Damit dies gelingt, müssten die «Stiere» einen der ersten beiden Plätze belegen. «Vom Aufstieg spricht bei uns aber ohnehin niemand», sagt Urdorf-Trainer André Wismer. «So gesehen sind wir im Soll.»

Auch was das Punktekonto anbelangt. Zweimal haben die Urdorfer bisher gewonnen, zweimal sind sie im Penaltyschiessen unterlegen. Doch die «Stiere» haben in diesen beiden Partien dennoch gepunktet. Daher sagt Wismer: «Im Prinzip haben wir noch kein Spiel verloren.»

Auffällig ist, dass die Urdorfer in beiden Spielen, die nach Penalties entschieden wurden, jeweils zu Hause spielten – und mit mindestens zwei Toren führten. Gegen den Akademischen EC Zürich lagen sie nach 22 Spielminuten mit 3:0 in Front, mussten aber nach etwas mehr als einer halben Stunde innert zwei Minuten zwei Gegentore hinnehmen und eine Viertelstunde noch den Ausgleich.

Und gegen Engelberg-Titlis gaben die Urdorfer eine 2:0-Führung preis: Wiederum eine Viertelstunde vor Schluss kassierten sie das 2:1 und drei Minuten vor Ende das 2:2. Beide Spiele fanden übrigens vor heimischem Publikum statt.

Wie erklärt sich Wismer, dass seine Mannschaft solche Partien noch aus den Händen gibt? «Das Problem ist: Wenn wir vorne liegen, agieren wir oft kopflos. Wir fühlen uns zu sicher», sagt der Urdorf-Coach. «Da müssen wir noch abgeklärter werden.»

Dass sie vor heimischem Publikum antraten, gab den Urdorfern also nicht die gewünschte Sicherheit. Umso souveräner dafür die Auftritte in den beiden Auswärtspartien, die die «Stiere» in dieser Saison bisher gespielt haben.

Gegen Glarus führten sie nach einer halben Stunde bereits mit 5:0. Am Ende gewannen sie mit 6:1.

Beim zweiten Auswärtsspiel gegen Thalwil mussten die Urdorfer erst einen Gegentreffer hinnehmen, gingen aber noch vor Ende des ersten Drittels mit 2:1 in Führung. Im zweiten Drittel dann zogen sie nach einem Doppelschlag innert 40 Sekunden mit 4:1 davon. Am Ende gewannen sie auswärts mit 6:4.

Wismer möchte die Auswärtssiege jedoch nicht überbewerten. «Die Thalwiler mussten in der Vorbereitung auch oft auswärts trainieren, da sie wie wir über kein eigenes Eis verfügten», sagt er. «Ich gehe davon aus, dass sie in der Rückrunde deutlich stärker sein werden.»

Viele Strafen

Egal ob zu Hause oder auswärts: Die «Stiere» kassieren verhältnismässig viele Strafminuten. Am meisten bisher gegen Engelberg-Titlis, wenngleich sie in dieser Partie mit einigen Schiedsrichterenscheiden Pech hatten.

Gegen die Zentralschweizer mussten die Limmattaler insgesamt über 18 Minuten in Unterzahl agieren. Darunter waren auch solche, die besonders ärgerlich waren, beispielsweise wegen eines Wechselfehlers oder wegen Beinstellens eine Sekunde vor der Schlusssirene.

Etwas weniger lang, nämlich knapp 18 Minuten, spielten die Urdorfer beim Sieg gegen den Glarner EC in Unterzahl und profitieren dabei von der schwachen Powerplay-Ausbeute der Glarner. Etwas effizienter zeigte sich Startgegner Thalwil, gegen den die «Stiere» etwas mehr als 16 Minuten in Unterzahl spielte.

Die Thalwiler nutzten dies zu zwei Powerplaytoren. Einzig gegen den Akademischen EC Zürich war die Strafenbilanz ausgeglichen, die «Stiere» kamen zwar auf fast 14 Minuten, doch die Gäste mussten rund 15 Minuten mit einem Mann weniger spielen.

Nun gegen GCK Lions

Gegen die Topteams dürften so viele Strafminuten ein grosses Handicap werden. Auf den ersten beiden Plätzen liegen derzeit Bülach und Rapperswil-Jona. Besonders die Bülacher haben bisher überzeugt mit teils zweistelligen Resultaten. «Das wird ein Gradmesser werden», sagt Wismer.

Vorher spielen die Urdorfer heute Samstagabend auf der Kunsteisbahn Dolder gegen die GCK Lions. Ein Verfolgerduell: Die Zürcher haben nur zwei Punkte Rückstand auf die Urdorfer. Wie schätzt Wismer die GCK Lions ein? «Treten sie in Bestbesetzung an, wird es schwierig gegen sie», sagt er.