Eine Zeit lang konnte man fast den Eindruck gewinnen, der Wahlkampf um das Statthalteramt würde nie zu Ende gehen. Aber nach dem zweiten Wahlgang am letzten Sonntag steht mit Simon Hofmann (FDP) der neue Statthalter des Bezirks Dietikon fest. Mit einer komfortablen Mehrheit von über 8500 gegenüber rund 5800 Stimmen für seinen Mitbewerber Adrian Leimgrübler zieht der junge Stadtzürcher Jurist ins Amt.

Während der langjährige Amtsinhaber Leimgrübler sich nun neu orientieren und seine Optionen überdenken muss, bereitet sich Hofmann schon auf das Amt vor. Er freue sich sehr auf die bevorstehenden Aufgaben, sagt er auf Anfrage. «Es war auch für mein engeres Umfeld eine intensive Zeit», so Hofmann. «Entsprechend sehe ich um mich herum viele erleichterte Gesichter.»

Noch ist nicht klar, wann sein derzeitiger Arbeitgeber, das eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), ihn freigibt, und er bei seinem neuen Arbeitgeber, der Justizdirektion, anfangen kann. «Unter Vorbehalt einer anderweitigen Regelung mit den Arbeitgebern» gehe er davon aus, sagt Hofmann, dass er nach der ordentlichen Kündigungsfrist das Amt antreten werde. Das wäre dann am 1. September. Fest steht hingegen, dass er seine Aufgabe als Präsident des Bezirksrats am 28. Juni antreten wird, wenn der Rat sich neu konstituiert.

Belastete Begegnungen

Möglicherweise werden für Hofmann als neuen Statthalter nicht alle Begegnungen unkompliziert ablaufen, konnte Adrian Leimgrübler während des Wahlkampfs auf viele Unterstützer auch aufseiten der Gemeinden, Parteien und Gewerbetreibenden zählen. Die Frage, wie er mit diesen umgehen werde, beantwortet Hofmann ausweichend. «Ich sehe meinen Aufgaben respektvoll und pragmatisch entgegen. Wie ich im Wahlkampf stets gesagt habe, freue ich mich dabei vor allem auch auf die verschiedenen Kontakte.»

Auch auf die Frage nach seinen Umzugsplänen wird Hofmann noch wenig konkret. Während des Wahlkampfs hat sein Mitbewerber gern darauf hingewiesen, dass Kandidat Hofmann nicht im Bezirk wohnt. In seiner Wahlkampfzeitung vom April schrieb Hofmann, der mit seiner Frau und zwei Kindern im Zürcher Kreis 6 wohnt: «Natürlich würden wir im Fall meiner Ernennung zum Statthalter in das Limmattal ziehen.Vorzugsweise in der Nähe des Limmattalspitals.» Hofmanns Frau ist Ärztin.

«Es ist nach wie vor unsere Absicht, in die Region zu ziehen», sagt Hofmann jetzt. «Nach einer eher turbulenten Zeit verfolgen wir unsere Projekte nun aber wieder Schritt für Schritt.» Zunächst wolle er die Geschäftsübergabe organisieren und sich auf der fachlichen Ebene vertieft mit der Materie auseinandersetzen. «Sicher noch vor dem offiziellen Arbeitsbeginn werde ich mich den Mitarbeitern persönlich vorstellen.»