohen Schallschutzmauer auf der östlichen Seite des Areals vor Lärm geschützt.

Alkohol und laute Musik – wobei keine exakte Lautstärke definiert wird – sind im Skatepark verboten. Zudem wird er zu drei Vierteln mit einem begrünten Zaun umgeben. Gegen den Fussballplatz hin sorgen ein massiver, 1,8 Meter hoher Maschendrahtzaun sowie ein Tor mit Zeitschloss dafür, dass die Betriebszeiten im ausgeschilderten Reglement eingehalten werden. «Es ist uns klar, dass der Zaun nicht verhindern kann, dass jemand in die Anlage gelangt.

Aber es soll zumindest ersichtlich sein, wenn der Park geschlossen ist», sagt Kunz.

Sonntags ist um 19 Uhr Schluss

Und auch betreffend die Betriebszeiten folgt die Stadt den Forderungen der Rekurrenten weitgehend: So soll der Park werktags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 20 Uhr geöffnet sein, an Sonn- und Feiertagen jeweils von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 19 Uhr. Das Konzept sieht ausserdem ein dreistufiges Betreuungssystem vor, welches das friedliche Nebeneinander von Anwohnern und Skatern sichern soll:

Auf der ersten Stufe steht ein Betreuungsteam verschiedener Verwaltungsabteilungen, das die Einhaltung der Betriebszeiten regelmässig kontrolliert. Weiter will die Stadt eine Telefonnummer kommunizieren, über die Anwohner Verstösse gegen das Reglement melden können. «Wir greifen dabei auf Angestellte zurück, die ohnehin im Piquet-Dienst stehen», sagt Kunz. Erst auf der dritten Stufe sollen Anwohner die Polizei alarmieren.

Im neuen Konzept der Skateranlage wurden also die Forderungen der Rekurrenten fast vollumfänglich berücksichtigt. Die Frage, ob die Stadt bei den Verhandlungen zu nachgiebig war, verneint Kunz aber: «Für die Anwohner wird sich die Situation gegenüber heute auch so verändern. Wenn sie das aktuelle Konzept akzeptieren, verlangt das auch von ihnen ein gewisses Entgegenkommen.»

Der ursprüngliche Kredit von 350'000 Franken für den Bau der Anlage wird angesichts der zusätzlichen Massnahmen kaum ausreichen, wie Kunz sagt. Sein Ressort Werke, Versorgung und Anlagen werde die Kosten prüfen und allenfalls einen Zusatzkredit beantragen.

Zudem muss der Gesamtstadtrat die Vereinbarung, die Kunz mit den Rekurrenten erarbeitet hat, erst noch unterzeichnen. Entscheidet er sich dafür, würden die Anwohner den noch immer hängigen Rekurs zurückziehen – der Weg wäre frei, um den Skatepark doch noch zu bauen. Entscheidet sich die Exekutive aber dagegen, so wäre er wohl beerdigt.