Dietikon

Siga rappt in «Flüchtling» über seine Vergangenheit – der Song mitsamt Musikvideo erscheint am Montag

Teile des Videos «Flüchtling» drehte Siga auf dem Zürcher Pfingstweid-Parkhaus.

Teile des Videos «Flüchtling» drehte Siga auf dem Zürcher Pfingstweid-Parkhaus.

«Flüchtling» vom Dietiker Siga zusammen mit Morish wird am Montagabend bei Glanz und Gloria erstmalig ausgestrahlt. Im Song spricht der Rapper über seine Erfahrungen als Flüchtling und mit Rassismus.

Am Montagabend veröffentlicht der Dietiker Rapper Siga seine neuste Single «Flüchtling». Den Refrain singt der Rapper und Sänger Morish aus Windisch. Erstmals zu hören – und mit Musikvideo zu sehen – sein wird der Song in der SRF-Sendung Glanz und Gloria.
Ein Team des Senders hatte Siga beim Dreh für sein Musikvideo begleitet und interviewt. Der Song mitsamt Video wird am Abend der Ausstrahlung im TV auch auf dem Youtube-Kanal des Rappers «Siga Music» aufgeschaltet.

Lange verarbeitete er seine Vergangenheit nicht

In «Flüchtling» verarbeitet Siga, der mit bürgerlichem Namen Siva Ganesu heisst, seine Erfahrungen als Flüchtling und mit Rassismus. Als Vierjähriger war er mit seiner Familie aus Sri Lanka nach Deutschland geflüchtet. Nun erzählt er erstmals in einem seiner Texte von den damit verbundenen Emotionen. «Lange habe ich meine Vergangenheit nicht verarbeitet. Das hat mich in den letzten Jahren eingeholt», sagt Siga.

Musik sei wie Therapie für ihn. In seinen Texten könne er den Leuten zeigen, wie es ihm früher erging und wie er sein Leben heute führt. In den letzten 30 Jahren habe er es wegen seiner Hautfarbe oft schwer gehabt, was er auch in seinem Song anspricht. In Anbetracht der momentanen Protestbewegung gegen Rassismus trifft «Flüchtling» den Nerv der Zeit. «Vielen Menschen ergeht es gleich wie mir. Ich will ihnen mit dem Song Hoffnung geben», sagt der Dietiker Rapper.

Den Text für «Flüchtling» stellte Siga bereits im Januar fertig. Danach musste er noch eine passende Stimme für den Refrain finden. Er entschied sich für Morish, der ihn bei Liveauftritten stets als Backup-Rapper begleitet und mit dem er auch sonst viel zusammenarbeitet. «Ich habe ihm ein paar Stichworte gegeben und er hat den Refrain musikalisch umgesetzt», sagt Siga.

Teile des Musikvideos für den über drei Minuten langen Track wurden auf dem Dachgeschoss des Parkhauses Pfingstweid nahe des Prime Towers in Zürich gedreht. Sigas fünfjähriger Sohn ist im Video ebenfalls zu sehen.

Im weiteren Verlauf des Jahres will Siga, neben neuen Songtexten schreiben, auch in Sri Lanka für einen Dokumentarfilm über sein Leben drehen. Nachdem er letztes Jahr wegen Terroranschlägen in seinem Herkunftsland die Reise verschieben musste, machte ihm dieses Jahr das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung. Die Reise musste erneut vertagt werden. Auch Liveauftritte sind wegen der Pandemie alle auf Eis gelegt. «Ich hoffe noch in diesem Jahr wieder für Konzerte auf der Bühne stehen zu können», sagt er.

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