Unterengstringen

Silja Walter zu Ehren: Im Fahr entsteht ein nach ihr benannter Weg

Silja Walter lebte über 60 Jahre als Schwester Maria Hedwig im Kloster Fahr.

Silja Walter lebte über 60 Jahre als Schwester Maria Hedwig im Kloster Fahr.

Am 23. April würde die schreibende Nonne 100 Jahre alt. Mit einem Gedenkjahr will das Kloster die 2011 verstorbene Lyrikerin wieder mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.

Sie nannte sich selber die schreibende Nonne. Das Werk der am 31. Januar 2011 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Silja Walter umfasst Lyrik, Prosabände, Festspiele, Oratorien und theologische Texte. Am 23. April würde die Schriftstellerin, die über 60 Jahre ihres Lebens als Schwester Maria Hedwig im Kloster Fahr verbrachte, 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass haben die Benediktinerinnen 2019 zu einem Gedenkjahr an Silja Walter ausgerufen. Dazu wurde am Donnerstag die Homepage www.siljawalter.ch aufgeschaltet.

Der Grossteil der Gedenkanlässe findet in der Woche nach Ostern statt. Dazu gehören ein Silja-Tag, eine Musik- und Theaterproduktion, drei Stafettengespräche zu Silja Walter und ein Festakt für geladene Gäste inklusive Einweihung des Silja-Walter-Wegs auf dem Gelände des Klosters Fahr, wie das Kloster mitteilt.

Die Theaterproduktion «Ich habe den Himmel gegessen» wird am 23. April aufgeführt. Dafür hat die Sängerin und Schauspielerin Christine Lather Originaltexte Walters zu einem Theater-Monolog verflochten. Dieser wird von Kompositionen Felix Hubers begleitet. Die drei Gesprächsabende finden am 24., 25. und 26. April jeweils im Riegelhaus des Klosters Fahr statt. Dort wo Silja Walter ihre Lesezirkel hielt. Daran teilnehmen werden Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr, Christine Lather, Freddy Allemann, Schriftsteller, Performer und Cousin von Silja Walter sowie Ulrike Wolitz, Theologin und Herausgeberin des Gesamtwerks von Silja Walter.

Geschenk der Landeskirchen

Zum Abschluss der Woche wird dann der Silja-Walter-Weg eingeweiht. Dieser zehnteilige, öffentliche Stationenweg auf dem Gelände des Klosters Fahr ist ein Geschenk der römisch-katholischen und der reformierten Kirche im Aargau, der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich sowie Katholisch Stadt Zürich, wie das Kloster weiter schreibt. Damit soll «die wohl meistgelesene christliche Lyrikerin des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum» wieder ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gebracht werden.

Mit dem Weg wolle man den Besuchern das Schaffen der Schriftstellerin näher bringen.

Mit dem Weg wolle man den Besuchern das Schaffen der Schriftstellerin näher bringen.

«In letzter Zeit ist es ruhiger geworden um Silja Walter. Ich merke, dass die nächste und übernächste Generation kaum mehr weiss, wer sie war», sagt Priorin Irene. Mit dem Weg wolle man den Besuchern das Schaffen der Schriftstellerin näher bringen. Ein Werk, das umfangreich ist, wie Priorin Irene in den letzten Jahren aufs Neue erfahren hat. «Ich habe mich in letzter Zeit viel mit den Texten von Silja Walter auseinandergesetzt und dabei auch solche entdeckt, die ich bisher gar nicht kannte», sagt sie.

Silja (Cecile) Walter wurde am 23. April 1919 als zweites von neun Kindern in Rickenbach bei Olten in die Verlegerfamilie Walter hineingeboren. Nach ihrer Schulausbildung besuchte sie das Lehrerinnenseminar in Menzingen. Das anschliessende Literaturstudium in Fribourg und später in Basel musste sie wegen einer Lungenerkrankung unterbrechen und schliesslich abbrechen.
Nach einem Berufungserlebnis 1947 am Schwarzsee bei Zermatt trat Silja Walter im März 1948 in das Benediktinerinnenpriorat Kloster Fahr bei Unterengstringen ein. Hier legte sie am 11. Oktober 1949 ihre ersten Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Schwester Maria Hedwig.

Silja Walter erhielt unter anderem zweimal den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und den Kunstpreis des Kantons Solothurn. Zudem wurde der Schwester des Schriftstellers Otto F. Walter das Ehrenbürgerrecht von Rickenbach, Würenlos und Mümliswil verliehen.

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